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Markisen

Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Markisen, die sich auf den ersten Blick vor allem durch ihren Markisenstoff zu unterscheiden scheinen. So gibt es Markisen in vielen unterschiedlichen Dessins, von klassisch einfarbig über gestreift bis bunt gemustert. Unterschieden werden Markisen jedoch nicht hinsichtlich ihrer Farben und Muster, sondern hinsichtlich ihrer Funktionsweise. Man teilt Markisen in drei unterschiedliche Kategorien ein: Zum einen gibt es Roll-Markisen. Sie bestehen aus einer großen Stoffbahn, die ein oder ausgerollt werden kann. Zum anderen gibt es Falt-Markisen, bei denen der Stoff zum Ein- und Ausfahren der Markise gefaltet oder gespannt wird. Und zu guter Letzt gibt es außerdem Fest-Markisen, bei denen der Stoff nicht je nach Witterung verändert werden kann.

Markise

Markise ©iStockphoto/Kenny10

Markisen wie aus den 50ern: Fest-Markisen

Die nostalgischste und gleichzeitig einfachste Konstruktion unter den Markisen ist die Korbmarkise. Sie gehört zu den Fest-Markisen, denn sie bestehen aus einem Gestell aus Metall oder Holz, auf das der Markisenstoff gespannt wird. Das Gestell ist häufig wie ein größerer länglicher Regenschirm gebogen. Diese Art der Markise sieht man besonders häufig bei kleineren Geschäften, Bäckereien und Cafés. Privat ist diese Markisenform seltener anzutreffen.

Praktische Markisen zum Ein- und Ausrollen: Gelenkarmmarkisen

Am häufigsten werden Roll-Markisen genutzt. Die bekannteste Form unter den Roll-Markisen ist die Gelenkarmmarkise. Sie zählt zu den am häufigsten verwendeten Markisen und stellt außerdem auch die modernste Form der Markise dar. Ihr Name verrät wie diese Markise konstruiert ist: An einem festen Nutrohr aus Stahl, der sogenannten Tuchwelle, sind zwei oder mehr Arme, meist aus Aluminium, über die der Markisenstoff gespannt wird. Diese haben etwa in der Mitte Gelenk und sind im eingefahrenen Zustand der Markise geknickt. Wird die Gelenkarmmarkise ausgefahren, werden die Arme von der Tuchwelle nach außen gedrückt, bis sie durchgestreckt sind. Der große Vorteil der Gelenkarmmarkise ist, dass sie Flächen von 40 Quadratmeter abdecken kann – und das freitragend. Problemlos können so auch größere Flächen geschützt werden, ohne das Platz witterungsbedingt oder durch das Aufstellen von Schirmfüßen verloren geht. Zieht ein Regenschauer auf oder scheint die Sonnen zu erbarmungslos vom Himmel, kann die Markise in Windeseile ausgefahren werden und den nötigen Schatten oder Unterstand bieten. Wird die Markise nicht gebraucht, kann sie ebenso schnell wieder verschwinden und wird platzsparend an der Hauswand in der Tuchwelle aufbewahrt. Gelenkarmmarkisen sind in unterschiedlichen Größen erhältlich und für jeden Gebrauch geeignet, unabhängig davon ob sie einen kleinen privaten Balkon bedecken sollen oder einen größeren Biergarten. Für größere Flächen können mehrere Markisen auch miteinander kombiniert werden. Auch der Neigungswinkel der Markise kann individuell eingestellt werden.

Kassettenmarkisen

Bei Gelenkarmmarkisen wird zwischen offenen Markisen und geschlossenen Markisen unterschieden. Bei der letzteren ist die Tuchwelle nicht offen zu sehen, sondern wird in einem Kasten untergebracht und so vor Witterungseinflüssen geschützt. Daher wird diese Form der Markise auch als Kassettenmarkise bezeichnet. Es gibt darüber hinaus auch Markisen, die eine Zwischenlösung zwischen Gelenkarm- und Kassettenmarkise darstellen, die sogenannten Hülsen- bzw. Tuchkassettenmarkisen. Bei diesen wird nur die Tuchwelle in einem zusätzlichen Kasten geschützt, die Gelenkarme hingegen liegen frei. Alle Formen der Gelenkarmmarkise können entweder manuell über eine Kurbelstange oder elektrisch betrieben werden.

Fallarmmarkisen

Sehr viel einfacher konstruiert als Gelenkarmmarkisen sind Fallarmmarkisen, die ebenfalls zu den Roll-Markisen gehören. Sie besitzen ebenfalls eine Tuchwelle mit zwei oder mehr Armen, im Gegensatz zur Gelenkarmmarkise sind die Arme jedoch nicht an der Tuchwelle und am vorderen Ende angebracht und werden auch nicht über ein Gelenk gebeugt. Stattdessen ist das eine Ende der Arme am vorderen, ausfahrbaren Teil der Markise angebracht, während das andere Ende auf einer Schiene oder direkt an der Hauswand deutlich unterhalb der Tuchwelle angebracht werden. Ist die Markise aufgerollt, liegen die Arme senkrecht an der Hauswand. Wird die Markise ausgerollt bewegt sich ein Ende der Arme von der Hauswand weg, bis sie waagerecht im Winkel von 90° dieser wegstehen. Der Schwenkbereich von 90° kann je nach Markise auch auf 140° erweitert werden.

Senkrechtmarkisen und Markisoletten

Diese Art der Markisen gibt es auch so konstruiert, dass die Markise nicht in einem bestimmten Neigungswinkel von der Hauswand absteht, sondern stattdessen senkrecht nach unten ausgerollt werden kann. In diesem Fall spricht man von einer Senkrechtmarkise, Fallmarkise oder einer Vertikalmarkise. Darüber hinaus gibt es auch noch eine Kombination aus Fallarmmarkise und Senkrechtmarkise, die sogenannte Markisolette. Der obere Teil wird erst vertikal nach unten ausgerollt. Ab einer bestimmten Ausrolllänge stellen sich dann Arme auf, um den unteren Teil der Markise von der Fassade wegzudrücken. Markisoletten begegnen einem recht häufig an Krankenhäusern, Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden.

Nützlich, Schatten spendend und faltbar: Falt-Markisen

Falt-Markisen funktionieren im Prinzip wie Roll-Markisen, nur dass sie eben nicht aufgerollt, sondern gefaltet werden. Dies übernehmen bei dieser Markisenart keine Arme sondern zwei seitliche Seile. Aufgrund ihrer Konstruktion werden Falt-Markisen häufig im Innenbereich verwendet, da sich zwischen den Falten des Markisenstoffes sonst schnell Unrat sammeln und auf Dauer die Markise beschädigen könnte. Spezielle Falt-Markisen sind sogenannte Seilspannmarkisen. Sie eignen sich daher für besonders große Fenster oder Wintergärten. Dennoch ersetzen sie keine Roll-Markisen, denn unter diesen gibt es für solche Zwecke mittlerweile auch spezielle Wintergartenmarkisen, die außen über dem Wintergartendach angebracht werden und beim Ausrollen der Form des Wintergartens folgen. Welche Art der Markise man bevorzugt hängt daher nur zum Teil von dem Bereich ab, den sie schützen soll, und zum Großteil auch vom eigenen Geschmack. Neben den typischen Markisen zum Rollen oder Falten gibt es außerdem noch eine Reihe weiterer Markisen oder markisenähnlicher Konstruktionen wie Sonnensegel zum Beispiel.

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