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Diskimplantate

Viele Patienten wünschen sich Implantate, doch nicht immer können diese auch eingesetzt werden. Meist ist der Knochenabbau schuld daran, der Kieferknochen bildet sich nämlich zurück, wenn kein „echter“ Zahn mehr gehalten werden muss. Zwar sind herkömmliche Implantate trotzdem möglich, doch hier muss der Knochen zunächst einmal aufgebaut werden. Es sind also Maßnahmen erforderlich, die zu einer längeren Behandlungszeit führen und ein Risiko ist nicht auszuschließen. Lassen Sie sich von Ihrem Zahnarzt gut aufklären, wie der Knochen aufgebaut werden soll. Ihr Arzt weiß genau, welche Maßnahmen jetzt ergriffen werden müssen, er kennt schließlich Ihren „Mund“ genau und wird Ihnen „hoffentlich“ das Richtige empfehlen. Doch es besteht auch die Möglichkeit Disk-Implantate einzusetzen, mit ihnen kann auf den Knochenaufbau verzichtet werden. Diese Implantate spielen zwar nur eine Außenseiterrolle, dennoch sollten Sie diese Möglichkeit nicht ganz außer Acht lassen. Sprechen Sie Ihren Zahnarzt ruhig mal an, denn mit Disk-Implantaten können Sie innerhalb weniger Tage mit festsitzendem Zahnersatz versorgt werden.

Form und Einsatz!

Ein „normales“ Zahn-Implantat wird mittels Schrauben in den Kieferknochen eingepflanzt. Die Form eines Disk-Implantates ähnelt jedoch mehr einem Zylinder. Hier wird die breite Basis genutzt und das ausgedehnte Stützfundament erlaubt es, dass das Implantat auch bei geringer Knochenhöhe genutzt werden kann. Dieses Implantat wird seitlich in den Kieferknochen eingebracht und fest verankert. Laut Herstellerfirma kann dieses Implantat schon nach kurzer Zeit belastet werden.

Die Behandlung

Die Vorbereitungen unterscheiden sich von einer Behandlung mit „normalen“ Implantaten nicht. Auch hier müssen Sie Röntgenaufnahmen über sich ergehen lassen und es wird ein Modell der Zähne und des Kiefers erstellt. Vor dem Eingriff selbst brauchen Sie sich nicht zu fürchten, er wird durch eine örtliche Betäubung nahezu schmerzfrei ablaufen. Sie erhalten natürlich ein Provisorium, Sie müssen keinen Tag ohne Zähne verbringen. Auch der Wundschmerz hält sich in Grenzen, Sie können davon ausgehen, dass es nicht mehr weh tut, als wäre Ihnen ein Zahn gezogen worden. Mit handelsüblichen Schmerzmitteln ist das schnell behoben, Sie können praktisch Ihrer Arbeit wieder nachgehen und Ihre „Zahnschmerzen“ werden Sie kaum mehr spüren.

Die Wundheilung ist nach 1 – 2 Wochen abgeschlossen. Nun kann der Zahnarzt die OP-Fäden entfernen und die Abformung vornehmen. Nach weiteren 2 Wochen kann schon die erste ‚“Anprobe“ stattfinden. Natürlich kann der Patient Form und Farbe aussuchen und die Zahnstellung selbst bestimmen. Ein Wachsmodell ist hier eine wertvolle Hilfe, Sie können so entscheiden ob alles passt. Schließlich wird das mal Ihr Gebiss und Sie müssen damit glücklich und zufrieden sein.

Nach einer abschließenden „Anprobe“ wird das fertige Zahn-Implantat dann eingesetzt. Selbstverständlich müssen Sie noch öfter zu Ihrem Zahnarzt, denn die Nachsorge ist das Wichtigste. Bei mehreren Kontroll-Sitzungen wird festgestellt, ob der Biss passt oder ob er nachträglich reguliert werden muss. In aller Regel beträgt die Behandlungsdauer 6 – 8 Wochen, in dieser Zeit sollte das Disk-Implantat korrekt sitzen. Jetzt haben Sie kein „Fremdgefühl“ mehr im Mund, das Essen und Sprechen sollte funktionieren wie vorher. Allerdings sollten Sie eine komplette Nachsorge betreiben, Ihr Zahnarzt wird sich bei jeden Arztbesuch die Implantate genau ansehen und jede Veränderung in Ihrem Kiefer sofort bemerken.

Diskimplantate

Diskimplantate @iStockphoto/Alexander Gatsenko

Vor- und Nachteile

Wie bereits beschrieben, funktionieren die Disk-Implantate ohne Gewinde. Sie erleben quasi nur einen kleinen Schnitt im verbliebenen Knochen, in den dann ein T-Stück eingesetzt wird. Dadurch hat das Implantat eine relativ große Auflagefläche, also den Querbalken des „T“. Sehr von Vorteil ist auch, dass eine aufwendige Knochentransplantation ausbleibt. Dies ist der Fall, wenn ein Schrauben-Implantat gesetzt werden soll und Ihr Kieferknochen einfach für diese Behandlung ungeeignet ist. Knochentransplantationen werden zwar unter Vollnarkose vorgenommen, aber sie sind nicht ganz ohne. Diese Prozedur ist bei Disk-Implantaten nicht notwendig, sie sind eine gute Alternative, wenn Ihr Knochen schon weit zurückgegangen ist und ein „normales“ Implantat einfach nicht mehr gehalten werden kann.

Allerdings gibt es auch hier Nachteile, die nicht unterschätzt werden dürfen. Erfahrungen zeigen, dass eine OP mit Disk-Implantaten nicht immer gut gehen muss. Es kann zu Abstoßungsreaktionen kommen und das Implantat muss vom Zahnarzt mühevoll entfernt werden. Möglicherweise sind Schäden am Kieferknochen zurückgeblieben, auch diese muss der Zahnarzt sehr genau ergründen und selbstverständlich behandeln. Zahnärzte stehen dieser Methode eher skeptisch gegenüber, zu groß sind die Gefahren einer Abstoßung und zu groß ist auch der Aufwand, um das Implantat wieder zu entfernen. In unseren Nachbarländern, wie etwa in Österreich und in Frankreich, gehört der Umgang mit Disk-Implantaten zu jeder Ausbildung dazu, aber in Deutschland braucht es schon einen Spezialisten, der diese Implantate auch einsetzen kann.

Den richtigen Zahnarzt finden

Allerdings gibt es genügend Spezialisten, die den Umgang mit Disk-Implantaten perfekt beherrschen. Nicht jeder Zahnarzt, der zwar Implantate setzt, ist auch in der Lage diese speziellen Implantate einzubringen. In manchen Gegenden wird es gar nicht leicht sein, einen entsprechenden Spezialisten zu finden. Hier ist der Qualifikationsnachweis nicht einheitlich geregelt, Sie sollten einen „Facharzt für Oralchirurgie“ aufsuchen. Hier können Sie Vertrauen haben, denn der Zahnarzt hat bestimmt eine Weiterbildung absolviert und diese auch erfolgreich abgeschlossen.

Im Ausland wird es schon schwieriger, denn hier ist ein kompetenter Arzt für Ihre Implantate nicht so leicht zu finden. Zwar sind die Behandlungskosten in Polen oder in Ungarn wesentlich billiger, aber Sie dürfen an die Ästhetik und die Funktionalität keine allzu großen Ansprüche stellen. Sie sollten auch die Nachsorge geregelt haben, nicht jeder Zahnarzt in Ihrer Nähe ist bereit dazu. Implantate sind immer eine schwierige OP, die eigentlich wirklich nur in Deutschland vorgenommen werden sollte. Sie müssen alle Punkte vor Antritt der Reise beleuchten, nicht immer ist eine Behandlung und der nötige Zahnersatz im Ausland billiger. Gerade Disk-Implantate sollten Sie sich in der Heimat setzen lassen und zwar von einem Experten, der sich wirklich damit auskennt.

Die Kosten

Wie bei allen Implantaten müssen Sie auch hier die Kosten selbst tragen. Der Betrag kann mehrere Tausend Euro betragen, je nachdem wie aufwendig die Behandlung ausfällt. Von der Krankenkasse erhalten Sie nur einen kleinen Zuschuss, den „Mammutanteil“ müssen Sie selbst bezahlen. Sie sollten deshalb ruhig mal über eine Zahnzusatzversicherung nachdenken, je nach abgeschlossenem Vertrag übernehmen die Versicherung einen großen Teil der Kosten. Machen Sie sich aber vorher schlau, es gibt Wartezeiten und verschiedene Verträge. Sie sollten also schon sicherstellen, dass eine Behandlung mit Disk-Implantaten auch übernommen wird, sicher möchten Sie keine böse Überraschung erleben.

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