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Der erste Schritt – Ist Erobern immer noch Männersache?

Auf den ersten Blick scheinen alte Rollenbilder längst über Bord geworfen zu sein. Es ist nicht mehr nur Männersache, sich hinaus in die feindliche Welt zu wagen und dort seinen Mann zu stehen. Nicht erst seitdem eine Bundeskanzlerin bei Staatsbesuchen in der ersten Reihe steht, Frauen ganz selbstverständlich Posten in den oberen Führungsetagen bekleiden und Väter einen Teil des Erziehungsurlaubs beanspruchen, ist eines klar: Das althergebrachte Rollenbild taugt nur noch bedingt. Doch ist das wirklich so? Haben die Frauen wirklich auf allen Gebieten ihr altes Rollenverständnis hinter sich gelassen und treten emanzipiert und selbstbewusst auf? Fast scheint es so. Aber eben nur fast. Geht es ums Flirten, lassen die Damen den Herren sehr gerne den Vortritt und warten darauf, dass der Mann den ersten Schritt macht.

Wer macht den ersten Schritt?

Viele Männer zögern jedoch, immer nur der Jäger zu sein. Nicht nur, dass auch sie gerne öfter der Umworbene sein wollen – die starke Frau macht ihnen nicht selten Angst. Frauen, die im Job ihren Mann stehen, legen in Liebesdingen mittlerweile andere Prioritäten an den Tag und so zeigen sie sich während des Flirts nur mäßig beeindruckt, wenn ihr männliches Gegenüber den tollen Job oder das neue Auto ins Gespräch einfließen lässt. Es scheint, als befinden sich beide Geschlechter in einer Zwickmühle. Die Frauen erhoffen sich vom Mann, dass er den ersten Schritt tut.

Der Mann hingegen kann oder will das aus den verschiedensten Gründen nicht tun. Wagen sich die starken Frauen dann doch einmal aus der Deckung und gehen in die Flirt-Offensive, reagiert der umworbene Mann ganz schnell mit einem Rückzug. Warum? Weil er sich zwar geschmeichelt fühlt, von einer attraktiven und selbstbewussten Frau umworben zu werden, sich von dieser Aktivität jedoch auch eingeschüchtert fühlt. Welcher Mann möchte vor seinen Freunden schon gerne zugeben, dass er in diesem Fall nicht der Jäger, sondern die Beute war?

Flirten

Flirten @iStockphoto/Abel Mitja Varela

Bitte mit ein wenig mehr Feingefühl

Beim Flirten geht es nicht darum, das Objekt der Begierde für immer und ewig an sich zu binden. Das Flirten ist eine unverbindliche Art der Kontaktaufnahme und genau so sollte es auch angegangen werden: Mit Leichtigkeit. Im schlimmsten Fall wird die Kontaktaufnahme nicht erwidert. Jeder freut sich über eine positive Reaktion, die er beim anderen Geschlecht auslöst und fühlt sich geschmeichelt. Aus diesem Grund sollten weder der Mann, noch die Frau ihr Objekt der Begierde unangesprochen vorbeiziehen lassen, nur weil beide denken: „Ich werde nicht den ersten Schritt machen“.

Einer der zuverlässigsten Türöffner für einen kleinen Flirt ist der Humor. Das bestätigen Männer und Frauen übereinstimmend. Das bedeutet nicht, dass hier ein Schenkelklopfer nach dem nächsten gefragt ist, aber besonders Frauen schätzen an einem Mann ein humorvolles Wesen und die seltene Gabe, sich auch selber einmal auf die Schippe nehmen zu können. Eine erste, vorsichtige Kontaktaufnahme mit einem intensiven Blickkontakt gefolgt von einem sympathischen, offenen Lächeln wird das Ziel kaum verfehlen. Ein weiterer Eisbrecher ist auch ein unverbindlicher Spruch, der sich auf die Gemeinsamkeit der Situation bezieht. Wartet man gerade auf den gleichen Bus oder sitzt im Restaurant nebeneinander und kann sich nicht für ein Gericht entscheiden? Hier liegt ein kleiner Satz, mit dem das erste Eis gebrochen werden kann, buchstäblich in der Luft. Der erste Schritt ist der falsche Moment, um permanent seine eigenen Glanzleistungen aufzuzählen und sich selbst zu beweihräuchern. An erster Stelle steht optimalerweise das echte Interesse an seinem Gegenüber und nicht der Drang, sich selber ein Denkmal zu setzen. Wer partout zu schüchtern für den ersten Schritt ist, sollte sich jeden Tag ein Flirtobjekt suchen, dem er einfach ein unverbindliches Lächeln schenkt oder mit dem er einen belanglosen Satz wechselt. So wird das Flirten eine Selbstverständlichkeit und zu dem, was es wirklich ist: Eine angenehme Art, sich den Tag zu versüßen.

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