Skip to main content

Erste Hilfe bei kindlicher Langeweile – Tipps und Tricks

Mamaaaa! Mir ist sooooooo langweilig! Entweder diese Aussage oder mürrisches Gequengel lassen keine Zweifel aufkommen – hier muss jetzt was passieren. Schnell! Aber was?

Ist Langeweile wertvoll?

Es gibt immer wieder pädagogische Ansätze, die Eltern empfehlen, die Kinder in ihrer Langweile auf sich selbst zu verweisen. Dahinter steht wohl die Hoffnung, dass aus der Unzufriedenheit und momentanen Unterforderung des kindlichen Gehirns plötzlich ein unheimlich kreativer Spiel- oder Beschäftigungseinfall entspringt. Die Realität sieht etwas anders aus. Das liegt nicht etwa daran, dass sich die modernen Kinder von heute nicht mehr selbst beschäftigen können oder einfallslos sind. Genau wie alle Generationen zuvor müssen sie einfach lernen, ihre Zeit aktiv selbst zu gestalten. Das geht – so wie Sprechen lernen, Schlittschuhlaufen, oder Musik verstehen – mit ein wenig Inspiration von außen viel besser. Natürlich sollen Eltern ihren Kindern keine vorgedachten Lösungen präsentieren oder sie bespielen, aber einen kleinen Anstoß kann man schon riskieren. In anderen, frei gewählten still-verträumen Momenten des Nichtstuns genießen Kinder dann wiederum ganz bewusst ihre sogenannte Langeweile, und wehe, jemand stört.

Was machen wir denn nur?

Nachdem der aktuelle Status „Langeweile“ nun offiziell besteht, sollte er wohl behoben werden. Wenn die Zeit es zulässt, spricht ja nichts dagegen, gemeinsam zu basteln, malen, spazieren zu gehen oder Geschichten zu erfinden. Unternehmungen mit den Eltern sind der beliebteste Langeweile-Killer, leider sind sie nur selten als Rettungsanker im Alltag einsetzbar. Oft geht es ja gerade darum, dass die Eltern nicht ausschließlich für ihr Kind da sein können oder wollen. (Kinder nehmen übrigens keinen Schaden, wenn man nicht ständig für sie da ist.) Leider machen viele Dinge allein eben nur halb soviel Spaß. Manche Kinder kann man mit kleine Aufträgen ködern: „Mal doch einmal ein Bild für die Oma!“ „Kannst Du mir eine Schnecke kneten?“ „Willst Du Deine Puppen baden?“ Eine Alternative besteht darin, den Sprössling in die eigene Arbeit mit einzubeziehen. „Ich will einen Kuchen backen, zähl mal die Rosinen!“ Viele Kleinkinder sind schlagartig von ihrer Langeweile befreit, wenn sie mit Töpfen, Holzlöffeln oder Plastedosen hantieren können, während Mama in der Küche werkelt. Größere Mädchen haben vielleicht Spaß an einer Modenschau mit Mamas abgelegten Kleidern, bei der sie (zumindest zeitweilig) in ihrem Zimmer mit neuen Kreationen beschäftigt sind, um sie dann präsentieren. Ganz ohne zwischenzeitliche Mitwirkung der Eltern ist Langeweile nur sehr dürftig zu bewältigen – Kinder, die stundenlang hinter verschlossenen Kinderzimmertüren wundervoll malen, basteln oder spielen, sind eine Illusion. Wichtig ist, die Neugier, Entdeckerlust und Experimentierfreude zu wecken. Warum sollte man nicht einmal Bücher statt Bauklötze stapeln? Lassen Sie ihr Kind doch ein Picknick im Wohnzimmer vorbereiten, oder im Sommer schon einmal einen Weihnachts-Wunschzettel malen/schreiben? Je verrückter der Vorschlag, umso größer die Begeisterung! Notfalls lädt man die Nachbarskinder ein. Dann wird es sicher laut, aber langweilig nicht.

Kindliche Langeweile

Kindliche Langeweile @iStockphoto/matka_Wariatka

Und wir fahrn, fahrn, fahrn…

Auch lange Auto-, Bus- oder Bahnfahrten können ziemlich langweilig sein. Hier allerdings können Sie aktiv dagegen angehen – es sei denn, Sie sind der Fahrer. Kramen Sie einmal in Ihrem Gedächtnis oder Büchern nach alten Abzählreimen, Fingerspielen oder Nonsensliedern. Oder erzählen Sie Geschichten aus ihrer Kindheit. Texten Sie bekannte Melodien um, spinnen Sie gemeinsam wilde Märchen. Und ene, mene meck – ist die Langeweile weg!

Top Artikel in Mamis