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Kawasaki-Syndrom – Früherkennung lebenswichtig!

Zuletzt hörte man vom Kawasaki-Syndrom im Zusammenhang mit dem Tod des Jett Travolta, John Travoltas 16-jährigen Sohn, der Anfang des Jahres auf den Bahamas ums Leben kam. Dieses Syndrom, das manche von uns anfangs eher mit einer Motorradmarke assoziieren, wurde 1967 erstmals von einem japanischen Kinderarzt namens Tomisaku Kawasaki (*1925) beschrieben. Obwohl die Krankheit bei Kindern japanischer Herkunft um ein vielfaches häufiger auftritt, sind mittlerweile auch sehr viele Fälle in den USA und Europa bekannt.

Erscheinungsbild der Krankheit anfangs schwer zu interpretieren

Bei dem Kawasaki-Syndrom handelt es sich um eine entzündliche, akute Erkrankung, von der alle Organe des Körpers betroffen sein können. Gefährdet sind vor allem Kinder in den ersten fünf Lebensjahren, am ehesten aber in den ersten zwei. Im Verlauf kommt es zu einer Gefäßentzündung, die alle Arterien des Körpers angreifen kann.

Zu den Symptomen der Krankheit gehört vor allem mehr als 5 Tage dauerndes hohes Fieber, das keine Ursache zu haben scheint und sich auch nicht mit Antibiotika vertreiben lässt. Eine Lymphknotenschwellung im Nacken- und Halsbereich sowie eine Schwellung und Rötung der Mundschleimhaut können ebenso auftreten wie sehr rote und rissige Lippen und eine rote Zunge („Himbeerzunge“). Zudem gehören zum Erscheinungsbild flächige, verschiedentlich aussehende Ausschläge am Bauch, an der Brust und am Rücken. Ihre Ähnlichkeit mit anderen Kinderkrankheiten wie Masern oder Scharlach macht die Diagnose gerade für Eltern nicht gerade einfach. Hier bedarf es einen erfahrenen und aufmerksamen Arzt, um eine richtige Diagnose zu stellen, damit dem Kind rasch geholfen werden kann. Ein weiteres Symptom sei zudem eine starke Rötung der Fußsohlen und Handflächen und eine Schuppung der Fingerspitzen nach 2-3 Wochen.

Kawasaki-Syndrom

Kawasaki-Syndrom @iStockphoto/Goodluz

Sollten weitere Organe wie z.B. Magen und/oder Darm betroffen sein, so kann es zu Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall kommen. Zudem kann es zu Nieren- und Blasenproblemen kommen, zu schmerzhaft angeschwollenen Gelenken oder bei einer Hirnhautentzündung zu Krämpfen, steifem Nacken, Kopf- und Rückenschmerzen bis hin zur Bewusstseinstrübung. Auch Probleme mit der Leber oder der Galle können auftreten. Am schwersten wiegt natürlich der mögliche Angriff auf das Herz und die Herzkranzgefäße (Aneurysmen), die bis zum Herzinfarkt führen können.

Ursache weitgehend unbekannt

Obwohl diese Krankheit bereits seit mehr als 30 Jahren beobachtet wird, ist deren Ursache nach wie vor nicht bekannt. Es könnten Defekte der Immunabwehr oder giftproduzierende Bakterien am Ausbruch der Krankheit schuld sein. Da sie in Japan um einiges häufiger auftritt als auf dem Rest der Welt, vermutet man eine genetische Veranlagung, die den Ausbruch nach Kontakt mit dem Krankheitsauslöser erleichtert.

Behandlungsmöglichkeiten

Da das Kawasakisyndrom zu einer Entzündung des Herzmuskels und des Herzbeutels, sowie zu Herzrhythmusstörungen und einem Herzinfarkt führen kann, ist eine rasche Behandlung unumgänglich. Es wird etwa sechs Wochen mit Immunglobulinen zur Abwehr fremder Stoffe und Acetylsalizylsäure (ASS) zur Fiebersenkung und Blutverdünnung behandelt. Ein Kinderkardiologe untersucht das Kind während und nach der Behandlung regelmäßig am Herzen. Die Überlebensrate läge heute zum Glück bei über 99 Prozent.

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