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Kindliche Ernährung – zwischen Ess-Lust und Frust

Wir alle essen – von Anfang an und mehrmals täglich. Manch einer isst aus purer Genusslust, was ihm schmeckt, andere ernähren sich bewusst gesund (auch wenn es manchmal nicht ganz so lecker ist), Pragmaten essen das, was da ist, wenn der Hunger sich einstellt – jeder nach seiner Fasson. Für Kinder gelten da ganz andere Leitsätze: Wir entscheiden, wieviel, wann und was – und wundern uns, wenn täglich am Tisch gestritten wird.

Schlechte Esser, gute Esser

Es gibt immer Kinder, die ewig mäkeln und stochern, während andere gnadenlos alles verputzen, was sich auf ihren Teller wagt. Die Ursachen für „schlechtes“ Essverhalten liegen jedoch oft in den Eltern. Die Angst vor kindlicher Mäkelei lässt Erwachsene schnell verkrampfen, schon herrscht bei den Mahlzeiten schlechte Stimmung. Kinder merken, dass die Sache mit dem Essen irgendwie keinen Spaß macht und verlieren die Begeisterung dafür, und so dreht sich der Teufelskreis. Statt sich aber konfliktscheu den abstrusesten Essvorlieben der Kinder zu beugen, helfen hier klare Regeln.

Kindliche Ernährung

Kindliche Ernährung @iStockphoto/matka_Wariatka

Feste Essenszeiten, ein gepflegter Tisch und eine gewisse Auswahl an Nahrungsmitteln bilden den Rahmen für einigermaßen friedliche Mahlzeiten. Kein gesundes Kind wird freiwillig verhungern, und wenn es Linsensuppe partout ablehnt, wird es ein Butterbrot als Alternative sicher akzeptieren. (Es sei denn, es hat sich zwischen den Mahlzeiten den Bauch mit Naschwerk und zuckerhaltigen Getränken vollgeschlagen.) „Dann koch ich Dir schnell was anderes…“ ist absolut kein Ausweg, und die Eltern tun weder sich noch dem kleinen Mäkelfritzen einen Gefallen mit solchen „Extrawürsten.“

Kleine Tricks – große Wirkung

Wir alle haben unsere kulinarischen Vorlieben. Auch die der kleinen Gourmets wollen respektiert sein. Das bedeutet nicht, dass es täglich Nudeln gibt, aber wohl, dass ein Teller mit Erbsenpüree nach einer Kostprobe zugunsten eines belegten Brotes weggeschoben werden darf. Schwer definierbare Breie und Suppen stehen einfach nicht hoch im Kurs, weil man eben nicht erkennen kann, was drin ist. Klare Verhältnisse auf dem Teller erleichtern dagegen das „sortierte“ Essen. Der Zwang zum Aufessen quält viele Kinder sehr. Dabei wissen sie selbst ziemlich genau, wann sie satt sind. Gänzlich unangemessen sind Drohungen oder Sanktionen – so geht jede Freude am Essen verloren. Gemeinsame Mahlzeiten sollen Spaß machen – Tischdecken, Dekorieren und Tischsprüche helfen dabei.

Alles Bio – oder was?

Kinder sollen gesund essen, aber oft wollen die Sprösslinge bei Vollwert, Tofu usw. nicht so recht mitziehen. Erschwerend kommen Fremdeinflüsse hinzu. Manchmal hilft es, z.B. ungeliebte Gemüse mit Favoriten wie Nudeln zu kombinieren, und notfalls naht Rettung aus der Ketchupflasche. Viele Vorlieben und Marotten sind glücklicherweise nur von kurzer Dauer und verschwinden von selbst wieder, nicht zuletzt durch die Vorbildwirkung der Eltern. Meist findet sich ein gut vertretbarer Mittelweg zwischen Pommes und Dinkelburger.

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