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Natürliche Hausmittel gegen Pickel

Bevor wir das Thema der Überschrift richtig angehen, möchten wir zunächst erläutern, was Pickel überhaupt sind und wie sie entstehen, denn wer die Ursachen kennt, kann dieselben möglicherweise weitgehend vermeiden, sodass Maßnahmen gegen die Pickel sogar obsolet werden können.

Mit dem eher umgangssprachlichen Begriff Pickel ist auch der sogenannte Mitesser oder, noch etwas vornehmer, der Komedo gemeint. Ein Komedo entsteht immer dann, wenn sich der Kanal des Talgdrüsenfollikels verstopft. Dahinter verbirgt sich meistens eine übermäßige Verhornung, auch Hyperkeratose genannt. Dabei verdichten sich Hornlamellen zu einem Pfropfen mit der Folge, dass der Ausgang des Follikelkanals sogar vollständig verschlossen werden kann. Die meistens etwas dunklere Verfärbung erfolgt durch den Farbstoff Melanin, der nun mit Sauerstoff in Berührung kommt (Oxidation). Pickel entstehen vorwiegend in der T-Zone, damit sind die Stirn, die Nase und das Kinn gemeint. Bei fettiger Haut kann auch das gesamte Gesicht betroffen sein.

Hautärzte halten gar nichts davon, die Komedonen selbst auszudrücken, denn es besteht dabei die Gefahr, Bakterien sehr viel tiefer in die Haut einzupressen mit der Folge der Bildung von Abszessen. Die deutlich bessere Art ihrer Bekämpfung besteht in der Anwendung von Produkten, die Salicylsäure, Adapalen oder Benzoylperoxid enthalten. Indem die Salicylsäure die oberste Schicht ablöst, werden die Poren geöffnet und der überschüssige Talg kann so einfach entweichen. Ganz ähnlich wirken auch Adapalen und Benzoylperoxid. Die Abheilung bereits entzündeter Bereiche wird mit Salben befördert, die einen hohen Anteil Zinkoxid enthalten.

An dieser Stelle ist es uns wichtig zu betonen, dass man nicht immer zu den teuren Pflegeprodukten aus einer Drogerie oder einer Apotheke greifen muss, denn es gibt auch in unserem normalen Haushalt eine Reihe einfacher, natürlicher Mittel, mit denen wir Pickel recht effizient bekämpfen können. Es gibt Hausmittel, die wie beim Peeling alte Hautzellen beseitigen. Durch ausgiebige Gesichts- oder Vollbäder werden die Poren geöffnet, damit der überschüssige und zum Teil angestaute Talg entweichen kann. Darüber hinaus gibt es einfache Hausmittel, die als Maske aufgelegt die Gesichtshaut reinigen und zugleich beruhigen.

Pickel

Pickel ©iStockphoto/shironosov

Hausmittel zum Peeling

Bei diesen reinigenden Prozessen werden alte Hautschuppen entfernt und in der Folge verstopfte Poren geöffnet, außerdem wird die Neubildung von Hautzellen angeregt.

– Kaffeepulver
Wir lassen den Inhalt des Filters nach dem frischen Aufbrühen unseres Kaffees abkühlen. Dann können wir den Kaffeesatz auf den betroffenen Hautstellen vorsichtig verreiben und circa 20 Minuten einwirken lassen. Danach waschen wir alles mit warmem Wasser ab.

– Zitrone
Damit können wir den Säureschutzmantel unserer Haut regenerieren. Die recht intensive Fruchtsäure sorgt dafür, dass abgestorbene Hautschuppen abgetragen werden. Dazu verwenden wir die gut gewaschene Schale von ein oder zwei unbehandelten Zitronen. Sie wird gerieben und auf Küchenpapier getrocknet. Dann nehmen wir ein geeignetes Gefäß, zum Beispiel eine Tasse, und verrühren die Flocken aus Zitronenschalen mit zwei Esslöffel Sesamöl. Diese dünne Paste wird dann im Gesicht einmassiert. Auch dieses Peeling kann nach wenigen Minuten mit lauwarmem Wasser abgewaschen werden.

– Avokado
Bei eher trockener und auch etwas empfindlicherer Haut eignet sich die cremige Avokado besser. Dazu zerdrücken wir das Fruchtfleisch einer reifen Avocado, reichern es mit drei Esslöffeln Olivenöl an und rühren auch noch einen Esslöffel Honig darunter. Diese Paste wird dann großzügig und gleichmäßig mit streichenden Bewegungen auf das Gesicht geschmiert. Die Einwirkzeit bis zur Abnahme sollte hier etwa zehn Minuten betragen.

– Das Salz des Meeres
Besonders gut eignet sich das Salz aus dem Toten Meer. Wir vermischen Meersalz mit Olivenöl und massieren diese Paste sanft auf der Haut ein. Dies regt zugleich die Durchblutung an, die überschüssige Talgproduktion wird zurückgefahren. Wer ab und zu einige Tage im Meer schwimmen geht (zum Beispiel im Urlaub), kann ganz bestimmt über gute Erfahrungen hinsichtlich der Reinigung und Verheilung der Haut selbst berichten.

Vollbad und Gesichtsbäder

– Salzwasser
In warmem Salzwasser zu baden, wirkt auf die Haut reinigend und dehydrierend. Salz entzieht der Haut auf der Basis chemischer Reaktionen Giftstoffe und Abfallprodukte. Nach dem Vollbad bildet die Haut automatisch eine neue Schutzschicht auf. Dies betrifft auch die natürliche Einfettung, vorausgesetzt, wir lassen fettende Cremes einfach mal weg.

– Dampfbäder
Viele kennen das noch von ihren Eltern oder Großeltern, wenn diese eine schwere Erkältung auskurieren wollten und ihren Kopf mit einem großen Handtuch bedeckt über eine heiße Schüssel mit Wasser und frischem Kamillentee hielten, so heiß sie es eben gerade noch vertragen konnten. Der heiße Dampf erweitert nebenbei die Poren, sodass überschüssiger Talg leicht abfließen kann. Es ist abhängig vom Hauttyp, wie lange man sein Gesicht den heißen Dämpfen aussetzen sollte, aber fünf bis zehn Minuten dürfen es schon sein.

Als Zusätze kann man aber auch Meersalz, Rosmarin oder Grapefruitöl wählen, dabei wirkt Rosmarin desinfizierend, Meersalz (wie schon beschrieben) reinigt und Grapefruitöl pflegt und strafft die Haut.

Bei fettiger, unreiner Haut reichern wir das Dampfbad mit frischer Petersilie, Thymian, Pfefferminze, Salbei, Rosmarin oder Brennnessel an. Rosenblätter, Lindenblüten und Kamille eignen sich für die normale Haut. Ebenfalls Kamille und Lindenblüten sowie Fenchel- und Malvenblüten können Sie bei trockener und empfindlicher Haut verwenden.

Beruhigende Hausmittel mit desinfizierender Wirkung

– Honig
Eine beliebte Methode der Anwendung ist die Honig-Quark-Maske. Honig wirkt der Entzündung der Haut entgegen und in der beruhigenden Kombination mit Quark erhält die Haut Feuchtigkeit von außen. Dazu vermischt man etwas Honig und ein Esslöffel Magerquark. Zunächst wird das Gesicht gereinigt und gut abgetrocknet. Unmittelbar danach kann die Masse aufgetragen werden und circa zehn Minuten einwirken. Sie werden bemerken, wie dankbar Ihre Gesichtshaut die Stoffe aufnimmt. Nach dem Abwaschen das Gesicht nur vorsichtig trocken tupfen.

– Heilerde
Sie enthält natürliche Mineralien und Spurenelemente, die den überschüssigen Talg sowie auch Bakterien an ihrer insgesamt großen Oberfläche adsorbieren. Zu diesem Zweck bereiten wir uns aus der Heilerde eine Paste vor, die dann ebenfalls zehn Minuten auf dem Gesicht wirken soll. Mit kaltem Wasser oder Kamillentee werden drei Löffel Heilerde in einer Schüssel angerührt. Das Ziel ist dabei ein dickflüssiger Brei. Die Maske kann dann zum Beispiel mit Wattepads aufgetragen werden, Mund und Augenpartien sparen wir aber großzügig aus. Diese Gesichtsmaske trocknet dann etwas ein und fängt sogar an, etwas auf der Haut zu spannen. Das ist dann auch der richtige Moment, sie wieder mit lauwarmem Wasser abzuwaschen. Dieses Prozedere darf ruhig ein bis zweimal in der Woche wiederholt werden.

– Schwarzer Tee
Es darf ein ziemlich starker Tee sein, den wir mit einem Wattebausch auf die Haut einreiben. Schwarzer Tee bewirkt eine Austrocknung der Pickel und seine Gerbstoffe wirken antibakteriell, wobei auch ein Juckreiz gelindert wird. Die Neubildung von Pickeln wird dadurch deutlich vermindert.

– Teebaumöl und Aloe vera
Teebaumöl ist ein altbewährtes, rein pflanzliches Haushaltsmittel gegen Pickel und in seiner Wirkweise gut vergleichbar mit Aloe vera. Beide fördern gleichermaßen die Abheilung, indem entzündliche Prozesse zurückgedrängt werden. Bei Aloe vera kommt allerdings noch die wichtige feuchtigkeitsspendende Wirkung hinzu. Im Handel gibt es sehr viele Pflegeprodukte auf Basis der Aloe vera gegen Pickel beziehungsweise gegen unreine Haut.

Wir empfehlen, sich eine oder mehrere dieser anspruchslosen Heilpflanzen auf die Fensterbank zu stellen. Schneiden Sie bei Bedarf ein Blatt ab, um es nochmals mittig zu teilen. Jetzt sieht man das innere Gewebe der Aloe vera Pflanze, das wir mit seiner offenen Seite mehrfach sanft über die Hautbereiche mit den Pickeln streichen. Das können wir so lange machen, bis das Blattstück praktisch keinen Saft mehr enthält. Es können dadurch violette Flecken auf der Haut entstehen. Nach einer Einwirkzeit von circa 30 Minuten lässt sich alles bequem abwaschen. Es gibt kaum etwas, das besser hilft.

Reinigung erfolgt auch von innen

An dieser Stelle möchten wir noch auf das große Thema Ernährung eingehen, die einen nicht unerheblichen Anteil am Zustand von Haut, Haaren und Nägeln und an der Entstehung von Pickeln hat. Zuviel Fette, insbesondere die gesättigten Fettsäuren, versucht unser Körper ähnlich wie Gifte auch über die Haut mit hoher Talgproduktion wieder loszuwerden. In der Folge entstehen vermehrt Pickel und Mitesser. Allein der Wechsel auf eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen, mit gesunden Fetten möglichst unter vollständigem Verzicht auf Fertiggerichte und Fast Food wird Ihr Hautbild, Ihre Fitness und Ihr Wohlgefühl in wenigen Wochen signifikant verbessern.

Pickel sind wie die Buchstaben der Sprache unseres Körpers. Sie nur mit Kosmetik wegzutuschen, kommt einem Zwang zum Schweigen für unseren Körper gleich. Besser ist es, die Pickel erst einmal bewusst zu registrieren und uns nach dem Grund ihrer Entstehung zu fragen, bevor wir gegen sie vorgehen. Falls sie eine innere Erkrankung anzeigen, wäre es falsch, sie nur zu beseitigen, ohne weiter nach der Ursache zu forschen. Es ist absolut legitim, auch mal einen Hautarzt aufzusuchen, um die Ursache der Pickelbildung abzuklären.

Noch ein kleiner Tipp:
Trinken Sie täglich ein Glas Karottensaft (es enthält das Provitamin A) oder essen Sie eine Karotte roh, vorausgesetzt Sie reagieren nicht allergisch auf Karotten. Diese Angewohnheit verbessert das Hautbild langfristig und nachhaltig.

Hausmittel, die sich nicht bewährt haben

– Das Gerücht hat sich lange gehalten: Zahnpasta gegen Pickel. Die Inhaltsstoffe der Zahnpasta trocknen nicht nur die Pickel aus, sondern auch die gesunde Haut daneben, was im glimpflichen Fall nur zu Rötungen führt.

– Ebenfalls hat sich Backpulver wegen des darin enthaltenen Hydrogenkarbonats lange Zeit als Geheimtipp gehalten. Nun ist Backpulver ein Gemisch aus verschiedenen Substanzen und jede Haut reagiert anders auf einzelne Stoffe darin bis hin zu gefährlichen allergischen Reaktionen. Gelangt Backpulver in die Augen, wird es wirklich schrecklich.

Fazit:
Es gibt viele einfache und kostengünstige Hausmittel, deren Inhaltsstoffe antibakteriell oder austrocknend wirken und auf diese Weise für eine Verbesserung des Hautbildes sorgen. Dennoch sollten Pickel nicht nur achtlos unterdrückt werden, sondern immer auch die Frage nach deren Ursache gestellt werden, auch beim Hautarzt.