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Neue Hilfe bei kranker Haut: Kalte Flammen

Im Rahmen der Forschungsarbeiten zur Behandlung verschiedener Hautkrankheiten entwickelte das Ferdinand-Braun-Institut eine völlig neuartige Plasmaquelle. Mit ihr lässt sich Luft „anzünden“ und eine kalte Flamme entsteht. Sie soll die neue Hoffnungsträgerin für alle, die an Schuppenflechte und Neurodermitis leiden, sein.

Ein neues Plasma soll wertvolle Wirkstoffe endlich nutzbar machen

Das natürliche Phänomen Blitz und Mikroplasmen haben eines gemeinsam: beides sind Plasmen, die bei normalem atmosphärischen Druck entstehen. Das heißt, sie benötigen lediglich die normale Umgebungsluft.

Ein Plasma ist ein teilweise ionisiertes Gas, das von Physikern als „vierter Aggregatzustand“ bezeichnet wird. Im Vergleich zum Blitz arbeitet das Plasma der Forscher nicht mit Millionen Volt und tausenden Ampere, sondern im Niedervoltbereich. Die entstehende Flamme fühlt sich tatsächlich kalt an. Mit ihrer Hilfe soll es nun möglich werden, Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis zu behandeln und die Wundheilung deutlich zu beschleunigen. Es ist erwiesen, dass spezielle Gase wie Stickstoffmonoxid die Heilung sehr günstig beeinflussen. Eine effektive Behandlung mit diesen Gasen war bisher nicht möglich, da sie beim Kontakt mit Luft sofort zerfallen. Hier setzt nun die neue Plasmaflamme an. Es ist möglich, direkt in ihr Stickstoffmonoxid und Sauerstoff zu erzeugen und die heilenden Gase vor ihrem Zerfall an die betroffenen Körperstellen zu bringen. Da es gelungen ist, diese Plasmaflamme mit nur 24 Volt zu erzeugen, ist diese Behandlungsmethode für den Arzt und auch den Patienten völlig sicher und unbedenklich.

Kalte Flammen

Kalte Flammen @iStockphoto/KyKyPy3HuK

Das Prinzip der neuartigen Plasmaquelle

Der bisherige Prototyp der Plasmaquelle vereint verschiedene Technologien. Direkt an der Plasmaquelle wird ein 10 Watt Mikrowellensignal erzeugt. Mit Hilfe eines Oszillators, der eine extrem hohe Frequenz ausgibt, entstehen starke elektromagnetische Wechselfelder. Die Gasteilchen werden beschleunigt und ionisieren ab einer bestimmten Feldstärke schlagartig. Das nun entstandene Plasma entzündet sich und erzeugt jene blaue Flamme, die die menschliche Haut nicht verbrennt. Zur Flamme werden weitere Gase gegeben, die durch das Wechselfeld elektrisch geladen werden. Die beschleunigten Elektronen stoßen nun mit den zusätzlichen Gasatomen zusammen und es entsteht eine Flamme, die einem sehr heißen Gas ähnelt. Da sich aus physikalischen Gründen aber nur die leichten Elektronen erhitzen, bleibt die Plasmaflamme insgesamt kühl.

Fazit

Wenn es auch etwas fantastisch klingt, aber die kalte und blaue Plasmaflamme könnte endlich die langersehnten Heilungschancen für alle bringen, die an Schuppenflechte oder Neurodermitis leiden. Derzeit gibt es nur Prototypen, die allerdings schon beachtliche Ergebnisse liefern konnten. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis sich diese Behandlungsmethode durchsetzen wird und alle Betroffenen vom Plasma profitieren können. Bleibt zu hoffen, dass die bürokratischen Hindernisse bis zur Einführung dieser Behandlungsmethode gering bleiben.

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