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Parfum – magische Verführung, die Leidenschaft weckt

Unser Geruchssinn ist einer der Sinne, der permanent angesprochen wird. Dabei kann er eine unglaubliche Anzahl von Gerüchen unterscheiden. Das interessante dabei: Wir verfügen quasi über ein regelrechtes Geruchsgedächtnis – einmal wahrgenommen, vergessen wir einen Geruch nicht und verbinden mit ihm Erinnerungen, Gefühle und Erlebnisse. Gerade wenn es sich dabei um positive Erinnerungen handelt, ist dieses Geruchsgedächtnis ein wahrer Segen: Leicht kann man sich zum Beispiel wieder in die Kindheit versetzten, wenn man den Geruch eines ganz bestimmten Kuchens wahrnimmt – oder sich an die schönen gemeinsamen Stunden mit einem Partner erinnern, wenn man ein ganz bestimmtes After Shave riecht.

Duftstoffe begegnen uns jeden Tag in unterschiedlichster Form – nicht nur in edlen Parfums, sondern etwa auch in Putzmitteln. Geschäfte machen von der anziehenden Wirkung der Düfte ebenfalls Gebrauch. Schon einmal aufgefallen: In der Putzmittelabteilung des Supermarktes riecht es immer schön frisch. Das kommt in der Regel nicht daher, dass die verpackten Mittel einen solch starken Geruch ausströmen, sondern dadurch, dass findige Mitarbeiter des Marktes in den hinteren Reihen der Regale ein Duftspray platziert haben. Beim Vorübergehen wird kurz einmal draufgedrückt und schon riecht alles schön frisch. Die Kundschaft soll auf diese Weise zum Kauf animiert werden. Und das klappt auch häufig – ein Indiz dafür, wie stark wir uns von unserem Geruchssinn leiten lassen.

Nun aber zu den edleren Düften – zu den Parfums. Das Wort Parfum setzt sich aus den lateinischen Bestandteilen „per“ und „fumum“ zusammen, also „durch“ und „Rauch“. Belege für die Verwendung des Wortes sind ein Hinweis darauf, dass schon früh Duftstoffe hergestellt wurden, die den Menschen erfreuen sollten. Ein jedes Parfum, das wir verwenden, um uns eine wohlriechende Note zu verleihen, verfügt über eine Kopf-, eine Herz- und eine Basisnote. Am wichtigsten ist hierbei die Herznote – sie entscheidet über den tatsächlichen Charakter eines Parfums. In ihr können die unterschiedlichsten natürlichen Duftstoffe eingearbeitet sein. Die Kopfnote hingegen verfliegt kurz nach dem Auftragen und die Basisnote, welche den Duft fixiert, kommt erst spät zum Ausdruck.

Parfum

Parfum @iStockphoto/filipw

Ein hoher Anteil von Duftölen bürgt für die Qualität eines Parfums: Sie verfliegen nicht so schnell und entfalten ihren Geruch intensiv. Dabei gibt es Duftöle, die wertvoller – da seltener oder nur durch enormen Einsatz herzustellen – als andere sind. Am teuersten sind natürlich Amber- und Moschusduftöle, aber auch Rosenöl ist teuer, da für die Herstellung der Essenz enorm viele Blüten benötigt werden. Welche Parfums gerade am beliebtesten sind, hängt auch von der Jahreszeit ab. Unsere Bedürfnisse unterscheiden sich je nachdem ob wir einen angenehm warmen Sommertag verleben oder an einem kalten Wintertag nach etwas angenehm Warmem suchen. Dies ist ein Umstand, der von den Parfumeuren selbstverständlich längst wahrgenommen wurde, sodass wir zu jeder Jahreszeit mit neuen Parfumkreationen versorgt werden, die unsere Bedürfnisse befriedigen sollen.

Im Sommer bevorzugen unsere Nasen dabei frische und leichte Düfte. Im Winter hingegen kann es durchaus etwas kräftiger zugehen, aber auch frische Duftvarianten von Früchten wie Mandarinen und Limetten sorgen für die Vitalität, die man in der dunklen Jahreszeit gut gebrauchen kann. Darüber hinaus bleibt es natürlich immer auch eine Geschmackssache, welcher Duft einem am meisten zusagt. Gut ist nur, dass aufgrund der abertausend Düfte den Kombinationsmöglichkeiten kaum Schranken gesetzt sind – es wird immer wieder neue Kreationen geben, die wir dann unserem Geruchsgedächtnis einverleiben können.