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Der Steingarten – Anlage und Pflege

Viele Gärtner halten ihn für unverzichtbar, und zahlreiche Vorgärten profitieren von seiner speziellen Anmut – die Rede ist vom Steingarten. Seine Fläche wird dominiert von zahlreichen Steinen, Kieseln und Schotterflächen, zwischen denen Gebirgspflanzen und trockenheitsresistente Gewächse den Betrachter bezaubern. Nur ist es mit ein, zwei Findlingen und einigen Steinkrautstauden nicht getan – ohne Planung und Geschick bleibt es wohl bei einer begrünten Geröllhalde.

Wer hats erfunden?

So richtig populär wurden Steingärten erst mit Beginn des 20. Jahrhunderts, doch ihr Ursprung liegt in den ersten japanischen Landschaftsparks, wo Steine nach strengen Regeln in die künstlichen Gartenlandschaften integriert wurden. Im 18. Jahrhundert kamen bei vermögenden Engländern dann die sogenannten „Rock Gardens“ in Mode, und die Begeisterung für Alpenveilchen brachte schließlich den Durchbruch für alpine Pflanzen aller Art und ihre spezifische Umgebung.

Steingarten

Steingarten @iStockphoto/BasieB

Voraussetzungen

Der perfekte Steingarten schmiegt sich an einen sanften Abhang mit südlicher oder südwestlicher Ausrichtung. Durch das Umschichten von Erdmassen erzielt man eine reizvolle „Berg- und Tal- Optik“, zwischen der sich Trittsteine unauffällig platzieren lassen. Besonders wichtig ist eine gute Drainageschicht, da der Boden sonst bei Regengüssen verschlammt und der Wurzelraum ausgehöhlt wird. Sandige Grundflächen, die von Kieseln bedeckt werden, bieten optimale Voraussetzungen. Befinden sich eventuell Reste von Mauern im Garten, lassen diese sich wirkungsvoll mit einbeziehen, ebenso wie bereits vorhandene Treppchen oder Stufen.

Ganz zufällig oder streng nach Plan?

Die Steine sollten sich nicht als Accessoire zwischen den Pflanzen verlieren. Daher empfehlen sich Gruppierungen aus mehreren Steinen verschiedener Größe, die sich in aufgelockerter Form über die Fläche ziehen. Am schönsten wirken zufällige Anordnungen – wer sich dem Zwang geometrischer Muster unterwirft, ist wegen der natürlich-unregelmäßigen Formen zwangsläufig zum Scheitern verurteilt, es sei denn man gibt Pflastersteinen den Vorzug. Die Auswahl der Pflanzen dagegen will wohl durchdacht und strukturiert sein. Flache Bodendecker verlieren ihre charmante Ausstrahlung komplett, wenn man sie in vielen kleinen Einzelbüscheln pflanzt; Hochstämmchen verdienen einen Platz als Blickfang, strauchige Hecken gehören höchstens in den Randbereich. Pflanzteppiche mit fließende Farbverläufen Ton in Ton schmeicheln dem Auge, sehen aber völlig „zerrupft“ aus, wenn die Pflanzen nicht gleichzeitig blühen oder stellenweise eben nicht gedeihen. Erstrebenswert ist eine Mischung von Gewächsen, die insgesamt einen sehr langen Blütezeitraum abdecken. So ergeben sich immer neue, schöne Anblicke und der Garten ist nicht plötzlich mit einem Mal verblüht. Besonders beliebt sind Grasnelken, Alpenastern, Thymian, kleine Glockenblumen, Enziane und Steinbrechpflanzen.

Wächst da was?

Speziell im Steingarten ist es höchst ratsam, die bepflanzten Stellen mit Schildchen zu markieren. Viele wunderschöne Pflanzen sehen anfangs wirklich aus wie Unkraut und werden nicht selten versehentlich ausgejätet. Trittsteine mit maximal 1 Meter Abstand erleichtern die Zugänglichkeit. Steingartenpflanzen sind zumeist genügsam und benötigen wenig Pflege, abgestorbene und verblühte Pflanzenteile sollten jedoch regelmäßig entfernt werden.

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