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Ein Albtraum: Das kleine, gemeine Eisbein

In wie vielen Schlafzimmern wiederholt sich wohl folgende Szene Abend für Abend, zumindest an kalten Herbsttagen und im Winter: Er: Kommst du auch bald ins Bett? Sie: Gib mir noch fünf Minuten, ich muss mich noch Abschminken. Zehn Minuten später steigt die Frau ins gemeinsame Bett, wo der Mann inzwischen in einen Dämmer­schlaf gefallen ist. Ihre Decke raschelt, als sie sich auf ihrer Hälfte einkuschelt. Sie rückt das Kopf­kissen zurecht, sucht sich eine bequeme Stellung. Nach wenigen Sekunden dreht sie sich wieder um, die Decke raschelt erneut und ihre Füße tasten sich auf die andere Betthälfte vor.

Sie denken jetzt, es erfolgt ein erotischer Überfall? Weit gefehlt. Der Mann fährt zusammen, als ihm zwei eiskalte Füße zwischen seine Unterschenkel gesteckt werden, die nun langsam anfangen aufzu­tauen. Natürlich ist diese beinahe allnächtliche Begebenheit in der kalten Jahreszeit kein schönes Er­lebnis für ihn, doch er teilt sein Schicksal mit sehr vielen Partnern. Etwa 20 Prozent aller Frauen leiden unter kalten Füßen, oft auch kalten Händen. Wer sich schon mit unangenehm kalten Extre­mi­täten herum­ärgern muss, hat zudem oft auch eine kalte Nase. Die geringe Nasentemperatur mag bei Hunden ihre gute Gesundheit anzeigen, wir Menschen allerdings haben einen uralten Schutzmechanismus in die Nase eingebaut. Ist sie kalt, könnte es zu Erfrierungen im Schlaf kommen. Sie aber warnt und lässt uns deswegen nicht einschlafen.

Wer ständig unter kalten Füßen leidet, sollte seinen Hausarzt befragen, denn manchmal können sich ernsthafte Erkrankungen dahinter verbergen. Schuld am Temperaturabfall sind Durchblutungsstörungen, die viele Ursachen haben können: Gefäßverengungen, Mineralienmangel, Hormonschwankungen, Stress, Nervenschäden oder Diabetes sind nur einige davon.

Eisbein

Eisbein @iStockphoto/nolimitpictures

Heiße Tipps gegen kalte Extremitäten

Wenn keine ernsthafte Erkrankung hinter den eisigen Füßen steckt, können Sie auf altbewährte Hausmittel zurückgreifen, die schon Großmutter (und Großvater) geholfen haben. Bringen sie ihren Kreis­lauf auf Trab, denn der ist für die Blutzirkulation und damit auch für die Durchblutung der Extremi­täten verantwortlich. Versuchen sie regelmäßig in die Sauna zu gehen und in kalten Wasserbecken wie ein Storch zu laufen. Kneipp hat mit dieser Methode schon viele Beine in Schwung gebracht.

Für kurzfristige Abhilfe führen sie die Wärme von außen zu. In jeder Apotheke gibt es Senfmehl zu kaufen, was ein wärmendes Senf-Fußbad ergibt. Dafür geben sie zwei bis drei Esslöffel Senfmehl in einen Eimer oder eine Schüssel, gießen es mit warmem Wasser auf, sodass im Endeffekt mindestens ihre Knöchel bedeckt sind. Es schadet nichts, das Wasser auch bis Kniehöhe aufzufüllen. Ihre Füße werden warm und rot werden. An dieser Stelle verlassen Sie das Fußbad, gießen kaltes Wasser über die Waden, trocknen ihre Füße gut ab und kuscheln sich in ihr Bett. Doch Achtung: Senf ist eine scharfe Angelegenheit. Wenn sie zu empfindlicher Haut neigen, sollten sie mit weniger Pulver starten und einen Testlauf einlegen. Die enthaltenen ätherischen Öle könnten für sie zu heftig wirken.
Versuchen können sie es auch mit der guten, alten Wärmflasche. Oder vielleicht finden sie noch ganz hinten in ihrem Sockenfach ein Paar Wollsocken, die sie im Bett überziehen können. Keine Sorge, wenn nicht: Alte Handwerke erleben gerade eine Renaissance und auf dem nächsten Mittelaltermarkt haben sie die Chance, Schafwollsocken (oder die Wolle und ein paar Stricknadeln) zu erwerben. Nehmen sie Abstand von Baumwolle, die saugt sich mit Feuchtigkeit voll und verdunstet sie, was zur Kühlung führt.

Am Abend können sie einen Tee, der aus frischem Ingwer gebrüht wird, trinken. Der bringt mit seiner Schärfe auch einen Heizeffekt von innen. Zudem wirkt Ingwer stärkend auf das Immunsystem. Vielleicht wird der nächste Angriff im Bett dann einer mit heißen Füßen?

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