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Kräuterkosmetik: Lass Blüten und Blätter wirken

Es muss nicht immer die teure Kosmetik sein, wenn man sich auf natürliche Art und Weise pflegen möchte. Nicht umsonst enthalten viele hochwertige Pflegeprodukte Auszüge diverser Pflanzen. Entsprechend kann man sich die Kosmetik auch zum Vorbild nehmen und nach Großmutters Art gleich selbst zu Blüten und Blättern greifen.

Gerade Kräuter sind bekannt für ihre heilenden Eigenschaften, die wohltuend auf Körper, Geist und Seele wirken. Vielfach gehören ätherische Öle zu den Inhaltsstoffen der Pflanzen, die in Wald, Wiese und sogar im heimischen Garten zu Hause sein können. Doch wenngleich die Natur wohl die höchste Natürlichkeit bietet, sollte man die Kraft der Pflanzen nicht unterschätzen und stets einige Grundregeln im Umgang mit der selbst gemachten Kräuterkosmetik beachten.

Natürlich heißt nicht immer „harmlos“

Vor der Verwendung von Kräutern und Blüten für die heimische Wellnessaktion sollte man sichergehen, nicht nur die Pflanze genau zu kennen, sondern sich auch zu informieren, ob man selbst die enthaltenen Pflanzenwirkstoffe auch verträgt. Auch generelle Eigenschaften von sekundären Pflanzenwirkstoffen sollten Berücksichtigung finden, da die Blüten der Calendula / Ringelblume unter Umständen zu Kontaktallergien führen können, Johanniskraut hingegen die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen kann. Bei verletzter oder problematischer Haut sollte man darüber hinaus vor der Verwendung mit einem Arzt sprechen. Ein Kräuterkurs der Volkshochschule oder einer Kräutergärtnerei kann hierbei die notwendigen Informationen vermitteln.

Darüber hinaus sollte die Herkunft der jeweiligen Pflanze berücksichtigt werden. Blüten und Blätter aus dem Geschäft sind in der Regel mit diversen Pflanzenschutzmitteln belastet. Besser ist die Ernte im eigenen Garten. Hier kann man sicher sein zu wissen, welche Stoffe den Pflanzen zugeführt wurden. Wer diese Option nicht hat, ist mit Bioprodukten oder Kräutern aus der Apotheke gut beraten, da an diese Produkte bereits vom Gesetzgeber her hohe Ansprüche gestellt werden. Bleibt nun noch die Frage – welche Pflanzen eignen sich für die Schönheitspflege?

Kräuterkosmetik

Kräuterkosmetik @iStockphoto/Inga Ivanova

Blüten, Blätter, Düftetraum

Grundlegend eignen sich alle Pflanzen für die Schönheitspflege, deren Inhaltsstoffe ätherische Öle bergen. Allen voran dürfte wohl die Rose als Königin unter den Blumen einen festen Platz in der Schönheitspflege haben. Der zarte Duft der Blütenblätter eignet sich sowohl für eine leichte Augenmaske (leicht angefeuchtet auf die Augen gelegt) als auch für ein duftendes Rosenblütenbad. Allein oder zusammen mit anderen duftigen Blüten sorgt ein wenig Sahne und Honig im Badewasser für das herauslösen der pflegenden Substanzen. Das Ergebnis ist ein einfaches und doch edel wirkendes Wellnessbad, das zum Entspannen einlädt.

Die Blüten des Frauenmantels schenken gerade in der wärmeren Jahreszeit entspannende Kühle für erhitzte Haut. Die von den Blättern ausgeschwitzten Wassertropfen enthalten ebenfalls die Wirkstoffe der Pflanze und wirken besonders auf angespannte Gesichtshaut lindernd. Auch die Blüten der Malve bieten diesen Effekt, der durch das Zerreiben der Blütenblätter auf der Haut ebenso erzielt werden kann wie durch einen Sud aus Blüten und Blättern.

Lindenblüten und -blätter waren schon der Benediktinerin Hildegard von Bingen bekannt, die sich unter den Kräuterkundlern der Geschichte einen großen Namen geschaffen hat. Laut ihr verhilft eine Kompresse aus Lindenblütentee auf das Gesicht gelegt bei müden Augen und kräftigen insbesondere die feine Haut der Augenpartie.

Kosmetik aus eigener Herstellung

Generell ist die Nutzung von Kompressen für fast alle Kräuter und Pflanzen geeignet. Wahlweise kann hierfür die Kompresse mit einem Sud der Pflanze getränkt werden oder die Kräuter gut befeuchtet in der Kompresse liegend auf die Haut aufgelegt werden. Der Sud sollte bei den meisten Kräutern aus ein bis zwei Teelöffeln getrocknetem Kraut und rund 200 ml heißem Wasser gewonnen werden, die man mindestens 10 Minuten ziehen lassen sollte. Die Kompresse wird danach in die Flüssigkeit eingetaucht, anschließend der Länge nach gefaltet und U-förmig auf das Gesicht gelegt. Nach fünf bis zehn Minuten Einwirkzeit fühlt man sich je nach verwendeter Pflanze entspannt oder angeregt.

Entspannende Kräuter sind Melisse, Lavendel und Johanniskraut, anregend wirken hingegen Rosmarin und Rosenblüten. Gereizte und fettige Haut profitiert von Thymian, Salbei und Schafgarbe, während trockene und empfindliche Haut sich über eine Kompresse mit Weißdorn oder Schachtelhalm freut. Mit einer selbstgemachten Kräutermilch kann nach einer solchen Kompresse die Haut sanft gereinigt werden. Hierfür werden zwei Esslöffel Kräuter in rund 150 ml Milch eine halbe Stunde lang erwärmt ziehen gelassen und anschließend abgeseiht. Im Kühlschrank hält sich die Kräutermilch bis zu einer Woche. Geeignete Kräuter sind hierbei sowohl Lavendel und Melisse als auch Kamille für empfindliche Haut.

Natürlich schön sein

Blüten und Blätter bieten eine fast jederzeit schnell und günstig verfügbare Alternative zur herkömmlichen Kosmetik. Mit wenigen Handgriffen ist die Herstellung von Naturkosmetik leicht zu erlernen.
Einen weiteren Vorteil bietet die Übersichtlichkeit der jeweiligen Inhaltsstoffe. Während man bei den Angaben auf handelsüblichen Kosmetikprodukten häufig ein umfangreiches Lexikon benötigt und selbst dann noch nicht alles identifizieren kann, bietet die selbst gemachte Kräuterkosmetik die Sicherheit, dass keine risikoreichen Konservierungsstoffe und optische Hilfsmittel die Haut unnötig belasten.
Der Handel bietet darüber hinaus inzwischen umfangreiche Literatur für die Herstellung eigener Kosmetikprodukte, die auch Laien die Herstellungsweisen anschaulich erklären.

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