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Fettabsaugen

Überschüssiges Fett an Kinn, Brust, Bauch, Hüfte, Po und Beinen? Eine Fettabsaugung, medizinisch Liposuktion genannt, kann dieses dauerhaft entfernen. Sie wird ca. 100.000 Mal pro Jahr in Deutschland durchgeführt und ist damit vermutlich die am meisten gewünschte Schönheitsoperation.

Schnell können mit ihrer Hilfe überflüssige Fettpolster entfernt werden, eine dauerhafte Gewichtsreduktion wird dabei aber nicht erreicht. Das bedeutet auch, dass eine Fettabsaugung nicht angewandt werden kann, wenn eine allgemeine Fettleibigkeit besteht. Sie bringt nur Erfolge bei einzelnen, umschriebenen Fettpolstern. Geeignet sind daher auch nur Personen mit einem Body-Mass-Index von bis zu 30 kg/m².

Generell sollte eine Fettabsaugung nur durchgeführt werden, wenn die unerwünschten Fettpolster weder mit Sport noch mit einer Diät beseitigt werden können. Bei Frauen betrifft dieses vor allem die so genannten Reiterhosen an Oberschenkel und Gesäß, bei Männern vor allem die Hüften und die Brust.

Vorbereitung auf die Operation

Vor dem Fettabsaugen sollten Sie durch Sport und Diäten Ihr Gewicht soweit wie möglich reduziert haben. Umso näher Sie an Ihrem Idealgewicht sind, umso besser fällt das Ergebnis der Liposuktion aus. Da die Wundfläche bei diesem Eingriff unter der Haut sehr groß ist, sollten Raucher zwei Wochen vor der Operation ihren Nikotinkonsum auf höchstens fünf Zigaretten pro Tag reduzieren, am besten ganz auf das Rauchen verzichten. Da Nikotin die Blutgefäße verengt, könnte es sonst zu Wundheilungsstörungen kommen.

Durchführung

In den letzten 20 Jahren hat sich die Operationsmethode des Fettabsaugens extrem weiterentwickelt. Mittlerweile wird nach der so genannten Tumeszenz-Technik (lat. tumescere = anschwellen) operiert. Eine Liposuktion an Kinn, Hüfte, Oberschenkel, Knien oder Fesseln wird meist unter örtlicher Betäubung, gegebenenfalls sogar ambulant, durchgeführt, bei größeren Eingriffen ist eine Vollnarkose in einer Klinik empfehlenswert.

Vor der Operation werden die Gebiete, in denen Fett abgesaugt werden sollen, farblich markiert und die drei Millimeter langen Einstiche für die Kanüle festgelegt. Nachdem die Einstiche lokal betäubt wurden, wird eine Lösung aus Kochsalz, Adrenalin, Xylonest und Bicarbonat unter die Haut gespritzt, die eine Stunde auf das Gewebe einwirken muss. Danach ist das Gebiet betäubt, die Blutgefäße haben sich zusammengezogen und das Fett ist aufgelockert.

Fettabsaugen

Fettabsaugen @iStockphoto/Daleen Loest

Danach wird bei der Vibrationsliposuktion eine Kanüle eingeführt, die sich in der Längsachse mit einer Frequenz von 3.000 bis 5.000 Hüben pro Minute ca. 2,8 mm hin und her bewegt. Der Arzt bewegt diese im abzusaugenden Gebiet hin und her und saugt so die Fettzellen horizontal, fächerförmig und vertikal schrittweise ab. Blut- und Lymphgefäße werden dabei weitestgehend verschont. Schmerzen treten beim Fettabsaugen in der Regel nicht auf, man merkt lediglich, dass an einem gearbeitet wird.

Noch im Operationssaal wird ein Kompressionsverband bzw. bei einer Fettabsaugung an den Oberschenkeln eine Kompressionshose angepasst. Diese müssen je nach Eingriff für zwei bis vier Wochen getragen werden. Mussten die Einschnitte genäht werden, können die Fäden nach einer Woche gezogen werden. Auftretende Schwellungen oder Verfärbungen können durch leichte Massagen oder Lymphdrainagen schneller abgebaut werden. In den nächsten vier bis sechs Wochen sollte körperliche Anstrengung vermieden und für zwei Monate auf Sauna und Sonnenbäder verzichtet werden.

Narben sind nach dem Fettabsaugen meist nicht deutlich sichtbar. Es handelt sich dabei nur um Hautschnitte mit einer Länge von zwei bis drei Millimetern, die meist verdeckt in Hautfalten liegen oder z.B. beim Absaugen von Reiterhosen unter dem Bikinihöschen verschwinden.

Wurden Fettzellen einmal abgesaugt, wachsen sie nicht mehr nach. Eine Liposuktion hält also dauerhaft an. Da beim Fettabsaugen aber nicht alle, sondern nur ca. zwei Drittel der Fettzellen entfernt werden, sollten Sie weiterhin auf Ihr Gewicht achten. Ansonsten würden sich die verbliebenen Fettzellen an den abgesaugten Stellen natürlich auch wieder vergrößern. Theoretisch könnte eine Fettabsaugung aber auch ein weiteres Mal an der gleichen Stelle wiederholt werden.

Risiken

Als die Kanülen beim Fettabsaugen noch einen Durchmesser von bis zu 1,5 Zentimetern hatten, waren die gefürchtetsten Risiken die Bildung von Dellen, Wellen und Vertiefungen in der Haut. Mithilfe der Tumeszenz-Technik ist dieses nahezu ausgeschlossen. Stattdessen kann es bei einer Liposuktion zur Bildung von Ödemen, Taubheitsgefühl, Sensibilitätsstörungen, Blutergüssen oder vorübergehenden Hautunregelmäßigen kommen, die in der Regel aber auch schnell wieder verschwinden.

Gefährliche, aber sehr seltene Komplikationen beim Fettabsaugen sind Infektionen, Hautnekrosen oder Wucherungen von Narben. In sehr wenigen Ausnahmefällen kann es zu Embolien, Verletzungen innerer Organe oder Schockzuständen kommen.

Kosten

Die Kosten für eine Fettabsaugung richten sich nach dem zu behandelnden Gebiet. Sie reichen von 1.000 Euro für kleinere Eingriffe bis zu 4.000 Euro am Oberschenkel. Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Liposuktion nicht.

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