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Gesunde Kids durch mehr Bewegung

Kinder, die sich viel bewegen, profitieren für den Rest ihres Lebens. Das bezieht sich nicht nur auf Kraft und Ausdauer, sondern auch auf die geistige Entwicklung. Außerdem lernen unsere Kleinen durch sportliche Aktivitäten Kontakte zu knüpfen und Regeln zu akzeptieren. Doch neue Studien zeigen, dass sich die Beweglichkeit und Körpermotorik deutscher Kinder in den letzten 30 Jahren deutlich verschlechtert hat.

Bewegung und Sport macht schlau

Neben dem körperlichen Nutzen ist ausreichend Bewegung auch für die geistige Entwicklung enorm wichtig. Gerade in den ersten Lebensjahren bilden körperliche Aktivität und Sinnestätigkeit Reize, die die Vernetzung der Nervenzellen unterstützen. Laut Experten wird jede Bewegung oder Berührung in elektrische und chemische Aktivität übersetzt, wodurch das Gehirn funktionstüchtig gemacht wird.

Außerdem stärken Sport und Spaß mit Gleichaltrigen die Koordinationsfähigkeit und das Selbstbewusstsein des Kindes. Dies wirkt sich sowohl auf Intelligenz, Sprachvermögen als auch logisches Denken positiv aus. Beim Laufen, Springen oder Klettern unter Ihresgleichen lernen die Sprösslinge nicht nur Wünsche zu äußern und durchzusetzen, sondern auch Kompromisse zu schließen und mit eigenen sowie fremden Gefühlen umzugehen.

Ist Sport für unsere Kleinen nicht mehr cool genug?

Wer kennt diese Klassiker nicht: Seilspringen, Verstecken spielen oder Schnitzeljagd – „Oldies“, die uns Erwachsenen in guter Erinnerung geblieben sind. Heutzutage stehen sie in Konkurrenz zu Computerspielkonsolen und Fernsehprogrammen. Zwei deutsche Studien belegen, dass viele Kleinen schon vom Kindergartenalter an zu unbeweglich sind. Während die eine Studie an 41 Kindergärten der Städte und Landkreise Würzburg sowie Kitzingen motorische Defizite der Kindergartenkinder aufzeigte, befasste sich die zweite Studie der Universität Karlsruhe mit Kindern und Jugendlichen.

Kinder und Bewegung

Kinder und Bewegung @iStockphoto/Roberto A Sanchez

An Studie A nahmen 726 Kinder im Alter von 3-5 Jahren teil. Als Ausgangspunkt für die Untersuchungen diente die Annahme, dass die meisten Unfälle bei Kindergartenkindern wegen Koordinationsproblemen auftreten. Die kleinen ProbandInnen mussten beispielsweise auf einer Linie balancieren oder einen Ball auf ein Ziel werfen. Das Ergebnis zeigt klar: Bezogen auf ihre koordinativen Fähigkeiten schneiden Kindergartenkinder heute schlechter ab als Mitte der 80er Jahre. Während damals etwa 30 Prozent der Kinder nicht rückwärts balancieren konnten, sind es heutzutage sogar 80 Prozent. Laut Expertenmeinung verbringen unsere Sprösslinge zu wenig Zeit in der freien Natur und können somit meist nicht abschätzen, wie viel Spaß und Freude Bewegung an der frischen Luft bringt.
Die Forscher der zweiten Studie testeten im Raum Karlsruhe rund 4.500 Kinder und Jugendliche. Auch hier mussten diese auf einem Balken rückwärts balancieren oder z.B. eine Minute lang auf einem Bein stehen. Ähnlich wie bei Studie A konnten gravierende Bewegungs- bzw. Koordinationsmängel aufgezeigt werden: Mehr als ein Drittel der 4- bis 17-Jährigen konnten nicht auf dem Balken rückwärts balancieren und sogar stolze 86 Prozent schafften es nicht, eine Minute lang auf einem Bein zu stehen. Verbessert hat sich einzig und allein die Feinmotorik der Finger aufgrund der vielen Computerspiele.

Zusammenfassend ist es wichtig, dass unsere Kleinen ausreichend Sport- und Bewegungsmöglichkeiten sowohl in Kindergarten und Schule, als auch zuhause vorfinden. Nur wenn Eltern und Erzieher mit gutem Beispiel vorangehen, lernen die Kinder von klein auf, Bewegung und Spiel in den Alltag zu integrieren.

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