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Haartransplantationen

So langsam werden die Haare auf dem Kopf dünner? An den Seiten bilden sich die gefürchteten Geheimratsecken? Morgens ist der Kamm voller Haare? Oder sind bei Ihnen schon in jungen Jahren die ersten Haare ausgefallen und Ihnen ist nur noch ein schmaler Kranz um den Kopf geblieben?

Egal, ob bei Männern oder auch bei Frauen, kahle Stellen auf dem Kopf können zu großen psychischen Belastungen führen. Ob diese Stellen alters- oder krankheitsbedingt entstanden sind: Helfen kann eine Haartransplantation, bei der eigenes Haar auf dem Kopf umverteilt wird, sodass wieder der ganze Kopf bedeckt ist.

Vorbereitung auf die Operation

Vor einer Haartransplantation sollten Sie nicht noch einmal zum Frisör gehen, sondern die Haare möglichst lang wachsen lassen. Gegebenfalls können dann die operierten Gebiete kurzfristig mit Haaren überdeckt werden.

Zwei Tage vor der Haarstransplantation sollten Sie auf übermäßigen Alkohol- und Kaffeekonsum verzichten. Raucher sollten außerdem nach Möglichkeit die Zahl der täglichen Zigaretten drastisch reduzieren, am besten komplett vor der Operation auf Nikotin verzichten.

Durchführung

Eine Haarstransplantation kann unter örtlicher Betäubung ambulant durchgeführt werden. Narben sind danach kaum sichtbar. Für die Transplantation wird zunächst ein dünner Streifen mit Haarwurzeln benötigt, die sich an dicht behaarten Stellen befinden. Meistens eignen sich am besten Wurzeln aus dem Hinterkopf- oder Nackenbereich, der nicht vom Haarausfall betroffen ist. Die Entnahmestelle wird anschließend mikrochirurgisch vernäht. Zurück bleibt nur eine feine, strichförmige Narbe, die vom Haupthaar überdeckt wird. Manche Ärzte wenden alternativ die so genannte „sanfte Haarentfernung“ an. Bei dieser wird kein Hautstreifen ausgeschnitten, sondern einzelne Haarwurzeln gezielt entnommen.

Speziell geschultes Personal teilt anschließend den Hautstreifen in kleine Einheiten von einem bis zu vier Haarwurzeln, „grafts“ oder „follicular units“ genannt, auf. An der Stelle, an welcher die Haare eingepflanzt werden sollen, werden dann mit einem kleinen Skalpell punktförmige Kanäle bis ins Unterhautgewebe der Kopfhaut gestochen. In diese können die Haartransplantate eingesetzt werden. Um ein völlig natürliches Aussehen zu erreichen, werden beispielsweise für den Haaransatz und Geheimratsecken Einzelhaare verwendet. In den Reihen dahinter werden Haargruppen eingepflanzt.

Haartransplantation

Haartransplantation @iStockphoto/Anna Bryukhanova

Insgesamt dauert eine Haartransplantation, je nach Umfang, zwischen zwei und vier Stunden. Danach können Sie sofort wieder nach Hause, sollten sich aber für drei Tage schonen. Sobald die Fäden nach zwei Wochen entfernt wurden, können Sie Duschen bzw. Baden. Sport und körperliche Anstrengung sollten Sie für zwei Wochen nach der Haartransplantation vermeiden. Auf Sauna und Sonnenbäder sollten Sie für einen Monat verzichten. Je nach Haarwuchs können Sie nach drei bis sechs Monaten das fertige Ergebnis sehen.

Eine Haartransplantation ist dauerhaft. Schreitet der Haarausfall aber fort oder wünschen Sie eine höhere Haardichte in bereits transplantierten Gebieten, können mehrere Behandlungen notwendig sein. Insgesamt kann man ca. die Hälfte aller Haarwurzeln aus dem Hinterkopf in mehreren Eingriffen entfernen, ohne dass es optisch auffällt.

Risiken

Risiken bei einer Haartransplantation sind sehr gering, da der Eingriff nur in den oberen drei bis fünf Millimetern der Haut erfolgt. Zwar kann es direkt nach der Operation zu Schwellungen oder Schorfbildung kommen, die aber nach kurzer Zeit wieder von alleine verschwinden. Ebenso kann ein vorübergehendes Taubheitsgefühl der Kopfhaut entstehen, das nach zwei bis vier Wochen wieder abklingt. Auch die Gefahr für Infektionen ist sehr gering, da die Kopfhaut gut durchblutet ist.

Kosten

Die Kosten für eine Haartransplantation richten sich nach dem Aufwand, mit anderen Worten nach der Anzahl der transplantierten Einheiten. Pro Graft betragen die Kosten zwischen drei und sechs Euro. Je nach Größe der implantierten Fläche und gewünschter Haardichte kann man mit ca. 2.000 Euro für Geheimratsecken und bis zu 8.000 Euro für große Flächen rechnen. Entscheidend für die Kosten ist außerdem die Haarfarbe. Bei dunklen Haaren werden beispielsweise weniger Wurzeln benötigt als bei blonden Haaren.

Wenn es sich bei einer Haartransplantation um einen rein ästhetischen Eingriff aufgrund eines altersbedingten Haarausfall bei Männern handelt, muss die Transplantation selbst bezahlt werden. Handelt es sich bei den kahlen Stellen um Folgen einer Krankheit oder eines Unfalls, beispielsweise nach Verbrennungen, übernehmen die Krankenkassen in der Regel die Kosten.

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