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Die Schroth-Kur

Der Arzt Johann Schroth schrieb 1829: „In feuchter Wärme gedeiht Holz, Frucht und Wein, selbst Fleisch und Bein!“ Er glaubte auch, dass kranke Tiere bei einer Krankheit weniger essen und trinken würden. Aus dieser Erkenntnis heraus soll er die nach ihm benannte Kur begründet haben.

Eine Schrothkur ist keine Diät im eigentlichen Sinne. Sie ist weitergehend und eigentlich eine ganzheitliche Anwendung für den gesamten Körper, dessen Entgiftung das Ziel sein soll. Die dabei entstehende Gewichtsabnahme ist mehr ein positiver Nebeneffekt. Menschen mit den unterschiedlichsten Leiden setzen auf eine Schrothkur, die zwischenzeitlich zu einem anerkannten Naturheilverfahren geworden ist. Ein Zentrum für solche Kuren ist das Allgäu, das mit seiner Landschaft und seinem Klima unterstützend wirkt.

Von Magen-Darm-Erkrankungen über Hauterkrankungen bis zu Beschwerden in den Wechseljahren – die Schrothkur ist eine multifunktionale Therapie, die mindestens zwei, besser aber drei Wochen andauern sollte.

Doch sie ist nicht unumstritten, wird sogar als nicht ungefährlich eingestuft. Aber der große Zuspruch bei den Anbietern zeigt, dass viele Menschen den Anwendungen vertrauen. Sie glauben, dass durch tägliche Schwitzpackungen, durch Trink- und Trockentage, der entsprechenden Ernährung und durch ausgedehnte Ruhephasen Körper und Geist neu belebt werden. Die Ernährung spielt eine große Rolle: salzlos, fettlos, eiweißarm. Überwiegend isst man Reisbrei, Grießbrei und Haferbrei. Ebenso gehört gekochtes Gemüse, aber auch gekochtes Obst dazu. Trockene Brötchen ergänzen das nicht gerade üppige Nahrungsangebot.

Die Trink- und Trockentage sind genau geplant: Es gibt es drei Trockentage, mit weniger als einem halben Liter Flüssigkeit, dies soll vor allem Weißwein sein. Die Trinktage unterteilen sich in zwei kleine und zwei große. Am gewöhnungsbedürftigsten sind wohl Dunstwickel. Vor dem Schlafengehen wird der ganze Körper in feuchtkalte Tücher gepackt wird, die nur durch Wärmflaschen etwas mehr Wohlbefinden bringen. Mit dieser Methode sollen Stoffwechsel und Durchblutung angeregt werden.

Trinktag

Trinktag ©iStockphoto/dolgachov

Zwischenzeitlich haben auch Anhänger der Schrothkur erkannt, dass nicht alles aus dem Jahre 1829 den heutigen Erkenntnissen entspricht. Deshalb gibt es auch leicht veränderte Kuren. Mischkost soll das Zauberwort heißen. 1500 Kalorien täglich sollen eine schnelle Wiederzunahme des Gewichts verhindern, auch die Flüssigkeitsmenge an Trockentagen wurde erhöht. Außerdem wurde die Flüssigkeitszufuhr an den Trockentagen erhöht und die Alkoholmenge wesentlich reduziert. Dies soll die Entwässerung des Körpers positiver beeinflussen.

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