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Der Dreier: Liebe zu dritt

Normalerweise stellt man sich die Liebe als eine Besonderheit für zwei Menschen vor – der Dritte im Bunde gilt als „überflüssig“ und störend, wenn dieser nicht in Form eines Kindes in das Leben des Paares tritt. Doch nicht nur in den männlichen Fantasien wird immer häufiger eine andere Art des „Dritten im Bunde“ präsent. Die Liebe zwischen drei Menschen gilt als ein umstrittenes Thema, das auch in der Literatur einen festen Platz sein Eigen nennt, wie der Film „Intime Freunde“ von Patrice Leconte (2003) oder Juerg Kilchherrs Buch „Ménage à trois“ beweisen.

Doch was steckt hinter der „Liebe zu dritt“? Handelt es sich um rein platonische Aspekte der Liebe oder ist es tatsächlich eine rein sexuelle Fantasie, die bei Männern auf den ersten Blick aufgrund ihres „Fortpflanzungstriebes“ besonders verbreitet scheint? Oder träumen auch Frauen von der Liebe zu dritt – sagen es nur seltener? Ein Blick hinter die Fassade dieser vielfältigen Besonderheit in der Liebe zwischen Menschen mutet faszinierend und (auf manchen) abstoßend zugleich an.

Bettgeflüster vs. platonisches Liebesglück

Die typische Dreier-Beziehung dürfte es wohl kaum geben. Wenngleich gesellschaftlich ein moralischer Zeigefinger für jede Form des Bekanntwerdens einer Dreiecksbeziehung gehoben wird, so sind in unserer aufgeklärten Zeit doch immer mehr Menschen bereit, einen „Dreier“ in Betracht zu ziehen, soweit keiner der Beteiligten darunter leidet. Die Bandbreite reicht dabei von einer rein platonischen Verbindung über eine Kombination von platonisch und sexuell bis hin zu zahlreichen rein sexuellen Verbindungen, bei denen der Sex wahlweise unter den drei Personen nur zu zweit oder auch zu dritt vollzogen wird. Jede Konstellation ist denkbar.

Während jedoch der zwischenmenschliche Bereich einer jeglichen Dreierkonstellation als eher schwierig gilt, weil er viel Toleranz und Offenheit bedarf, so wird der sexuelle „Dreier“ häufiger als legitim betrachtet. Selbst langjährige Paare genießen die rein sexuelle Befriedung eines Dreiers, die neue Spannung im Sexleben aufbauen helfen kann, ohne die Liebe zu beeinflussen. Dabei wird zumeist zwischen der körperlichen und der platonischen Liebe oder purer Leidenschaft differenziert, um Eifersucht und Misstrauen gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Dreier

Dreier @iStockphoto/Nathan Jones

Der besondere Kick, sich aktiv einzubringen oder als passiver Beobachter dem Liebesspiel hautnah beizuwohnen, kann sowohl über eine zwei-Frauen-ein-Mann-Konstellation als auch mit zwei Männern und einer Frau stattfinden. Bisexuelle Neigungen können dabei vorhanden sein, müssen es aber nicht zwangsläufig. Der besondere Reiz, von vier Händen statt von zwei verwöhnt zu werden, gilt bei Männern wie Frauen als reizvoll.

Leben zu dritt

Die Liebe zu dritt kann unter der bewusst ausgeübten Toleranz auch zu einem Leben zu dritt führen. Bisweilen fühlen sich Paare um ihre sexuelle Aufregung gebracht, wenn die Jahre zu weit ins Land streichen. Die Gemeinsamkeiten halten das Paar jedoch zusammen, das bereit ist, gemeinsam einen neuen Anreiz anzunehmen – beispielsweise in Form einer dritten Person. Das gemeinsame Leben kann dabei sowohl nur von einem als „Dreieck“ angenommen werden, der zweite kann, muss jedoch nicht bereit sein, auch die sexuellen Belange mit dem Dritten zu teilen. Unabhängig von der Form, die man für die eigene Dreier-Beziehung wählt – solange keiner der Beteiligten unter der Konstellation leidet, sollte sie in der modernen Zeit als legitim betrachtet werden. Doch sobald einer nicht mehr mit dem Dreieck einverstanden ist, sollte man sich gemeinsam um eine Lösung bemühen, bevor Zerwürfnisse, Konflikte und Selbstzweifel die positiven Aspekte der Liebe zu dritt ins Gegenteil kehren.

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