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Lachen – die beste Medizin?

Ein Lachen, schallend laut oder verhalten und leise macht eigentlich nur in Gesellschaft so richtig Spaß. Und hier liegt auch bereits der Kern des Lachens – es dient vor allem dem Wir-Gefühl. Schließlich kommt das Lachen nur in Gemeinschaft richtig zur Geltung, was auch früher schon bekannt gewesen ist. Denn es heißt nicht umsonst: „Die Lacher auf seiner Seite haben“.

Dabei wird nicht nur aufgrund einer erheiternden Situation zum Teil herzlich gelacht. Auch wenn nach brenzligen Momenten die Gefühle aus den Beteiligten herausbrechen oder Konflikte abzuwehren sind, wird gelacht. Es handelt sich dabei um ein Ausdrucksverhalten, dass bereits Kleinkinder kennen. Säuglinge drücken mit einem Lachen bzw. Lächeln Wohlbehagen und Freude gegenüber ihren Eltern aus. Sogar die Wissenschaft beschäftigt sich mit dieser menschlichen Regung. Die Gelotologie versucht die Geheimnisse des Lachens mithilfe akademischer Methoden zu ergründen und versucht hinter die Kulissen zu schauen. Aber eines wissen die Menschen auch ohne die Hilfe kluger Köpfe – Lachen ist gesund!

Ein Lacher – große Wirkung

Beim Lachen gehen im Körper verschiedene Veränderungen vor, die wohl Auffälligsten betreffen Mimik und Gestik. Im Gesicht sind allein 17 Muskeln an diesem Vorgang beteiligt und verändern den Gesichtsausdruck deutlich. Setzt ein Lachen ein, verändern sich Nase, Augen und der Mund. Daneben beginnt sich auch die Atmung zu verändern, die Atemfrequenz steigt und Luft bewegt sich mit 100 Stundenkilometern durch unsere Lungenflügel. Zusätzlich beginnen die Stimmbänder schnell zu schwingen, wobei Frauen mit einer fast doppelt so hohen Frequenz wie Männer eindeutig die Spitzenreiter sind. Im Gegensatz zu den Muskeln im oberen Teil des Körpers beginnt die Muskulatur in den unteren Regionen zu erschlaffen. Bei einem ausgedehnten Lachanfall fällt es deshalb oft schwer, sich auf den Beinen zu halten. Neben diesen sichtbaren Auswirkungen beeinflusst herzhaftes Lachen auch den Kreislauf – und das äußerst positiv. Aufgrund der hohen Atemfrequenz wird eine Sauerstoffmenge umgesetzt, die dem drei- bis vierfachen des Normalwertes entspricht. Zusätzlich steigen Puls und Herzschlag an, was einen besonders positiven Effekt auf den Kreislauf hat und eine große Menge Cholesterin verbrennt. Auf diese Weise wird nicht nur der Organismus gestärkt, es kommt auch zu einem Absinken des Infarktrisikos. Mit einem kräftigen Lacher bringt jeder also seinen Körper so richtig in Schwung. Als positiver Nebeneffekt werden Glückshormone und andere Stoffe freigesetzt, die zu einer deutlichen Aufhellung der Stimmung führen und schmerzlindernd wirken können. Schließlich heißt es nicht umsonst, dass Lachen auch gesund sei.

Lächeln

Lächeln @iStockphoto/Scott Griessel

Lachen auf Rezept

Die therapeutische Wirkung des Lachens stand über längere Zeit auf dem Prüfstand. Allerdings ist inzwischen auch in der Schulmedizin die Meinung weit verbreitet, dass Humor und Lachen den Heilungsprozess bei so gut wie allen Krankheiten positiv beeinflussen können. Speziell bei Kindern werden aufgrund dieser Tatsache immer wieder entsprechende Unterhaltungsbestandteile in die Therapie eingefügt. Ein Vertreter, auf dessen Wirken hin der therapeutische Humor auch in der Öffentlichkeit Gehör fand, ist Patch Adams. Dieser Arzt aus den USA ist heute noch aktiv und setzte sich unter anderem auch für die Rechte der Patienten ein. Im Gegensatz zu Patch Adams handelt es sich bei den meisten „Klinik-Clowns“ aber nicht um Mediziner, sondern um Künstler, die sich dem therapeutischen Humor verschrieben haben und damit Kindern verschiedener Altersklassen bei der Genesung helfen.

Aber die Kraft des Lachens lässt sich nicht nur im Krankheitsfall ausnutzen. Mittlerweile finden sich immer mehr Menschen in sogenannten Lachclubs zusammen und praktizieren Lachyoga. Dabei handelt es sich um ein grundloses Lachen, welches einfach nur der Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens dienen soll. Begonnen wird hierbei mit einfachen Atemübungen, die allmählich in ein echtes Lachen übergehen sollen und dadurch positive Energien freisetzten.