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Erdbeeren – eine Sünde wert

Jedes Jahr von neuem ist sie der Bote des Frühsommers: Die Erdbeere. Wenn es die herrlichen süßen Früchtchen wieder auf dem Wochenmarkt zu kaufen gibt und die heimischen Erdbeerfelder wieder zum Sammeln einladen, ist der Sommer im Kommen. Zwar kann man auch unter dem Jahr durchaus in vielen Supermärkten Erdbeeren erwerben – vergleichbar mit dem intensiven Geschmack der heimischen Erdbeeren im Frühsommer sind diese aber nicht – ein Grund, warum man sich auf die tatsächliche Erdbeerenzeit, die etwa im Mai beginnt und im Juli endet, konzentrieren sollte. ´

Der Genuss, den uns die Erdbeere bietet, hat bereits eine lange Tradition. Man nimmt an, dass die Frucht schon lange vor dem Mittelalter auf dem saisonalen natürlichen Speiseplan des Menschen stand. Versuche, Walderdbeeren auf größeren Flächen zu kultivieren, gab es dann im Mittelalter. Walderdbeeren bieten zwar einen ganz besonderen Geschmack, sind leider aber auch sehr klein. Alle Versuche, durch Züchtungen auch ihre Größe zu verändern, schlugen fehl. Die Erdbeeren, die wir heute kennen und schätzen, gehen auf verschiedene Erdbeersorten zurück, die bei Fahrten in die „Neue Welt“ – Amerika – von Franzosen, Engländern und vielen mehr mit nach Europa gebracht wurden. Mittlerweile gibt es weit über 1000 unterschiedliche Sorten der Erdbeere. Die hierzulande so beliebte Gartenerdbeere geht dabei auf eine Kreuzung von amerikanischer Scharlacherdbeere und ebenfalls amerikanischer Chilierdbeere hervor.

Übrigens: War Ihnen bereits bewusst, dass es sich bei Erdbeeren gar nicht um eine Beerenart handelt? Das leckere rote Fruchtfleisch ist ein Trick der Natur, eine sogenannte Scheinfrucht, die Mensch und Tier zum Verzehr anregen soll. Auf was es wirklich ankommt, sind die kleinen Nüsschen, die sich auf der Oberfläche der Frucht befinden – diese sollen lediglich auf Umwegen für die Vermehrung der Pflanze sorgen. Aufgrund dessen, dass jede Erdbeere eine Unmenge dieser kleinen Nüsschen aufweist, wird sie auch zu den Sammelnussfrüchten gezählt – mit Beeren ist sie botanisch nicht verwandt, eher schon mit Hagebutten.

Erdbeere

Erdbeere @iStockphoto/Bochkarev Photography

Was unsere Vorfahren nur ahnen konnten, ist inzwischen wissenschaftlich belegt: Die Erdbeere schmeckt nicht nur einfach lecker, sie ist auch eine wahre Vitaminbombe. Allen voran strotzt die Erdbeere geradezu vor Vitamin C, aber auch Mineralien und Spurenelemente sind in den roten Früchten zu Haufe enthalten. Tipp für werdende Mütter: Erdbeeren sind auch gute Lieferanten für Folsäure, die wichtig für ihr ungeborenes Kind ist. Zu den bioaktiven Substanzen, die sich in den Erdbeeren finden lassen, zählen Ballaststoffe, die die Verdauung ankurbeln und sekundäre Pflanzenstoffe wie etwa Phenolsäuren, die uns vor Krebs schützen.

Natürlich sind Erdbeeren auch genau das Richtige, wenn man einen leckeren Begleiter für eine Diät wünscht: Sie unterbinden durch ihre fruchteigene Süße den Drang, zur Schokolade zu greifen und sind äußerst kalorienarm – 100 Gramm schlagen gerade einmal mit 20 kcal zu Buche. Hier können Sie also mit gutem Gewissen richtig zulangen und sich satt essen.

Ob Diät oder nicht, Erdbeeren sind in der Küche vielseitig einsetzbar. Es muss aber nicht immer der pure Genuss oder der klassische Erdbeerkuchen sein: Balsamico-Erdbeeren, eine Tarte mit Erdbeeren, gefüllte Erdbeeren mit Frischkäse, ein Erdbeershake, Erdbeeromelette mit Pistazien, ja sogar Fleisch- und Fischgerichte mit Erdbeeren sind willkommene Abwechslungen, die für Spannung in der heimischen Küche sorgen: Probieren Sie es einfach aus!

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