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Fasten

Fasten ist eine große körperliche, aber auch seelische Herausforderung, denn wer fastet verzichtet freiwillig für eine festgesetzte Zeit auf die Aufnahme von fester Nahrung.

Eine Fastenkur braucht Vorbereitung, man sollte sie nicht einfach aus Lust und Laune beginnen, denn die Gefahr eines Abbruchs ist groß und nicht minder die Gefahr den Körper zu beeinträchtigen. Zunächst sollte der Darm auf die bevorstehende Kur vorbereitet werden, denn er wird in der kommenden Zeit nur wenig Arbeit haben. Salzlösungen und Sauerkrautsaft stellen die optimale Vorbereitung dar, sie schwemmen Verdauungsreste aus dem Darm. Im Zweifelsfall wirkt ein Einlauf unterstützend.

Wird dem Körper keine Nahrung mehr zugeführt, greift der Organismus auf Reserven an Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten zurück. Deshalb dient eine Fastenkur häufig nicht nur dem Entschlacken des Körpers, sondern auch der Gewichtsreduktion. Die Kohlenhydratvorräte in Leber und Muskeln reichen für circa einen Tag. Danach wird auf eingelagerte Reserven zurückgegriffen. Das in Pölsterchen und Polstern eingelagerte Fett ist nun der Energielieferant und wird aufgebraucht, bis neue Nahrung zugeführt wird. Das anfangs quälende Hungergefühl verschwindet nach ungefähr drei Tagen. Nun beginnt der Körper, den Einweißhaushalt neu zu regulieren. Eiweiß wird gespart und nur noch vermindert abgebaut, um die Körperfunktionen aufrechtzuerhalten.

Fasten

Fasten @iStockphoto/Anna Ceglinska

Warum fasten?

Die Entscheidung zu fasten hat oft unterschiedliche Gründe. Es kann Körper oder Psyche stärken, manchmal dient es jedoch auch einem moralischen oder politischen Zweck. Ein Fasten zur Stärkung des Körpers nennt man Heilfasten. Damit beugt man Erkrankungen vor oder beschleunigt im Zweifelsfall ihre Heilung. Dazu sucht der Patient in der Regel eine spezialisierte Klinik auf, denn Heilfasten sollte man unter ärztlicher Aufsicht durchführen. Nur selten dauert die Behandlung länger als zwei bis drei Wochen. Heilfasten ist ein anerkanntes Naturheilverfahren, das unter anderem die folgenden Krankheiten positiv beeinflusst: Rheuma, Bluthochdruck, Übergewicht, Neurodermitis, Nahrungsmittelallergien, Migräne, leichte Depressionen.

Fasten hat Einfluss auf die Psyche, das wird schon daran deutlich, dass mit diesem Verfahren leichtere Depressionen klinisch behandelt werden. Eine Variante der psychischen Einflussnahme ist das spirituelle Fasten. Es soll Meditation und Gebet erleichtern, und dem Menschen Besinnung und Gedankenfreiheit ermöglichen. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper öffnet den Menschen für Meditation oder Schweigen, für eine Beschäftigung mit Religion. Spirituelle Fastenkuren werden deshalb häufig von Klöstern angeboten. Deren ruhige Lebensweise stellt eine optimale Voraussetzung dafür dar.

Vor allem, wer im Leben Veränderungen erwartet, sucht Spiritualität und nutzt Fastenkuren um Entscheidungen zu treffen oder neue Lebensabschnitte zu planen. Die politische Variante des Fastens ist der so genannte "Hungerstreik". Ihm ist nur bedingt Freiwilligkeit zueigen, denn er gilt als letzte Möglichkeit, sich aus einer aussichtslosen Lage zu befreien. Die Kraft dieses politischen Mittels liegt im Einsatz des eigenen Lebens zugunsten einer Idee oder Forderung.

Risiken

Prinzipiell liegt im kontrollierten Fasten kein Risiko für den menschlichen Körper. Der ist auf Nahrungsknappheit vorbereitet, auch wenn die aktuelle Lage in Industrienationen ihn nur selten mit Nahrungsmittelknappheit konfrontiert. Der menschliche Körper kann über Wochen ohne Nahrung auskommen, eine Leistung, die ihm nur selten abverlangt wird. Ein zehntägiges Fasten stellt für einen gesunden Menschen keine Gefahr dar. Eine gute Vorbereitung bietet der Besuch eines Fastenkurses. So lernt man die Veränderungen, die körperlich und seelisch vor sich gehen werden, zu verstehen.

Nicht fasten sollte, wer jünger als 16 Jahren ist, da die körperliche Entwicklung dann noch nicht abgeschlossen ist. Ebenso wenig sollten Schwangere, Stillende, Magersüchtige, Bulimiekranke, Diabetiker und stark Untergewichtige sich dieser Strapaze aussetzen.

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