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Depressive verdrängen Positives

Menschen mit Depressionen neigen dazu, alles schwarz zu sehen. Forscher der Ohio State University fanden heraus, dass sie dies bei aktuellen negativen Erfahrungen aber nicht intensiver tun als nicht deprimierte Menschen. Jedoch fällt es ihnen umso schwerer, positive Erfahrungen in ihrem Leben in sich wach zu rufen und zu schätzen.

Studie: 34 Collegestudenten beim Bohnen-Test

Forscher der Ohio State University untersuchten 17 depressive und 17 nicht depressive Collegestudenten anhand eines Computerspieles, das sich „BeanFest“ nennt. Bei diesem Spiel mussten sie die am Bildschirm erscheinenden Bohnen nach ihrem Aussehen (Form, Flecken) auf „gut“ oder „schlecht“ bewerten und wurden – je nachdem, ob die Antwort laut Computersystem „richtig oder falsch“ war – mit Punkten belohnt oder mit Abzug von Punkten bestraft. Wenn Sie eine Bohne akzeptierten, wurden entweder Punkte abgezogen oder hinzugefügt. Akzeptierten sie eine Bohne nicht, wurde ihnen mitgeteilt, wie viele Punkte sie damit gewonnen oder verloren hätten. 34 Bohnen erschienen während dieser Spielphase insgesamt drei Mal, um den Studierenden die Möglichkeit zu geben, zu lernen, welche Bohnen Spielepunkte brachten und welche nicht. In der darauffolgenden Testphase mussten die Probanden dann anzeigen, welche Bohnen in der Spielphase als gut oder schlecht eingestuft waren, also ob sie Punkte brachten oder nicht.

Dieses recht einfach gestrickte Verfahren gibt den Forschern Aufschluss über das Vermögen der Teilnehmer, eine neue Einstellung zu lernen – ohne dass die bisherige (verschiedene) Lebenserfahrung der Probanden Einfluss auf das Ergebnis nimmt.

Depressionen

Depressionen @iStockphoto/Alexander Raths

Ergebnis: Deprimierte Personen lernen Positives schlechter

Deprimierte und nicht deprimierte Personen waren für negative Informationen gleich aufnahmefähig (61 zu 66%). Jedoch waren die deprimierten Teilnehmer nicht annähernd so erfolgreich beim Erlernen positiver Erfahrung (60% zu 49%) wie ihre nicht deprimierten Kollegen. Es wurde auch gemessen, wie stark die Depressionen bei den einzelnen Probanden zur Zeit der Tests ausgeprägt waren (ob schwer, mittel oder leicht). Was nicht verwunderte: Diejenigen mit schwerer Depression schnitten auch beim Erlernen des Positiven am schlechtesten ab.

Fazit

Depressive Menschen dürften die Tendenz haben, sich an negative Erfahrungen sehr viel besser zu erinnern und das Positive, das ihnen in ihrem Leben widerfahren ist, auszuklammern. Den Forschern Strunk und Conklin zufolge ist noch mehr Forschung auf diesem Gebiet notwendig, jedoch sehen sie bereits jetzt eine Möglichkeit, die Behandlung von depressiven Menschen dahingehend zu verbessern, als dass sie den Fokus auf die positiven Erfahrungen legen.

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