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Ein Lächeln – Freude, Humor und Spott in einem

Say cheese…, Bitte lächeln! – es gibt in jeder Sprache eine Redewendung, mit der Fotografen versuchen, auf die Gesichter ihrer Motive ein Lächeln zu zaubern. Schließlich ist es doch eine der wichtigsten Ausdrucksformen, über die wir Emotionen und Gefühle unserer Umgebung mitteilen. Dabei besteht ein Lächeln nicht nur aus dem Anheben der Mundwinkel. Es sind verschiedene Gesichtsmuskeln daran beteiligt, unter anderem auch im Bereich der Augen. Erst aufgrund dieser Kombination gewinnt dieser bedeutsame Gesichtsausdruck an echter Bedeutung.

Im Gegensatz zu vielen anderen Verhaltensweisen wie etwa dem Begrüßen mit einem Handschlag muss das Lächeln selbst nicht erlernt werden. Es ist eine Reaktion auf Einflüsse, die Kindern bereits in die Wiege gelegt wird. Und das unabhängig davon, in welchem Kulturkreis die Kinder aufwachsen. Wer jetzt allerdings denkt, dass ein Lächeln den Menschen einzigartig macht, irrt sich gewaltig. Auch im Tierreich tauchen nach oben gezogene Mundwinkel immer wieder auf und können gerade bei Primaten oft beobachtet werden. Steht man aber einem Menschenaffen gegenüber, ist dies kein positives Signal. Ganz im Gegenteil deutet das Entblößen der Zähne doch auf eine aggressive Haltung hin. Ganz anders beim Menschen: Hier soll ein Lächeln vor allem Freude, Zuneigung, Ruhe oder Sanftheit vermitteln.

Zusätzlich lassen sich auch Humor und Witz damit unterstreichen. Allerdings ist auch im menschlichen Miteinander der manipulative Einsatz eines Lächelns möglich, wenn zum Beispiel eine negative Einstellung zum Gegenüber unterdrückt werden soll. Um dieses gestellte Lächeln zu entlarven, bedarf es allerdings einiger Menschenkenntnis, die sich erst nach einigen Lebensjahren einstellt. In den ersten Jahren nach der Geburt ist ein Lächeln aber nur ein Ausdruck von Freude und des Wohlbefindens – sozusagen die reinste Form und durch das Leben noch nicht verfälscht. Wahrscheinlich löst deshalb das Lächeln eines Kindes so starke Emotionen in Erwachsenen aus.

Lächeln

Lächeln @iStockphoto/Scott Griessel

Lächeln, die Allzweckwaffe

Im Alltag kommt das Lächeln in unterschiedlichsten Momenten zum Einsatz. Egal ob willkürlich oder bewusst aufgesetzt, immer ist es eines der wichtigen Kommunikationsmittel zwischen den Angehörigen sozialer Gruppen, die sich begegnen und miteinander auseinandersetzen müssen. Dabei kann gerade die letztgenannte Form, das künstliche Lächeln, früher oder später für Betroffene zur echten Belastung werden. Speziell Dienstleistungsberufe, die zu einem Dauerlächeln zwingen, werden immer wieder von dem Phänomen gestresster und depressiver Angestellter begleitet. Ein Lächeln hat also nicht nur positive Auswirkungen, sondern kann beim „Missbrauch“ sogar zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Dabei gleicht längst nicht jedes Lächeln dem anderen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Mensch mindestens 15 verschiedene Arten kennt. Die Palette reicht von einem Lächeln, das Freude und Erleichterung ausdrückt, über eine Variante für verlegene Situationen bis hin zu einem spöttischen Lächeln, das sich über die Missgeschicke anderer Personen lustig macht. Letzteres geht schnell in ein hämisches Grinsen über, welches von Betroffenen als unangenehm und verletzend empfunden wird. Man sollte also auch bei einem Lächeln darauf achten, wer damit bedacht wird. Dieser Grundsatz gilt vor allem im Ausland, da in den verschiedenen Kulturkreisen ein Lächeln auf unterschiedliche Art und Weise gedeutet werden kann.

Ein Lächeln fasziniert – auch die Wissenschaft

Das perfekte Lächeln – nicht nur eine Frage der Mundwinkel sondern des gesamten Drumherums. Was Menschen im Lauf der Zeit intuitiv im Umgang miteinander lernen, ist längst auch zum Interessengebiet einiger Wissenschaftler geworden, die sich mit dem Phänomen des Lächelns und seinen Auswirkungen auseinandersetzen. Dabei arbeiten nicht nur Psychologen an ausgesuchten Fragestellungen, auch Biochemiker finden beim Zusammenspiel zwischen Lächeln und Hormonen immer Interessantes und Wissenswertes. So haben Mediziner zum Beispiel herausgefunden, dass sich beim Belächelten unterschiedlichste Prozesse abspielen, die je nach Person und Hintergrund deutlich differieren können. Bei Männern lassen sich andere Prozesse im Gehirn nachweisen, wenn sie das Lächeln einer schönen Frau betrachten, als beim Lächeln eines Freundes. Damit trägt das Lächeln nicht nur sichtbar zu unseren Emotionen bei, sondern kann auch komplexe Prozesse in Gang setzen, die wiederum in einer Reaktion münden.

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