Skip to main content

Krank durch Liebeskummer

Liebeskummer dringt oft so plötzlich in ein Leben wie ein Unfall. Mit einem Schlag ist alle Innigkeit und Zweisamkeit verloren. Genauso wie bei einem Unfall verfallen Betroffene dann in eine Art Schockzustand, der sie befähigt, trotz großer Schmerzen den Alltag zu meistern. Aber auch wenn der Kummer sich schleichend aufbaut, ist er nicht unbedingt leichter zu verarbeiten. Das Leiden beginnt dann nicht ganz so plötzlich, dafür zieht es sich, zumindest gefühlt, unendlich lange hin.

Liebeskummer und Trennungsschmerz beeinflussen den Geist, aber auch den Körper. Über Tage nichts essen zu können, die Wohnung nicht zu verlassen und nächtelang nicht zu schlafen, fordert den Körper in einer Art, die krank macht.

Das gebrochene Herz

Tatsächlich wirkt sich die seelische Belastung auch körperlich aus. Die Verarbeitung des Verlustes, ob durch Trennung oder Tod eines geliebten Menschen, bringt den Körper an seine Belastungsgrenze. Das Herz ist davon stark betroffen und so wird deutlich, dass die Redewendung vom gebrochenen Herzen einen ganz realistischen Hintergrund hat: Eine starke seelische Belastung kann tatsächlich die Arbeit des Herzens beeinflussen. Werden in hohem Maße Stresshormone ausgeschüttet, so besteht die Gefahr, dass der Herzmuskel akut in seiner Funktion beeinträchtigt wird. Die Symptome sind denen eines Herzinfarktes nicht unähnlich, sind häufig ein Stechen und Ziehen in der Brust. Diese akut auftretende Störung wird dann als „Broken-Heart-Syndrom“ bezeichnet, der Verlust des Partners ist eines der verstörendsten Ereignisse im Leben.

Gemeinsam bis in den Tod

Dass vor allem ältere Ehepartner häufig kurz hintereinander versterben, ist kein Zufall. Wer älter ist und für Herzschwächen dementsprechend anfälliger, für den bedeutet der Verlust des Ehepartners ein Stresslevel, das Todesgefahr in sich birgt. Die genaue Ursache dieser plötzlichen Herzschwäche ist unbekannt, doch es wird vermutet, dass es die Ausschüttung von Stresshormonen (Adrenalin und Noradrenalin) ist, die das Herz so plötzlich aus dem Takt bringt. Ein hoher Anteil dieser Stress-Hormone macht das Herz anfällig, es kann weniger Blut transportieren. Im Ernstfall sind die Konsequenzen letal.

Liebeskummer

Liebeskummer @iStockphoto/Grischa Georgiew

Heilung möglich

Die Stress-Kardiomyopathie, wie der medizinische Fachausdruck lautet, kann gerade für ältere Menschen zwar gefährlich sein, bedeutet in der Regel jedoch keine Lebensbedrohung. In der Regel ist es ein Alarmsignal des Körpers, auf das man am Besten mit Ruhe reagiert. So bekommt der Herzmuskel Zeit sich zu erholen, ohne dass man Medikamente einsetzen muss. Für die Seele muss man natürlich eine andere Therapie finden. Trotzdem sollte jeder, der seine körperlichen Symptome mit einem Herzinfarkt in Verbindung bringt, zunächst einen Arzt aufsuchen, es könnte ja tatsächlich auch ein Infarkt sein.

Vorbeugen

Um das bedrohliche Gefühl der Angst vor einem Herzinfarkt zu umgehen, sollte man mit seinem Kummer nicht alleine bleiben, sondern sich möglichst schnell Hilfe auch für die Seelenqualen organisieren. Familie und Freunde stehen einem zur Seite und schon hat der Kummer keine Chance mehr, am Herzen zu nagen. Im Zweifelsfall kann man natürlich auch professionelle therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen und so die plötzliche Belastung erfolgreich meistern. Das ist in jedem Fall besser, als den Kummer in sich hineinzufressen.

Top Artikel in Liebe & Partnerschaft