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Der Feind im Schlafzimmer: Die Hausstaubmilbe

Viele Allergiker kämpfen jedes Jahr ab dem Frühling mit den Auswirkungen des Pollenfluges: Niesreiz, Husten und Atembeschwerden, laufende oder verstopfte Nasen sowie juckende und tränende Augen sind nur einige der typischen Beschwerden. Und sie sehnen die Zeit herbei, in welcher der Pollenflug endlich abnimmt und sie wieder beschwerdefrei durchatmen können.

Doch eine Art der Allergiker kennt keine Saison, weil sie das ganze Jahr über mit entsprechenden Beschwerden zu kämpfen haben: Allergiker, die auf Hausstaubmilben reagieren.

Kleines Tier mit großer Wirkung

Hausstaubmilben zählen zu den Spinnentieren und sind mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Sie finden sich in nahezu jedem Haushalt, wo sie sich bevorzugt von abgestorbenen Hautschuppen ernähren. Ihre Lebenszeit beträgt bis zu 3 Monate, während denen sie in Polstermöbeln, Teppichen und Matratzen ihren Lebensraum finden. Optimale Entwicklungsbedingungen finden sie bei einer Luftfeuchtigkeit von 60 – 80 % sowie bei einer Umgebungstemperatur zwischen 25 und 30 °C. Vermeiden kann man diese Milben selbst bei größter Hygiene nicht vollständig. Im Laufe ihres Lebens scheiden sie das 200-fache ihres eigenen Körpergewichtes an Abfallstoffen (Kot) aus. Während die meisten Menschen glauben, sie seien gegen die Milben allergisch, so sind es tatsächlich jedoch die Milbenpartikel sowie deren Kot, auf die der menschliche Körper mit allergischen Symptomen reagiert.

Die Hausstaubmilben – Allergie

Die eiweißhaltigen Kotballen der Hausstaubmilbe verbinden sich mit dem normalen Hausstaub. Treffen sie so auf die Schleimhäute der Atemwege oder der Augen, können sie bei Menschen eine Reizung hervorrufen. Diese Art der Reizung kann vom Körper eines Allergikers in besonders überempfindlicher Art und Weise aufgenommen werden, was zu einer Abwehrreaktion und der entsprechenden Ausschüttung von Histaminen führt.

Der Angriff der Histamine gegenüber dem vermeintlichen „Eindringling“ zeigt sich in Hautrötungen, verengten Atemwegen und Schwellungen der Schleimhäute, die häufig mit einem kräftigen Juckreiz einher gehen. Zumeist treten die Beschwerden in der späteren Nacht, morgens beim Aufstehen sowie beim Bettenmachen auf.

Hausstaubmilbe

Hausstaubmilbe @iStockphoto/Sebastian Kaulitzki

Aktiv handeln gegen die Allergie

Wird eine Allergie gegen die Stoffwechselprodukte der Hausstaubmilbe erkannt, kann man über einige wenige Mittel und Wege die Belastung deutlich reduzieren. An erster Stelle steht die Entfernung aller „Lebensräume der Milbe“ im Schlafzimmer sowie in allen Räumlichkeiten, in denen sich der Betroffene hauptsächlich aufhält. Teppiche sollten vermieden, stattdessen auf glatte, feucht zu wischende Böden ausgewichen werden. Geeignet sind hierfür beispielsweise Laminat- und Holzböden.

Beim Hausputz sollten alle glatten Flächen leicht feucht vom Staub befreit werden. Spezielle Luftfilter und ein regelmäßiges Lüften sind ebenfalls sinnvoll zur Reduzierung der allergieauslösenden Stoffe. Auch moderne Staubsauger sind inzwischen häufig mit entsprechenden Allergiefiltern ausgestattet.
Für den Schlafbereich empfiehlt sich darüber hinaus der Wechsel auf Allergiker-Bettwaren oder entsprechende Hüllen, die das Eindringen von Allergenen und Milben in Kissen und Matratze verhindern. Mittels dieser Maßnahmen kann häufig bereits eine deutliche Linderung der Beschwerden herbeigeführt werden. Sollten diese nicht ausreichen, ist jedoch der Gang zum Facharzt unausweichlich, damit gegebenenfalls über eine Hyposensibilisierung nachgedacht werden kann.

Etagenwechsel und Kreuzallergien

Jede Allergie ist eine Störung im Immunsystem des Körpers. Der Körper reagiert überempfindlich auf vermeintliche Eindringlinge, die zwar im Grunde Abfallstoffe, aber keine „lebenden“ Schädlinge sind, wie es beispielsweise bei Bakterien oder Viren der Fall wäre. Wird eine solche Allergie nur in ihren Symptomen unterdrückt, jedoch nicht in ihrer Ursache behandelt, kann ein so genannter Etagenwechsel stattfinden. So bezeichnen Mediziner den Wandel einer Erkrankung zu einer anderen – im Fall von Allergien kann der allergische Schnupfen beispielsweise zu Asthma führen. Auch Kreuzallergien sind möglich: Viele Allergiker der Hausstaubmilbe reagieren auch auf Meeresfrüchte, da der Aufbau des Eiweißes im Kot der Hausstaubmilbe mit dem von Meeresfrüchten vergleichbar ist. Solche Kreuzallergien sollten ebenfalls von einem Facharzt abgeklärt und entsprechend behandelt werden.

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