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Liebeskummer – wie werde ich ihn los?

Oft passiert es ganz unerwartet, eben schien noch alles in Ordnung und plötzlich gerät die Welt aus den Fugen. Plötzlich wankt das Beziehungsgebäude und auch wenn man alles tut, um es zusammenzuhalten, es kracht unweigerlich in sich zusammen.

Liebeskummer ist ein emotionaler Ausnahmezustand, er kommt ganz plötzlich und dann ist nichts mehr so, wie es vorher war. Oft bleibt er quälend lange. Quälend für den Betroffenen und quälend auch für alle Nahestehenden. Ein Patentrezept gibt es nicht, kein Arzt verschreibt Pillen gegen Liebeskummer. Dafür schreibt er oft ein paar Tage krank, aber das hilft kaum über die folgenden Wochen und Monate hinweg.

Schokolade ist ein gängiges Rezept zum Heilen jeglichen Kummers, vor allem bei Frauen, und hilft natürlich auch bei Liebeskummer. Schokolade macht tatsächlich glücklich, ihre Inhaltsstoffe kurbeln die Serotoninproduktion im Körper an und das hebt bekanntlich die Stimmung, macht aber leider in hohen Dosen auch dick und fettige Haut. Man sollte sich also nicht gleich von Schokolade ernähren wollen.

Glückshormone werden auch beim Sport ausgeschüttet. Sport ist natürlich nicht nur bei Liebeskummer empfehlenswert, aber gerade in dieser schweren Zeit trägt er dazu bei, das Selbstwertgefühl nicht zu verlieren. Sportliche Betätigung macht den eigenen Körper bewusst, macht stolz auf die eigene Leistung, lenkt vom Grübeln ab und macht zudem müde. Während Frauen sich häufig intensiv mit den Gründen einer gescheiterten Liebe auseinandersetzen und dabei Unmengen von Schokolade verzehren, suchen Männer viel eher die Ablenkung, zum Beispiel im Sport, was in diesem Fall nicht unbedingt das Schlechteste ist.

Es ist durchaus vorteilhaft, dafür zu sorgen, dass man nicht permanent und auf allen Ebenen mit dem Thema konfrontiert wird. Man entfernt also alle Gemeinsamkeiten, so gut es eben geht, aus der Wohnung. Fotos und Geschenke muss man sich nicht auch noch ständig anschauen – dass einen der Kopf permanent an die gemeinsame Zeit erinnert, ist schon quälend genug.

Liebeskummer

Liebeskummer @iStockphoto/Grischa Georgiew

Sofort trennen kann man sich von Erinnerungsstücken natürlich nicht, zumal man in der Regel die Hoffnung in eine gemeinsame Zukunft noch nicht komplett aufgegeben hat. Deshalb packt man die Stücke zunächst in eine große Kiste und verstaut die irgendwo außerhalb der Wohnung, im Keller, auf dem Boden, weit weg. Auch wenn man es nicht glauben mag, das wirkt sehr befreiend.

Es ist sehr verlockend bei Liebeskummer in eine Grübelstarre zu verfallen. Die Welt ödet einen an, man will nichts mehr hören oder sehen, man vernachlässigt sich und seine Freunde und Familie. Doch das ist der falsche Weg, auch in den bekanntlich schlimmsten ersten zwei Wochen nach der Trennung. Besser verlässt man die eigenen vier Wände häufig, trifft sich mit Freunden und kultiviert alte Hobbys. Alles, was an die Vergangenheit erinnert, sollte soweit weg wie möglich sein. Solange sich diese Taktik in einem gesunden Rahmen bewegt, muss man keine Angst vor Verdrängung haben. Kopf und Geist beschäftigen sich weiter mit dem Verlust und beginnen auch ohne ständige Grübelei langsam zu verarbeiten.

Mit der Zeit akzeptiert man, dass geschehen ist, was geschehen ist. Es gelingt, mit der Geschichte abzuschließen und in ein normales Leben zurückzukehren. Dann wird man auch wieder für andere attraktiv – das Liebesglück, nach dem man im Moment der Trennung so sehr sucht, kommt erst zurück, wenn man im Geiste wieder frei ist. Ein freier Mensch ist attraktiv, aber keiner der in Selbstmitleid ertrinkt.
Jede Trennung bedeutet auch einen Neuanfang: Endlich kann man alles tun, was man für den Partner aufgeben musste und das sollte man auch nach Herzenslust. Single sein bedeutet selbstbestimmt zu leben und daran kann man sich, zumindest für eine Übergangszeit, wirklich gut gewöhnen.

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