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Ginseng – Alleskönner unter den Heilkräutern

In Ostasien gilt er als „Wurzel des Himmels“ und wird vielfach rituell verehrt. Die Rede ist vom Ginseng – einem der wichtigsten Heilkräuter in der chinesischen Medizin. Schon vor geraumer Zeit nutzten die Koreaner wild ausgegrabenen Ginseng und entwickelten Anbau bzw. Lagerung. Woher kommt dieses vielseitige Heilkraut und wie wirkt es auf unseren Organismus?

Geschichtliches

Ginseng – die bekannteste harmonisierende Arznei im asiatischen Raum – zählt zu den ältesten Heilmitteln der Welt. Bereits 1080 wurde roter Ginseng erstmals angebaut. Laut den frühen Legenden Ostasiens verhilft die Pflanze zu ewigem Leben. In den ältesten Schriften wird zumeist der medizinische Ginsengwein erwähnt. Auch die Kräuterlehre nach Sheng Nong berichtet von der positiven Wirkung auf den menschlichen Körper. In Europa sorgten zunächst die Jesuiten für das Bekanntwerden der Wurzel. Doch wegen der Ähnlichkeit mit der Alraune (Mandragora officinarum) galt sie als Hexenwerk und wurde vorerst abgelehnt und verbrannt. Erst geraume Zeit später konnte sich Ginseng auch in Europa durchsetzen.

Wissenswertes über die Ginsengwurzel

Panax ginseng – so lautet der wissenschaftliche Name des Araliengewächses. Aufgrund ihrer Wirkungsweise kennt man die Wurzel auch als Kraftwurz oder Samwurz. Sie kommt im östlichen Sibirien, im nordöstlichen China sowie in den feuchten Waldregionen Koreas vor. Die heilbringende Pflanze hat fünffingrige Blätter und wird ca. 80 Zentimeter hoch. Im Reifestadium bilden die Blütendolden scharlachrote Beeren aus. In der Medizin verwendet man Wurzeln von vier bis sieben Jahren alten Pflanzen. Hierbei werden zwei Arten unterschieden: Der weiße Ginseng, dessen Wurzel nach der Ernte geschält, gebleicht und getrocknet wird, sowie der rote Ginseng, dessen noch frische Wurzel nach der Ernte mit Wasserdampf behandelt und dann erst getrocknet wird. In den asiatischen Ländern werden große Mengen der Pflanze verbraucht, wodurch der Bedarf nicht mehr nur mit wild vorkommenden Wurzeln abgedeckt werden kann. Ginseng benötigt bis zur Reife mehr als drei Jahre und gedeiht nur auf geeigneten Böden. Dadurch gestaltet sich der Anbau für kommerzielle Zwecke mehr als mühsam.

Ginseng

Ginseng @iStockphoto/Natallia Yaumenenka

Heilbringende Wirkung

Nachdem wissenschaftlich nachgewiesen wurde, dass Ginseng sowohl leistungssteigernd als auch kräftigend sowie sexuell stimulierend wirkt, erfreute sich die Pflanze auch in Europa zunehmender Beliebtheit. Heute bietet fast jede Apotheke Ginsengpräparate als Geriatrikum an. Gerade im Bezug auf sexuelle Funktionsstörungen kann ein gefäßerweiternder Effekt beobachtet werden. Diese positive Wirkung wird in Teemischungen noch durch Ginkgo verstärkt. Im Falle eines sexuellen Problems werden drei- bis vierwöchige Kuren mit täglich drei Tassen Ginseng-Ginkgo Tee empfohlen.

Des Weiteren wirkt die heilbringende Pflanze als stimulierendes Herz- und Kreislaufmittel, Antidepressivum, Aphrodisiakum, Nervennahrung sowie als starkes Immunstimulans. Sie verbessert die Konzentrationsfähigkeit, die körperliche Belastbarkeit und fördert außerdem den Aufbau von Körpereiweiß.

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