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Der Garten als Apotheke – Heilpflanzen und ihre Wirkung

Viele Kräuter, Gemüse, sogar Blumen bergen in sich hochwirksame Heilstoffe, die unsere Urahnen mit der größten Selbstverständlichkeit für ihre Zwecke nutzten. In unseren modernen Zeiten ist das Wissen darum fast verlorengegangen, die Pflanzenheilkunde gelangt erst seit einigen Jahren wieder zu Beachtung und Anerkennung. Das Gärtnern an sich wird ja oft schon als erholsam und regenerierend empfunden, unter dem Aspekt der Arznei-Wirkung betrachtet man seinen Hausgarten jedoch plötzlich mit ganz anderen Augen.

Gutes aus Baum, Strauch und Hecke

Lindenblütenduft ist fast jedem bekannt, und viele empfinden allein schon diesen als beruhigend. Streut man frische Lindenblüten ins Badewasser, stellt sich wohltuende Entspannung ein; ein Tee aus den Blüten lindert Stress, kuriert Erkältungen und beruhigt überaktive Kinder. Magnolien sind ebenfalls berühmt für ihren Duft und die prächtige Erscheinung. Kaum jemand weiß, dass die Feuchte frischer Blütenblätter selbst empfindlichste Haut beim Auflegen sofort beruhigt und regeneriert. Die Hagebuttenfrüchte der Buschrosen sind ein beliebter Grundstoff für Tee. Sie wirken Wunder bei Blasenentzündung. Auch der unscheinbare Rosmarin entfaltet seine volle Wirkung schnell im heißen Badewasser und wirkt erfrischend und muskelentspannend. Ein paar Zweige im Gesichtsdampfbad verbessern das Hautbild.

Heilkräuter

Heilkräuter @iStockphoto/Robert Pears

Heilung aus Blüten, Kräutern und Früchten

Sie stehen in fast jedem Garten – hübsche kleine Veilchen. Wer hätte gedacht, dass ein Tee aus den Blütenköpfen bei Schlaflosigkeit hilft und dass eine Packung aus Blüten und Blättern die beim Stillen vielleicht arg strapazierten Brustwarzen heilt. Karotten sind wahre Alleskönner, sie wirken antiseptisch, verdauungsanregend, hautregenerierend – man muss sie einfach nur essen! Frische Erdbeeren helfen gegen Plaque, ein Blättertee wirkt harntreibend. Auch Liebstöckel lässt sich vielseitig einsetzen, ein Aufguss senkt Fieber, löst Krämpfe und Koliken. In Suppen wirkt er appetitanregend, frische Blätter im Schuh erfrischen tatsächlich müde Wanderfüße. Salbei lindert im Handumdrehen Zahnfleischentzündungen. Frische oder getrocknete Blätter werden mit kochendem Wasser zu einer hochwirksamen Gurgeltinktur, die man jedoch nicht schlucken sollte.

Zu guter Letzt

Auch wenn pflanzliche Wirkstoffe an sich ja rein natürlich sind, können sie unter Umständen mehr Schaden anrichten, als man glaubt. Gerade in Wechselwirkung mit verschriebenen Medikamenten kann es zu unerwünschten Nebeneffekten kommen, es empfiehlt sich daher unbedingt, vorher fachlichen Rat beim Heilpraktiker einzuholen. Dies gilt auch für die Anwendung bei Kindern, in der Schwangerschaft oder bei Allergien. Pflanzen von Straßenrändern oder ähnlich umweltbelasteten Stellen sollten grundsätzlich nicht verwendet werden, ebenso wie unbekannte Kräuter; geschützte Arten dürfen nicht gesammelt werden. Wer ganz sicher gehen will, kann viele Substanzen und Essenzen auch einfach in seiner Apotheke bestellen.

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