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Kann man als Single glücklich sein?

Der Mensch sehnt sich nach Nähe und einem Partner, mit dem er seinen Alltag ausfüllen kann. Dass uns das Alleinsein nicht unbedingt in die Wiege gelegt, wird, beweist der Boom, den Single-Portale und Flirt-Seiten gerade erleben. Aber trotz des Willens Vieler gibt es auch heute Angehörige der beiden Geschlechter, die ein Leben als Single der Partnerschaft vorziehen. Anscheinend ist diese Spezies auf ihren Ein-Personen-Haushalt auch noch stolz, zumindest wird dies immer wieder behauptet. Was versteckt sich aber wirklich hinter diesem Verhalten? Um dieser Fragen auf den Grund gehen zu können, sollte zuerst betrachtet werden, welche Formen des Singles es überhaupt gibt.

Nummer 1 ist der unfreiwillige Single, dessen Situation eher als Last empfunden wird. Angehörige dieser Gruppe erkennt man in Discos und bei Partys an ihrem ständigen Drang nach Anschluss ans andere Geschlecht, der mehr oder wenige aggressiv gesucht wird. Freiwillige Singles sind dagegen glücklich mit ihren momentanen Lebensumständen und sehen keine Notwendigkeit zum Handeln. Als dritte Variante gibt es noch Singles, die sich gewissermaßen aus Zwang in die Einsamkeit begeben. Hier steht in der Regel das Erreichen einer gewissen gesellschaftlichen Position im Vordergrund.

Das Leben als Single

Wie sich das Leben als Single gestaltet, hängt im ersten Moment nach der Trennung vor allem davon ab, aus welcher Position heraus die Situation betrachtet wird. Für den aktiven Part dürfte eine Trennung im ersten Moment eine Befreiung darstellen, das Gegenüber empfindet dies natürlich vollkommen anders. Hier dürfte eher der Trennungsschmerz überwiegen, schließlich hat man sich in der Beziehung wohlgefühlt und die gegenseitige Nähe genossen. Aber egal, aus welchen Gründen eine Partnerschaft zerbrochen ist, sobald der Trennungsschmerz überwunden ist, machen wehmütige Gefühle dem Alltag Platz. Und was passiert dann? Oft erkennen Singles in genau diesen Momenten, dass ein Leben ohne Partner auch einige Vorzüge haben kann. Diese Vorteile werden immer wieder scherzhaft mit der wiedererlangten Kontrolle über das Fernsehprogramm umschrieben. Was dabei oft als Klischee gilt, enthält auch ein Körnchen Wahrheit. Nicht umsonst heißt es in einer Beziehung: „Ein Meine und Deine gibt es nicht mehr, ab jetzt heißt es Unser“. Damit sind unter anderem auch die Verantwortung und der Verzicht auf alte Gewohnheiten gemeint.

Als Single kehrt genau diese „große“ Freiheit zurück. Man kann quasi wieder das tun, was in der Vergangenheit aus gegenseitiger Rücksichtnahme tabu gewesen ist. Endlich wieder alte Freunde treffen, ein tot geglaubtes Hobby wieder neu aufleben lassen oder an einem Karrieresprung feilen, welcher die letzten Monate im Dornröschenschlaf zugebracht hat. Wer endlich wieder so sein kann, wie er sich fühlt, wird wesentlich schneller das Erlebte hinter sich lassen, und ehe man es sich versieht, steht schon wieder eine neue Beziehung vor der Tür.

Single

Single @iStockphoto/Jacob Wackerhausen

Als Single unter Paaren

Singles leben in Extremen und genießen das Leben zügellos und im Übermaß, während Paare ruhig durch ihr gemeinsames Leben gehen und auf der Suche nach einer glücklichen Zukunft sind. So oder ähnlich ist leider auch heute immer noch die gefühlte Rollenverteilung zwischen Pärchen und dem Heer der Singles. Dass eine solche Annahme schon lange nicht mehr stimmt, beweist gerade die junge Generation. Während so mancher Single einen gesetzteren Lebensstil führt, können auch die Partner einer Beziehung gewissermaßen in Extremen leben. Natürlich erlaubt der Verzicht auf ein Gegenüber gewisse Freizügigkeiten, was den Kontakt zum anderen Geschlecht oder die Freizeitgestaltung betrifft. Aber an dieser Stelle ein rigoroses Schwarz-Weiß-Denken zu pflegen, ist sicher nicht angebracht.

Allerdings existieren auch heute noch Unterschiede zwischen den Geschlechtern, was die Verhaltensweisen als Single betrifft. Während sich Männer durch einen exzessiven Lebensstil bis zu einem gewissen Grad in ihrem Bekanntenkreis aufwerten können, müssen Frauen immer noch mit einem negativen Image rechnen, falls sie es männlichen Singles gleichtun. Aber egal ob die Vorteile eines Lebens als Single genossen werden oder nicht – früher oder später holt auch den glücklichsten Single das wahre Leben wieder ein. Spätestens dann, wenn Freunde und Bekannte mit ihren Partnern eine Familie gegründet haben und es in der Lieblingskneipe um die Ecke immer ruhiger wird, wünschen wir uns alle eine Beziehung.

Glück kommt auch allein

Wie werde ich ein glücklicher Single? Diese Frage bewegt jeden, zumindest jeden unfreiwilligen Single. Und beobachtet man das Internet, scheint es davon Tausende zu geben. Was gehört also zu einem zufriedenen Single? Alles und nichts! Diese Antwort wird natürlich niemanden ernsthaft zufriedenstellen. Um wirklich auch ohne eine Beziehung glücklich werden zu können, sollte man zuerst damit beginnen, die eigene Einstellung zu überdenken. Schließlich ist nicht alles am Leben als Single schlecht. Und den ganzen Tag nur in Unterwäsche durch die Wohnung spazieren zu können oder das Gurkenglas 24h offen stehen lassen zu dürfen ist doch auch mal was Neues. Klar, es ersetzt keine menschliche Nähe. Aber wie wäre es stattdessen mit einem Ausflug der alten Clique an den nächsten Baggersee. Zusammen mit Grill, Bier und einem kleinen Lagerfeuer kann man so soziale Kontakte auffrischen, ist geistig abgelenkt und zum Lachen kommt man hier auch. Oder darf es doch mal wieder ein Besuch im nächsten Tanztempel sein? Zu Cocktails und heißen Rhythmen lassen sich hervorragend neue Kontakte knüpfen. Und wer weiß, vielleicht taucht hier irgendwann die Traumfrau auf.

Um sich als Single wirklich glücklich zu fühlen, muss man zuerst ein positives Gefühl entwickeln, um dieses anschließend nach außen tragen zu können. Und mit einem Lächeln im Gesicht fällt nicht nur das Leben leichter, auch das andere Geschlecht wird neugierig auf das, was sich dahinter verbirgt.

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