Skip to main content

Die Frau zwischen Familie und Beruf

Die moderne Frau in unserer Gesellschaft hat es geschafft, sich einen festen Platz im Erwerbs­sektor zu sichern. Viele positive Entwicklungen hat es im Berufsleben für Frauen gegeben – im Vergleich zu den klassischen Hausfrauen der Nachkriegszeit. Die Chancen, auch eine Karriere anzustreben und zu erreichen, sind denen von Männern fast vergleichbar geworden. Sie errangen das Recht, sich genauso wie ihre Partner beruflich selbst zu verwirk­lichen und Geld zu verdienen. Die Aufgabenverteilung um Haushalt und Kinder­erziehung jedoch haben sich nicht in diesem rasanten Tempo verändert und ein Großteil der hier anfallenden Arbeiten bleibt oft in den Händen der Frauen.

Statistiken zeigen, dass mehr als 60 Prozent der Frauen mit noch nicht volljährigen Kindern berufstätig sind. Die Hälfte der Frauen ist in Teilzeitjobs beschäftigt. Ein erheblicher Anteil (ein Viertel von ihnen) würde bei einem besseren Angebot der Kinderbetreuung noch mehr arbei­ten gehen. So unterschiedlich die Beweggründe sein mögen, viele Frauen wollen oder können auf ihr Einkommen nicht verzichten. Damit aber stieg auch die Doppelbelastung von Fami­lien­­aufgaben und Erwerbstätigkeit.

Gesellschaftliche Anpassungen

Die beruflichen Chancen für Frauen haben durchaus zu Anpassungen im Bildungssystem und öffentlichen Einrichtungen geführt. Die Bildungschancen für österreichische Frauen sind denen der Männer ebenbürtig. Mittlerweile erlangen mehr Mädchen als Jungen die Hochschulreife und es gab einen deutlichen Anstieg des Frauenanteils an Universitäten. Die Chancen der Gleichberechtigung sinken aber drastisch zum Zeitpunkt des Wiederein­stiegs der Frauen nach dem Erziehungsurlaub. Österreicherinnen entscheiden sich oft für eine lange Karenzzeit, während der sich der Wert ihrer Qualifikationen ver­ringert. Gerade hochqualifizierte Frauen finden nur sehr selten eine Teilzeitstelle in ihrem Sektor und werden dann unter ihrem Qualifikationsniveau eingestellt.

Neue Modelle, wie arbeitstätige Mütter im Betrieb unterstützt und entlastet werden können, finden langsam ihren Zugang aus dem anglo­amerikanischen Kulturkreis in den europäischen Raum. Kinderbetreuungseinrichtungen bieten zunehmend längere Öffnungszeiten an, die den Arbeits­­zeiten der Frauen besser entsprechen. Solche positiven Veränderungen sind allerdings bisher nur vereinzelt anzutreffen und werden auch in Zukunft nicht für alle beruf­lichen Bereiche möglich sein. Weiterhin sind es die Frauen, die die Strukturschwäche in Sachen Kinderfreundlichkeit ausgleichen müssen. Der schwierige Balanceakt, Beruf, Kinder­erziehung, Haushalt und Freizeit zu vereinbaren, wird auch zukünftig auf den Schultern der Frauen lasten.

Frau und Beruf

Frau und Beruf @iStockphoto/diego cervo

Auswirkungen der Berufstätigkeit

Zu den Folgen für die Frauen selbst zählt oft ein enormer Erfolgsdruck. Sich beiden Aufgaben­ge­bieten, Familie und Beruf, ganz zu widmen und noch Zeit für sich selbst zu finden um zu entspannen und sich zu entfalten ist unmöglich. Wie nun die Frauen damit umgehen, hängt von ihren Ansprüchen ab. Verlierer sind leider allzu oft die Kinder, wenn die Karriere oder das Geldverdienen eine höhere Priorität einnehmen.

Auf der Suche nach Lösungen für das Dilemma, zu wenig Zeit und Energie für alle Bereiche aufbringen zu können, ist guter Rat teuer. Frauen sehen sich gezwungen, als Supermanager ihres eigenen Lebens mit Hilfe von Organisationsmethoden, Zeitmanagement und durch das Einschränken der eigenen Bedürfnisse aufzutreten.
Die Vision von m ehr Gleichberechtigung

Die Gleichberechtigung von Mann und Frau hat zwar große Fortschritte im Berufsleben erzielt, doch auf dem Gebiet der Haushaltsführung und Kindererziehung wurden weniger Meilen­steine erreicht. Das Ideal eines Familienvaters, der seinen Anteil an den familiären Pflichten erfüllt, ist in der heutigen Situation oft noch nicht annähernd erreicht. Die daraus resultierenden Probleme sind überlastete und von Schuldgefühlen geplagte Mütter, die gleichzeitig gestresste und unzufriedene, berufstätige Frauen sind, die sich Veränderungen wünschen. Der Kampf um Gleichberechtigung ist noch lange nicht beendet und erfordert das Zusammen­wirken von betrieblichen Spielräumen, staatlichen Interventionen und privaten Initiativen.

Top Artikel in Mamis