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Papa, wozu sind Tampons gut?

Kinder haben ihr kleine neugierigen Fingerchen überall, natürlich bleibt es da nicht aus, dass ihnen auch die eine oder andere Sache in die Hand fällt, die nicht für sie bestimmt ist und die unweigerlich einen Rattenschwanz von Fragen hinter sich herzieht.

Die Erwachsenen sind hierbei oftmals überfordert. Man denke nur an folgendes Szenario: Klein Paulchen stöbert in den Schubladen der Badezimmerkommode und entdeckt einen Tampon. Dieses wunderliche Ding wird stolz dem am Frühstückstisch sitzenden Vati präsentiert, natürlich verbunden mit der bohrenden Frage: „Papi, für was ist das gut?“ .

Vati wird natürlich erst einmal erschrocken zusammenzucken und sich etwas hilflos umsehen, ob nicht „Mutti“ in der Nähe ist, auf die sich diese lästige Frage prima abschieben ließe. Nein, ausnahmsweise befindet sich die Mutter dieses neugierigen Schatzsuchers nicht in greifbarer Nähe. Mist! Vati nimmt unweigerlich ganz langsam eine rötliche Färbung an. Da er aber ein Mann der Tat ist, muss er sich nun einfach selbst der Herausforderung stellen – und fängt ganz von vorne an, ohne im geringsten auch nur das Wort Tampon in den Mund zu nehmen.

„Also, du weißt ja, dass du früher einmal im Bauch von Mami warst…“, es folgt eine kleine Anekdote darüber wie lieb sich die Eltern haben, bevor er zu vernichtenden Schlag ausholt und versucht, in neutrale und angemessene Worte zu fassen, was man so tut, wenn man sich lieb hat. Alles natürlich in einem etwas angespannten Tonfall, der dem Kind sofort zu erkennen gibt, dass es sich hierbei um eine äußerst peinliche und zudem – wie Paulchen findet – ekelhafte Angelegenheit handelt. Und alles nur, um dem Kind, welches nun völlig überfordert ist, klar zu machen, wofür ein Tampon nütze ist! Sie merken es schon, sobald die neugierigen Kinderfragen in Richtung Sexualität und Fortpflanzung gehen, sind viele Eltern schlichtweg überfordert. Die einen machen den Fehler, gar nichts zu sagen, die anderen erklären den Kleinen gleich alles, obwohl sich diese selbst noch gar nicht dafür interessieren, sondern einfach nur eine gezielte Antwort auf ihre Frage bekommen wollen.

Vater und Kind

Vater und Kind @iStockphoto/Catherine Yeulet

Die Peinlichkeiten, die sich in solchen Situationen ergeben, werden von den Kindern sehr wohl wahrgenommen. Ein Grund sich unwohl zu fühlen – schließlich fühlt sich das Kind dafür verantwortlich, dass Papa so komisch reagiert und kann diese Reaktion unter Umständen auf sich selbst beziehen. Besser ist es, die Fragen direkt zu beantworten und den Sachverhalt als natürlich und selbstverständlich darzustellen. Ansonsten wird das Kind die Verhaltensweisen seiner Eltern übernehmen, jedes Gespräch über diese Thematik wird ihm dann eventuell noch im höheren Altern unangenehm sein, was sich auch auf seine Beziehungsfähigkeit auswirken kann.

Machen Sie aber auch nicht den Fehler und verhalten Sie sich betont lässig. Ihr Kind wird spüren, dass dieses Verhalten nur aufgesetzt ist und das irgendwas an der Sache nicht stimmt. Falls Sie einmal selbst überfragt sind und partout keine Antwort auf die Fragen Ihres Kindes haben, geben Sie dieses offen zu. Eventuell finden sie ja die Antwort und können Ihrem Kind später die Antwort liefern.
Natürlich lassen sich die Fragen der Kleinen nicht terminieren – sie kommen einfach, wenn für die Kinder ein konkreter Anlass gegeben ist. Falls dieser Zeitpunkt von Ihnen und von eventuellen Zuhörern als unpassend eingestuft wird, hilft es nur, dem Kind klar und deutlich zu sagen, dass man seine Frage später beantwortet. Ganz wichtig ist dabei aber: Halten Sie Ihr Versprechen und drücken Sie sich nicht davor, nur weil es sich um ein unliebsames Thema dreht.

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