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Der Biomarkt blüht auf

Die Aufklärung unserer Zeit gibt uns Einblicke in viele Bereiche, die früher kaum Beachtung fanden: Artgerechte Tierhaltung, umweltbewusster Umgang mit Energie, Senkung von Schadstoffbelastung und nicht zuletzt die Grundlagen der gesunden Ernährung gelten für viele Menschen als inzwischen wichtige und selbstverständliche Bestandteile des Alltags.

Dazu gehört auch der verantwortungsbewusste Umgang mit Lebensmitteln, der in Bioprodukten seine konsumorientierte Entsprechung findet. Noch vor zwei Jahrzehnten als typischer Nischenmarkt deklariert sehen Zukunftsforscher heute hinter den Begriffen „Bio“ und „Öko“ geschützte Begriffe mit einem stetig wachsenden Markt. Was früher nur in Reformhäusern, Hofläden, Bioläden und Wochenmärkten über die Theke wanderte, ist heute auch in jedem gut sortierten Supermarkt und Discounter erhältlich. Der Biomarkt kann anhaltend mit hohen, zweistelligen Wachstumsraten punkten.

Bio-Trend hält an

Zu Beginn des Bio-Trends lag der Anteil der Biobetriebe unter 0,5 Prozent. Inzwischen ist diese Zahl auf rund 4,3 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe und 4,7 Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Flächen angewachsen. Auch die Umsätze mit Bio-Lebensmitteln sind entsprechend der Nachfrage deutlich gestiegen. Waren es im Jahr 1997 noch 1,48 Milliarden Euro, die für Bio-Produkte bezahlt wurden, lag der Betrag im Jahr 2005 bereits bei knapp 4 Milliarden und erreichte somit einen Umsatzanteil von 3 % auf dem gesamten Lebensmittelmarkt. Die Wachstumsraten sind dabei auf einem gleichbleibend hohen Niveau (2005 – 15 %, 2006 – 16 %).

Quer durch alle Bevölkerungsschichten

Bioprodukte gehören inzwischen ganz selbstverständlich zu den bevorzugten Lebensmitteln der deutschen Bevölkerung. Rund dreiviertel aller Konsumenten legen bevorzugt Bio-Lebensmittel in den Einkaufskorb, davon 59 % nur gelegentlich, 15 % jedoch regelmäßig. Generell stößt Bio bei allen Käufergruppen auf positive Resonanz, aufgrund der höheren Kosten sind es aber immer noch einige wenige Käufergruppen, die sich regelmäßiger auf Bioprodukte stützen. Dazu gehören besserverdienende Familien mit Kindern, Frauen im mittleren Alter sowie in der Familienphase sowie die Generation 50 plus, auch hier vornehmlich weiblichen Geschlechtes. Um von dem Bio-Boom entsprechend einen Teil abzubekommen, bieten inzwischen fast alle Verkaufsstätten Bio-Produkte an. Konventionelle Supermarktketten, Drogerien und Discounter bieten derweil häufig ihre eigenen Bio-Produktserien an und erweitern das Angebot maßgeblich um andere Bioprodukte.

Bio

Bio @iStockphoto/denisvrublevski

Auch Discounter auf dem Bio-Trip

Nachdem lange Zeit die verhältnismäßig höheren Preise der Bioprodukte besonders die konsumschwächeren Käuferschichten vom Kauf abhielten, folgten auch eine Reihe von Discountern dem Bio-Trend. Dies führte im Jahr 2005 zu einem 25%igen Umsatz durch Bio-Produkten allein im konventionellen Handel. Gleichzeitig wuchs der Umsatz des Naturkostfachhandels um 10 %, was insgesamt aufzeigt, dass durch die große Nachfrage kein Verdrängungswettbewerb verursacht wird.

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