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Nass-Rasur vs. Trocken-Rasur

Endlich einmal ein Thema, bei dem die Herren der Schöpfung sich über das beschweren können, was ihnen alltäglich zugemutet wird: Die Rasur. Ganz klar, das ist zumindest was die Gesichtsrasur anbelangt, eine Thematik bei der Frauen wenig mitzureden haben – außer natürlich, dass sie sich natürlich einen Mann wünschen, der gründlich rasiert ist und sich beim Küssen nicht durch borstige Stoppeln unangenehm rau anfühlt.

Dabei verläuft eine Front durch die männliche Bevölkerung, die diese in zwei Lager spaltet: Die einen schwören auf die Nass-Rasur, die anderen bevorzugen eindeutig den praktischen Elektrorasierer. Die Entscheidung für eine der beiden Varianten ist dabei zumeist von Dauer. Viele Männer bleiben bei der Methode, in deren Geheimnisse sie von ihren Vätern eingeführt wurden.

Die Nutzer eines Elektrorasierers denken meistens äußerst pragmatisch: Es ist einfach, die Verletzungsgefahr ist gering und man braucht keinen zusätzlichen Schnickschnack. Dabei wird die elektrische Methode in der Regel von Männern bevorzugt, die keinen extrem starken Bartwuchs aufweisen. Und das ist auch gut so: Wer dunkle Haare hat und wer seinen Haaren beim Sprießen buchstäblich zuschauen kann, sollte tatsächlich lieber auf eine gute alte Nassrasur vertrauen: Nur sie bietet umfassende Gründlichkeit. Das ist allerdings oftmals nicht der einzige Grund, warum sich die Nassrasur in modernen Zeiten immer noch zahlreicher Anhänger erfreuen kann: Viele Männer halten diese Variante für stilvoller und entspannender. Eine Nassrasur erfordert Zeit, Zeit bei der man sich ganz nebenbei vom Stress des Alltags erholen oder sich morgens in Ruhe auf den Tag vorbereiten kann.

Der Klassiker: Nass-Rasur

Die Nass-Rasur ist nun wirklich oldschool – wobei mit dieser Charakterisierung keinesfalls eine Bewertung vorgenommen werden soll. Vielmehr ist hiermit der Umstand angesprochen, dass die Nass-Rasur bereits bei den Ägyptern bekannt war. Die Entwicklung ist allerdings nicht bei den aus Bronze und Kupfer bestehenden Rasiermessern stehen geblieben, die dort zum Einsatz kamen.

Ein Meilenstein ist wohl das Klappmesser, welches entwickelt von Sheffield im 17. Jahrhundert den Markt eroberte. Es bestand aus Edelstahl und konnte aufgrund seiner Klappfunktion sicher in die Tasche gesteckt werden. Wer es sich leisten konnte, suchte für eine Rasur den Barbier auf: Aufgrund seiner flinken und geschickten Hände ließ sich das Risiko, welches mit einer Rasur mit einem blanken Messer verbunden ist, wesentlich minimieren.

Rasieren

Rasieren @iStockphoto/Liv Friis-Larsen

In unserer heutigen Zeit, in der sich die Anhänger der Nass-Rasur zumeist zuhause rasieren, gibt es in den Drogerien und in anderen Warenhäusern viele unterschiedliche Klingen und Rasierhalter. Glaubt man der Werbung, ist eine besser als die nächste. Was allerdings trotz der unterschiedlichen „Technologien“, mit denen geworben wird, immer gleich ist, ist das Grundprinzip einer Nass-Rasur: Zunächst einmal muss die Haut gereinigt und die Stoppeln eingeweicht werden. Das Einweichen kann dabei durch die Verwendung von Rasierschaum bewerkstelligt werden. Echte Nass-Rasur-Fans schwören allerdings auf Rasiercreme und –seife, welche sich zu einem festen Schaum schlagen lassen. Nächster Schritt: Die Rasur. Hier lauft am besten alles glatt, wenn man sich an die Reihenfolge hält, die auch schon unsere Großväter und deren Ahnen bevorzugten: Erst Wangen, dann Hals, dann Oberlippe und Kinn. Der Grund für diese Reihenfolge liegt in der Natur des Mannes begründet: In aller Regel wachsen die stärksten und unnachgiebigsten Barthaare an der Oberlippe und am Kinn – hier sollte also möglichst lange der Schaum einwirken, der die Haarstoppeln einweicht und auf die Rasur vorbereitet.

Die Haut sollte bei der Rasur gespannt werden – entweder durch lustige Gesichtsverrenkungen oder aber durch den Einsatz der freien Hand. Wer keine Probleme mit seiner Haut hat, kann gegen den Strich rasieren, dabei werden die gründlichsten Resultate erzielt, allerdings die Haut auch stark beansprucht. Sensible Haut also besser mit dem Strich rasieren.

Krönender Abschluss einer jeden Nass-Rasur: Die Haut von Schaumresten und abrasierten Stoppel befreien und sie mit After Shave beruhigen. Auf diese Weise wird die Regeneration der beanspruchten Hautpartien angeregt.

Männer und Technik: Die Trocken-Rasur

Nachdem Remington Anfang der 1930er Jahre den ersten elektrischen Rasierer auf den Markt brachte, hat dieses praktische Gerät seinen Siegeszug langsam begonnen. Seit den 1950er Jahren war er bereits in vielen deutschen Haushalten vorhanden und erleichterte den für das Wirtschaftswunder arbeitenden Männern die morgendliche Rasur. Bei einem Elektrorasierer rotieren entweder die Messerblöcke oder sie rutschen hin und her um die lästigen Stoppel zu entfernen. Egal auf welche Methode der Hersteller zurückgreift, eines ist immer gewährleistet: Die Sicherheit. Dieses ist der größte Pluspunkt, den der Elektrorasierer für sich verzeichnen kann. Er verdankt seine Sicherheit dem Umstand, dass eine sehr feine Scherfolie die empfindliche Männerhaut vor den scharfen Messerblöcken schützt.

Der Elektrorasierer hat allerdings auch einen große Nachteil: Bei starkem Bartwuchs können manchmal nicht optimale Ergebnisse erreicht werden. Zudem wirkt eine Nassrasur immer gründlicher, da bei dieser die Haare direkt an der Hautoberfläche abrasiert werden und nicht wie beim Trockenrasierer lediglich dank Scherfolie erst ab einem gewissen Abstand.

Männer, die allerdings eine sehr empfindliche Haut haben oder gar unter Ekzemen leiden, sollten die wenigen Nachteile, die der Elektrorasierer aufweist, dennoch in Kauf nehmen. Ihre Haut wird durch eine Trocken-Rasur weniger beansprucht als bei einer Nass-Rasur, bei der die Klinge unmittelbar über die Haut gleitet. Auch in der Pubertät – hier bleibt man ja leider selten von Pickeln verschont – und generell für Neueinsteiger ist die Trocken-Rasur die bessere, da sicherere Wahl.

Fazit

Für welche Methode „mann“ sich nun entscheidet, ist in vielen Fällen eine Typ-Frage. Dennoch gibt es gerade was die Sicherheit und die Güte des Rasur-Ergebnisses anbelangt, leichte Unterschiede zwischen den beiden Methoden. Wichtig ist jedoch, dass die Rasur nicht zur Qual werden sollte, da sie viele Männer ihr Leben lang begleitet. Wer diese Pflicht als lästig empfindet, dem sei gesagt: Bärte sind wieder modern!