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Optimale MP3-Dateien – und alternative Formate

Musikliebhaber, die zum Sammeln neigen, kennen das Problem: Musikdateien fressen ab einer gewissen Sammlungsgröße Unmengen an Speicherplatz auf dem eigenen PC.

Normalerweise neigen viele Musikhörer dazu, ihre Lieblingssongs im AIFF-Format (Mac) bzw. im RIFF-WAVE-Format (Windows) zu speichern. Die Erklärung für dieses Verhalten ist einfach: Bei jeder Komprimierung läuft man Gefahr den Klang der geliebten Stücke zu verändern. Diese beiden Dateiformate sind jedoch nahezu identisch mit dem Format CDDA, das zur Speicherung der Musik auf CDs genutzt wird. Im Ergebnis sind AIFF und RIFF-WAVE also Dateiformate, die die Stücke mit so wenig Verlust wie möglich speichern – allerdings mit einem großen Nachteil: Die Dateien sind verhältnismäßig groß, so dass weit weniger Musikstücke auf die Festplatte, den iPod oder den Speicherstick passen als wenn die Dateien komprimiert wären.

Eine Alternative kann es sein, die Dateien in das mp3-Format umzuwandeln. Auch wenn viele Musikliebhaber vor dieser Maßnahme zurückschrecken, kann sie bei Beachtung einiger Tipps durchaus zu Ergebnissen führen, bei denen die Verluste in puncto Klangqualität gering gehalten sind. Dabei sollte man zuerst darauf achten, dass die sogenannte Bitrate variabel eingestellt wird. Sie bestimmt, wie viele Bits pro Sekunde des Songs zur Verfügung stehen. Legt man die Bitrate fest, kann dieses gerade bei aufwendigen Stücken zu einem Verlust an Klangqualität führen. Eine flexible Bitrate passt sich hingegen der tatsächlichen Komplexität des Musikstückes an. Alternativ kann man auch für die gesamte Aufnahme die Bitrate auf das Maximum von 320 kbs festlegen – bei diesem Verfahren werden allerdings teilweise Speicherkapazitäten verschenkt, wenn der Titel gar nicht so komplex gestaltet ist, wie man denkt. Die Bitrate beeinflusst direkt die Größe der Datei – bei einer flexiblen Bitrate können Sie sicher sein, dass genauso viel Speicherplatz verwendet wird, wie notwendig ist, aber nicht mehr. Dieses hilft Ihnen insgesamt betrachtet, Speicherkapazitäten optimal zu nutzen.

MP3 Player

MP3 Player @iStockphoto/adisa

Nicht nur die Wahl der Bitrate hat Einfluss auf die Güte Ihrer MP3-Dateien, viel wesentlicher für die Qualität ist, welchen Codierer Sie für die Umwandlung der Dateien benutzen. Profis greifen dabei auf den Codierer LAME zurück, den es in verschiedenen Varianten für alle gängigen Betriebssysteme gibt. LAME ist im Vergleich zu den lizenzpflichtigen Encodern der Fraunhofer Gesellschaft ein Open Source Projekt, also für jeden kostenfrei zugänglich. Neben der Komprimierung zur platzsparenden mp3-Datei gibt es allerdings auch noch andere Möglichkeiten, Klangqualität mit einer optimalen Nutzung der zur Verfügung stehenden Speicherkapazitäten zu vereinbaren.

Zu nennen wäre hierbei das sogenannte FLAC-Verfahren, das den Vorteil bietet, dass es den Originaldateien in puncto Klang in nichts nachsteht. Kleines Manko hierbei ist allerdings, dass eine so geringe Dateigröße wie bei mp3-Dateien üblich nicht erreicht werden kann. Man spart allerdings im Vergleich zu den riesigen Dateien, wie sie sich auf einer CD befinden, immer noch enorm viel Speicherplatz ein. Das FLAC-Format erfreut sich vor allem bei Profis, denen es auch auf kleine Klangunterschiede ankommt, besonderer Beliebtheit. Nicht ganz ohne Verluste, dafür aber mit weniger Speicherplatz kommt Ogg Vorbis aus, ein Format, das sich als Weiterentwicklung des gängigen mp3-Formats versteht. Dateien die in diesem Format vorliegen, erkennen Sie an ihrer Endung .ogg oder neuer .oga. Die Herstellung von Geräten, die dieses Format abspielen können, läuft auf Hochtouren, da – anders als bei mp3-Geräten – keine Lizenzgebühren von Seiten der Gerätehersteller gezahlt werden müssen. Für was auch immer man sich entscheidet – mp3, FLAC oder Ogg Vorbis – wird wohl davon bestimmt, welche Ansprüche man an seine Musikdateien stellt und ganz entscheidend auch dadurch, welche Einbußen man bereit ist, dabei hinzunehmen.

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