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Essbare Blüten

Mit dem Frühling beginnt die Landschaft endlich wieder zu leuchten. Das Grau-Braun des ausgehenden Winters weicht dem zarten Grün des jungen Grases und der Farbigkeit der ersten Frühlingsblüten. Ihr Aussehen ist ein Genuss für die Augen, ihr Duft ein Genuss für die Nase und ihr Geschmack, auch wenn das kaum noch jemand in Erinnerung hat, ist eine Freude für den Gaumen. Nur in der hohen Kochschule gelangen essbare Blüten wie das Veilchen inzwischen wieder häufiger auf den Tisch. Und das nicht nur als Dekoration.

In einer Zeit, die als sehr rückständig gilt, nämlich dem Mittelalter, gehörten Blüten regulär zum Speiseplan. Rezepte aus dieser Zeit verzeichnen den Einsatz von Blüten häufig, zum Beispiel in Salaten oder Süßspeisen. Mit duftenden Blüten wurden Essig, Wein oder Öl aromatisiert und in der höheren Gesellschaft wurden kandierte Blüten von Orangen, Nelken oder auch Rosen verzehrt.

Heute muss man beachten, dass in der Natur gepflückte Blüten auch wirklich natürlich sein sollten, das heißt nicht durch Autoabgase (an Straßen) oder Pflanzenschutzmittel (auf Äckern) verunreinigt wurden. Solche Gefahren gab es im Mittelalter nicht. Aufgrund ihrer extrem kurzen Haltbarkeit können Blüten damals wie heute nur frisch verzehrt werden, sie werden deshalb nur in wenigen spezialisierten Geschäften angeboten.

Blüten

Blüten @iStockphoto/gabriela schaufelberger

Idealerweise zieht man die entsprechenden Pflanzen natürlich selbst, dann kann man sicher sein, dass sie keine unerwünschten Bestandteile enthalten. Im eigenen Garten oder auf der Fensterbank kann man ihr Gedeihen beobachten. Dazu braucht es kein spezielles Vorwissen, denn im Handel sind Samenmischungen für die Ernte von essbaren Blüten problemlos erhältlich. Enthalten ist dann meist Borretsch. Diese zunächst zart rosa blühende Pflanze schmeckt besonders gut zu Gurkensalat. Geerntet werden die Blüten, wenn sie in leuchtendem Blau strahlen. Kapuzinerkresse ist mit ihrer scharf-würzigen Note eine hervorragende Zutat für frische Salate und wird auch häufig zur Dekoration des Tellerrandes verwendet. Die Farbe der Blüten schwankt zwischen goldgelb, orange und tiefrot. Auch die Knospen der Kapuzinerkresse sind essbar und werden häufig als „falsche Kapern“ eingelegt.

Essbar sind ebenfalls die Blüten des Löwenzahns, insbesondere wenn man sie zu einem Sirup verarbeitet, der als Ersatz für Honig oder Nutella den Frühstückstisch bereichert. Sogar Gänseblümchenblüten sind verzehrbar werden jedoch insbesondere zur Dekoration eingesetzt. Ihre Knospen ergeben, in Essig eingelegt, würzige falsche Kapern. Dass Holunderblüten die Küche bereichern, hat sich schon herumgesprochen. Aus Holunderblütensirup werden schmackhafte Limonaden hergestellt, eine gute Alternative zu den herkömmlichen, stark zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken. Essbar sind Holunderblüten beispielsweise, wenn man sie in einen frisch bereiteten Bierteig taucht und anschließen in heißem Fett ausbäckt. Ausgesprochen dekorativ sind Zucchiniblüten. Sie lassen sich ausbacken, jedoch genauso gut auch füllen, vegetarisch mit Frischkäse oder mit einer Füllung aus Fleisch. Die nichtvegetarische Variante wird in einem Topf geschmort und bereichert jedes sommerliche Buffet. Eine Kräuterbutter sieht besonders schön aus, wird sie aus den Blüten der sonst üblichen Gewürze bereitet. Dazu eignen sich zum Beispiel die Blüten von Schnittlauch, Lavendel, Salbei, Rosmarin oder Basilikum.

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