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Exchange Traded Funds als Chance für Privatanleger

Kurzdefinition:

Unter ETF (Exchanged Traded Funds) versteht man einen passiv gemanagte Investmentfonds, der einen Index (etwa der Down Jones Index) abbildet. Das Sondervermögen eines Fonds wird gleich einer Aktie auf dem Markt gehandelt. Die Kurse richten sich dabei nach dem jeweiligen Stand des zurgrundeliegenden Index. Dieses Sondervermögen kann durch eine Pleite des Emittenten nicht verloren gehen. Der Handel mit ETFs ist einfach und auch für den Privatanleger überschaubar. Wenn der abgebildete Index steigt (Dow Jones, DAX, ATX) steigt auch der Wert des jeweiligen EFT, der diesen Index abbildet.

Geschichte der ETFs:

Über Fondshandel im heutigen Sinn wurde zuerst in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA nachgedacht. Die Umsetzung von passiv gemanagten Fonds dauerte aber bis 1993. Damals gründete State Street Global Advisor den ersten ETF. Er trägt den Namen Standard & Poor’s Depositary Receipt und wird heute immer noch gehandelt. Zur Zeit verfügt der umgangssprachlich Spider genannte Fonds über einen Volumen von etwa 50 Milliarden US-Dollar. Zwei weitere Klassiker aus dem Bereich der EFTs sind der auf dem Dow Jones basierende ETF Diamond und der Cubes, der auf dem NASDAQ 100 basiert. Heute herrscht eine ungebrochene, ja steigende Nachfrage an passiv gemanagten Fonds. Beispiel erfolgreicher Fonds der Gegenwart ist unter anderem der iShare von Barclays. Mit einem Volumen von 140 Milliarden Dollarist der i Share der größte EFTs der Welt.

Vorteile von ETFs für Privatanleger:

Private Anleger setzen vermehrt auf Exchange Traded Funds. Zwar hinkt die deutsche Nachfrage sechs Jahre nach Einführung der ETFs immer noch hinter dem internationalen Standard hinterher, aber allmählich lassen sich auch deutsche Privatanleger von den Vorteilen passiv gemanagter Fonds überzeugen. Zunächst fallen die günstigen Handelskonditionen von ETFs auf. Der Anleger zahlt nur die üblichen Spesen. Das könnte mit ein Grund sein, dass professionelle Anbieter diese Option bei einer Anlageberatung gelegentlich unter den Tisch fallen lassen.

ETF (Exchange Traded Fund)

ETF (Exchange Traded Fund) ©iStockphoto/rvlsoft

Zu den geringen Kosten kommt eine breite Risikostreuung und eine leichte Handhabung. ETFs können innerhalb eines Handelstages gekauft und verkauft werden. Das gesamte Portfolio lässt sich mit einer Transaktion veräußern bzw. kaufen. Dividenden aus ETFs werden entweder weiter veranlagt oder ausbezahlt. Da EFTs in der Handhabung einfach sind und wenig Aufmerksamkeit des Privatanlegers erfordern, eigenen sie sich für eine große Bandbreite an Einsatzgebieten. Vor allem bei einer kombinierten Finanzplanung sollte man auf passiv gemanagte Fonds nicht verzichten. Durch eine Einmalveranlagung in EFTs kann eine relativ sichere Rendite erzielt werden. Im wachsenden Sektor der privaten Alters- und Pensionsvorsorge sind EFTs immer eine Überlegung wert, und auch als Ersatz für so genannte Futures-Investments haben sich ETFs bewährt. Der eigentliche Vorteil von passiv gemanagten Fonds gegenüber herkömmlichen Fonds ist für den Privatanleger aber meist schwer zu durchschauen. Am Besten veranschaulicht man diesen Vorteil in einem kurzen Vergleich verschiedener Fonds.

Passiv gemanagte Fonds im Vergleich mit herkömmlichen Fonds:

Zwei wichtige Unterschiede lassen sich herausarbeiten

1. Bei passiv gemanagte Fonds kann das Vermögen des Fonds durch Insolvenz des Emittenten nicht verloren gehen. Das Fondsvermögen gilt als Sondervermögen. Für den Anleger bedeutet das eine Minimierung des Risikos.
2. Aktiv gemanagte Fonds versuchen eine Überredite zu erzielen, also umgangssprachlich gesagt, eine besser Performance zu erreichen, als der abgebildete Markt. Das ist nur durch die Konzentration auf besonders gewinnträchtige Werte zu erreichen. Je weniger Werte in einem Fonds vertreten sind, desto größer das unsystematische Risiko für den Anleger. Ein passiv gemanagte Fonds konzentriert sich darauf, den Markt so genau wie möglich abzubilden. Das systematische Risiko, also Kursverluste, Einbrüche des Index etc. kann dadurch nicht ausgeschlossen werden, aber durch die hohe Diversifikation wird das unsystematische Risiko praktisch ausgeschlossen.

Nachteil passiv gemanagter Fonds:

Der Hauptnachtteil von passiv gemanagte Fonds liegt in ihrer Bindung an den Index begründet. Bei sinkenden Aktienkursen – und damit verbundenen nach unten korrigierten Indexzahlen – kann der Bestand an Portfolios nicht in Geldmittel umgewandelt werden. Bei einer Abstoßung von Portfolios würde sonst der Grad der Abbildungsgenauigkeit des Index leiden.

Fazit:

ETFs sind für Privatanleger eine überlegenswerte Option. Sie bieten maximale Sicherheit bei einfachem Handling. Als Ergänzung und Teil von privaten Investmentstrategien sollten EFTs auf keinen Fall fehlen. Für Anleger, die mit einer geringen Streuung hohe Gewinne an den Börsen erzielen wollen, sind passiv gemanagte Fonds jedenfalls ungeeignet. Sie bilden eher eine Brücke von klassischen Anlageformen wie Wertpapieren und Anleihen hin zu einem börsenorientierten Finanzmanagemnt. In Zeiten turbulenter Kursentzwicklungen können ETFs die Härten ausgleichen und Privatanleger Sicherheit geben.

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