Skip to main content

Die Macht der Düfte

Ein häufig unterschätzter Sinn des Menschen ist der Geruchssinn. Vielfältige Informationen nimmt der Mensch Tag für Tag über die Sinneszellen der Nase wahr, ohne ihnen viel Aufmerksamkeit zu schenken. Interessanterweise soll sogar die Partnerwahl vom Duft beeinflusst werden, wie zahlreiche Forschungen inzwischen belegen, da jeder Mensch einen ihm ganz eigenen Duft ausströmt. Wir können „jemanden gut riechen“ oder auch nicht und rümpfen zumeist unbewusst die Nase, wenn uns etwas nicht gefällt oder gar abstößt. In der Tierwelt sind Düfte ein wichtiger Aspekt zur Orientierung und zur Kontaktaufnahme. Blumen locken mit Düften Insekten an, zahlreiche Tiere markieren mit ihren Duftstoffen ihre Reviere.

Der Mensch hingegen bringt mit einem Duft zahlreiche Assoziationen und Gefühle in Verbindung. Man denke nur an den Duft von Weihnachtsplätzchen, den die meisten Menschen direkt mit einem Gefühl von Gemütlichkeit verbinden. Im Wellnessbereich lassen wir ätherische Öle unsere Entspannung fördern und erhöhen das Wohlbefinden zu Hause mit Lufterfrischern und Duftkerzen.

Ein Duft je nach Gelegenheit

Auch im Bereich von Mode und Pflege spielen Düfte für viele Menschen eine besondere Rolle. Kaum eine Frau und zahlreiche Männer gehen heute ohne ein entsprechendes Parfum oder Duftwässerchen mehr vor die Türe. Je nach persönlichem Empfinden und Auswahl bestimmt die Spontanität den tagesaktuellen Duft, passend zu Typ und momentaner Stimmungslage.

Zumeist unbewusst wird das soziale Miteinander ein wichtiger Aspekt in der Wahl: Die Düfte sollen sinnlich oder leidenschaftlich, sportlich, erfrischend oder einfach stilvoll sein. In jedem Fall aber möchte man sich selbst gefallen und dem Gegenüber „dufte“ rüberkommen. Der persönliche Geschmack entscheidet über die Wahl von blumig bis frisch, fruchtig bis würzig, orientalisch bis herb.
Bei der Wahl des richtigen Duftes sollte man sich Zeit lassen. Jedes Duftwässerchen besitzt ein „Eigenleben“ und riecht auf der Haut von zwei verschiedenen Personen unterschiedlich. Auch muss häufig erst der alkoholische Anteil verfliegen und sich der Duft des Parfüms entfalten, bevor man es wirklich beurteilen kann.

Düfte

Düfte @iStockphoto/adisa

Die Macht der Düfte im Alltag

Selbst in geringsten Konzentrationen reagiert der Mensch auf Duftstoffe. Im Bereich des Handels werden sie dazu benutzt, Konsumenten über die Gefühlsebene anzusprechen. Zahlreiche Studien belegen, dass Menschen lieber und länger in Geschäften verweilen, wenn es dort gut riecht.

Und so duftet es in Bäckereien heutzutage nach frisch gebackenem Brot, selbst wenn die Backstube längst ausgelagert und nur die fertigen Produkte geliefert werden. In Obstabteilungen muss es frisch riechen, damit die Ware auch als frisch wahrgenommen wird. Toilettenartikel werden parfümiert, damit sie die Nase der Konsumenten umschmeicheln und neben Wohlbefinden auch Sauberkeit assoziieren.
In der Herbst- und Winterzeit wird besonders auf die empfindliche Nase der Kundschaft eingegangen. Aromen wie Zimt, Anis und Mandarine vermitteln Gefühle von Geborgenheit und Gemütlichkeit – so ganz anders als außerhalb des Geschäftes die nass-kalten Wetterbedingungen.

Schon lange vor unserer Zeitrechnung kannten die alten Hochkulturen der Ägypter, Römer und Griechen die Bedeutung wohlriechender Essenzen. Düfte waren ein göttliches Geschenk. Und so mischte man aromatische Öle mit wachsartigen Substanzen und Harzen, um sie für die Körperpflege der „Göttlichen Pharaonen“ einzusetzen, bisweilen aber auch für die Verehrung der Götter, die als Rauchopfer wertvolle Harze dargeboten bekamen. Erst der Duft sollte in der Lage sein, die Botschaft der Gebete zu den Göttern zu tragen. Aber auch wenn Düfte heute nicht mehr nur den Erhabenen vorbehalten sind, so sollte man auch heute die Macht eines Duftes nicht unterschätzen.

Top Artikel in Wellness