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Nach der Zahnimplantate Operation

Ein strahlendes Lächeln und ein selbstbewusster Auftritt können viele Türen öffnen. Aber nicht jedem Menschen sind derart positive Eigenschaften gegeben. Insbesondere dann nicht, wenn in den Zahnreihen eine Lücke klafft und eine natürliche Gestik schwerfällt. In diesen Fällen kann ein Implantat jedoch helfen. So unkompliziert sich die Operation allerdings auch gestalten mag: Erst das Verhalten des Patienten nach dem Eingriff entscheidet über den Verlauf des Heilungsprozesses. Hierbei ist es also ratsam, sich den Anordnungen des Arztes zu fügen. Fehltritte können zu akuten oder sogar langwierigen Komplikationen führen. Doch wie sollte man sich eigentlich nach dem Einsetzen des Implantats verhalten?

Allgemeines zur Operation

Implantate stellen für die meisten Zahnärzte heutzutage keine besondere Herausforderung mehr dar. Das Einsetzen hat sich zu einer routinierten Tätigkeit entwickelt, die für den Patienten ebenfalls schonend verläuft. Aufgrund der lokalen Betäubung ist daher nicht mit Schmerzen zu rechnen. Auch der zeitliche Aufwand hält sich in engen Grenzen: Nicht mehr als 20 Minuten werden für jedes Provisorium benötigt. Allerdings muss bedacht werden, dass der Eingriff damit noch nicht beendet ist. Erst in den kommenden Wochen können die Wunden verheilen – dann ist es auch möglich, das eigentliche Implantat einzusetzen. Es dürfte insgesamt also einige Monate benötigen, bis der Erfolg der Maßnahme sichtbar wird, sich keinerlei Schmerz- oder Entzündungsherde mehr einstellen und die Lücke im Gebiss dauerhaft durch einen künstlichen Zahn geschlossen ist. Der Betroffene kann durch die richtige Nachsorge im Rahmen der Operation diesen Prozess aber beschleunigen. Mit den folgenden Hinweisen gelingt es zudem, Schwellungen zu vermeiden.

Am Tag der Operation: Ruhe gönnen

Wichtig ist es zunächst, dass das Einsetzen an sich in den Alltag integriert werden kann. Krankschreibungen erfolgen üblicherweise nicht. Dennoch ist die gesundheitliche und mentale Verfassung der Patienten unterschiedlich gestaltet. Daher kann es nicht schaden, sich zumindest selbst für den restlichen Tag etwas Ruhe zu verordnen, die Beine hochzulegen oder sogar für einige Stunden zu schlafen. Wer dazu nicht willens oder in der Lage ist, sollte die betroffene Seite des Mundes mit Kühlpackungen behandeln und auf diese Weise dem Aufkommen etwaiger Schwellungen vorbeugen. Erfahrungsgemäß dauern die möglichen Formen des Unwohlseins nach der Operation nicht mehr als ein bis zwei Tage an – wer sich also direkt nach dem Eingriff die benötigte Entspannung gönnt und die Wunde kühlt, kann diese Zeit meist deutlich verkürzen. Sollte auch das nicht ausreichen, so genügt ein Anruf beim Zahnarzt, um eine Krankschreibung zu erwirken. Nahezu alle Praxen zeigen sich in dieser Hinsicht sehr kulant.

Am Tag der Operation: Hinweise zu Speisen und Getränken

Gleich nach dem Abklingen der Betäubung können feste und flüssige Nahrungsmittel verzehrt werden. Fühlt sich der Bereich rund um das Implantat also nicht mehr taub an, so scheint der passende Zeitpunkt gekommen. Meist ist dieser etwa anderthalb bis zwei Stunden nach dem Eingriff erreicht. Einschränkungen gibt es aber in der Frage, was denn eigentlich gegessen und getrunken werden darf. Als Faustregel gilt: Alle reizenden Stoffe sollten gemieden werden. Das kann der heiße Kaffee ebenso wie der eiskalte Saft sein. Säuren aus Obst und manchem Gemüse verstärken gleichermaßen das Schmerzempfinden. Auch scharfe Gewürze sollten zunächst nicht auf dem Speiseplan stehen. Gleiches gilt für Tabak: Der rauchige Qualm im Mund ist für die Wundheilung nicht förderlich. Wichtig ist es zudem, Milchprodukte wie Quark, Käse, Joghurt oder die Milch an sich zu vermeiden, sofern das geöffnete Zahnfleisch genäht werden musste und die Fäden noch nicht entfernt wurden. Auch hier kann es zu ungünstigen Wechselwirkungen kommen.

Zahnimplantat

Zahnimplantat @iStockphoto/Talaj

Am Tag der Operation: Das Putzen der Zähne

Übrigens muss direkt nach dem Eingriff auch nicht auf die Mundhygiene verzichtet werden. Es ist gerade dann sogar besonders wichtig, sich diesem Thema zu widmen. Die Zähne werden somit ganz normal geputzt – lediglich die betroffene Stelle wird zunächst ausgespart. Ratsam ist es, sich aus der Apotheke vorab eine desinfizierende Lösung zu besorgen, die für derlei medizinische Fälle geeignet ist. Sie sollte in der Lage sein, das Auftreten der Bakterien an und in der Wunde zu beseitigen. Setzt dort erst einmal der Heilungsprozess ein, könnten die Krankheitserreger im Kiefer oder dem Zahnfleisch eingeschlossen werden – hier treten nicht selten noch Tage oder Wochen später einige Komplikationen auf. Etwa nach drei bis vier Tagen sollte jedoch der Einsatz der Zahnbürste wieder möglich sein. Wem das noch nicht gelingt, der wendet weiterhin das Mundwasser an.

Zwei bis vier Tage nach der Operation: Der Kontrollbesuch

Unumgänglich ist es, sich schon wenige Tage nach dem Eingriff abermals in der Praxis vorzustellen. Der Arzt wird hierbei den Heilungsverlauf begutachten und gegebenenfalls helfende Maßnahmen einleiten. Ob dabei schon die Fäden der Wunde gezogen oder diese erst in einem späteren Termin entfernt werden, hängt regelmäßig vom Einzelfall ab. Der Mediziner wird dennoch feststellen, ob sich Entzündungen bilden, inwieweit die üblichen Schwellungen abklingen und ob sich der Halt des eingesetzten Stiftes sowie des Provisoriums im Kiefer genau so gestaltet, wie das anfänglich gedacht war. Da bereits die Operation meist ohne Komplikationen absolviert wird, dürfte auch eine solche nachträgliche Kontrolle problemlos zu bewältigen sein. Sie erfordert nur wenige Minuten. Sollte der Zahnarzt gewisse Besonderheiten feststellen, so kann er eine Krankschreibung erwirken oder anderweitig zur Besserung beitragen. Auch etwaige Fragen zu den Verhaltensweisen der nächsten Tage werden hier gerne beantwortet.

Zwei bis vier Tage nach der Operation: Das Antibiotikum absetzen

Im Rahmen des Eingriffs wird heutzutage nahezu jeder Zahnarzt ein antibiotisches Mittel verschreiben. Damit soll den Bakterien keine Möglichkeit gegeben werden, sich auszubreiten. Im gesamten Organismus wird durch die Tabletten ein Klima geschaffen, das die Viren relativ schnell unschädlich macht. Hierbei ist es bedeutsam, sich streng an die Empfehlungen des Arztes zu halten. Somit kann es je nach Situation durchaus vorkommen, dass die Einnahme für mehr als eine Woche angeordnet wird – gerade bei mehreren zeitgleich eingesetzten Implantaten ist das keine Seltenheit. Anderenfalls sollte es aber genügen, die Tabletten nach wenigen Tagen abzusetzen. Ist eine halbe Woche vergangen, wird der Körper ohnehin genügend Abwehrstoffe gegen die Bakterien aufgebaut haben. Allerdings kann im Zweifelsfall eine Rücksprache mit dem Mediziner eindeutig die Frage beantworten, ab wann der Patient auf das Mittel tatsächlich nicht mehr angewiesen ist. Der Kontrollbesuch stellt einen günstigen Zeitpunkt dar.

Zwei bis vier Tage nach der Operation: Rückkehr zur Normalität

In den meisten Fällen wird es nicht mehr als eine halbe Woche dauern, ehe sich der Alltag wieder einigermaßen reguliert hat. Heißt also, mit Schwellungen und Schmerzen sollte nun nicht mehr zu rechnen sein. Krankschreibungen und längere Ruhephasen werden ebenso wenig benötigt. Das Putzen der Zähne kann wieder umfassend erfolgen – sollte an den betroffenen Stellen aber natürlich etwas vorsichtiger gestaltet werden. Auch bei der Ernährung müssen ab diesem Zeitpunkt nahezu keine besonderen Maßnahmen mehr zur Anwendung kommen. Allerdings gilt es zu bedenken, dass zuckerhaltige und sehr saure Speisen noch immer den gesamten Prozess der Wundheilung beeinflussen. Es empfiehlt sich daher, zumindest innerhalb der ersten Woche nach dem Eingriff auf alle Lebensmittel zu verzichten, die der Körper nicht zwingend benötigt. Süßigkeiten, koffeinhaltige Getränke oder Zigaretten und Alkohol sollten daher zunächst einmal unangetastet bleiben. Die Gesundheit profitiert in jedem Falle von diesem Schritt.

Ein bis drei Monate nach der Operation: Das Zahnimplantat wird eingesetzt

Es hat sich bei derartigen Operationen in den letzten Jahrzehnten das Vorgehen etabliert, zunächst lediglich ein Provisorium auf den im Kiefer befindlichen Stift zu setzen. Das eigentliche Implantat wird dagegen erst einige Wochen später in das Gebiss eingelassen. Der Vorgang erfolgt schnell und schonend, mit Schmerzen oder Schwellungen ist hier nicht zu rechnen. Dennoch hängt es stark vom Einzelfall ab, wann der Zahnarzt diese Maßnahme vornimmt. Bei einigen Patienten wird der Zeitpunkt nach einem oder zwei Monaten gekommen sein, bei anderen kann sich eine Verzögerung von mehr als einem halben Jahr ergeben. Hier erfordert es im Zweifel also etwas Geduld, ehe das Implantat an die dafür vorgesehene Stelle rückt. Mit den zuvor genannten Ratschlägen der Wund- und Kieferheilung lässt sich jedoch ein sinnvoller Beitrag zur Beschleunigung der Wartezeit leisten. Je gesünder der Patient in dieser Phase lebt, desto eher kann der künstliche Zahn eingesetzt werden.

Ein bis drei Monate nach der Operation: Der Kiefer verheilt

Für die meisten Betroffenen ist es zunächst wichtig, dass nach dem Eingriff keine Schmerzen auftreten, keine Schwellungen sichtbar sind und auch etwaige Entzündungen möglichst rasch wieder abklingen. Bei den Kontrollbesuchen wird der Zahnarzt aber auch etwas anderes im Blick haben: Er muss schauen, wie sich das Wachstum des Kiefers rund um den eingesetzten Stift gestaltet. Dieser natürliche Vorgang kann zumeist nicht beeinflusst werden und erfordert daher besonders viel Zeit. Meist hat sich nach spätestens einem Vierteljahr eine neue Knochensubstanz gebildet, die den Stift eng umschlossen hält und damit zur Sicherheit des Implantats beiträgt. Allerdings kann es auch hier je nach individueller Verfassung und dem Gesundheitszustand vorkommen, dass sich das gewünschte Wachstum erst deutlich später einstellt. Der Mediziner wird daher regelmäßig kontrollieren, ob sich der Vorgang auch ohne sein Eingreifen positiv gestaltet, oder ob auf Hilfsmittel zurückgegriffen werden muss.

Ein bis drei Monate nach der Operation: Der Erfolg stellt sich ein

Es ist von vielen Faktoren abhängig, wann sich die Wunden im Zahnfleisch und im Kiefer vollends schließen. Damit dürfte es auch nicht immer ganz vorhersehbar sein, wann der Patient endlich in den Genuss des eigentlichen Implantats kommt – und wie sich die Zufriedenheit damit gestaltet. Üblicherweise wird der künstliche Zahn nach wenigen Tagen schon als etwas Körpereigenes wahrgenommen. Nur selten kommt es dagegen zu Störungen. Etwa dann, wenn das Implantat ein wenig zu groß oder zu breit ist und sich nicht nahtlos in das Gebiss eingliedern kann. Oder wenn eine Unverträglichkeit gegen die verwendeten Kunststoffe vorliegt – wobei diese Komplikation sehr selten auftritt. In allen Fällen ist der behandelnde Zahnarzt der beste Ansprechpartner, um kleinere Nachbesserungen vorzunehmen und damit dem Wohlbefinden und der Gesundheit des Patienten zu dienen. Denn ein Implantat hellt nicht nur jedes Lächeln auf, sondern es stärkt auch das Selbstvertrauen.

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