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Piercings – Körperschmuck der besonderen Art

Piercings gibt es seit Tausenden von Jahren in verschiedenen, alten Kulturen der Erde. Die „Modern Primitives“, waren eine Bewegung, die ihr Umfeld im Kalifornien der 1980er Jahre wieder auf diese alte Art des Körperschmucks aufmerksam machte. Ziel dieser Bewegung war es, die Übernahme diverser Aspekte der Naturvölker in die Modewelt zu integrieren. Die „modernen Wilden“, wie man es übersetzen kann, starteten somit eine Welle, die in Europa erst von der Punkszene, inzwischen aber auch von vielen „Normalbürgern“ aufgenommen wurde.

To pierce – bestechender Körperschmuck

Der Begriff Piercing stammt aus dem Englischen und leitet sich von „to pierce“ für (durch)stechen, durchbohren ab. Durch das Piercen des Körpers ergeben sich künstliche Körperöffnungen in Hautfett- und Knorpelgewebe, welches mit Ringen und Stäben bis zur Heilung in Form gehalten wird. Danach dienen diese „Löcher“ zur Anbringung von Schmuckstücken.

Generell lassen sich alle Körperteile mit einem Piercing schmücken, in denen Knorpel- oder Fettgewebe genügend Halt für das spätere Schmuckstück verspricht. Vom Nasenring über das Augenbrauenpiercing bis hin zum Intimpiercing ist erlaubt, was gefällt. Der typische Ohrstecker zählt genau genommen auch zu den Piercings, wenngleich er aufgrund seiner Verbreitung heute oft gar nicht mehr als „ungewöhnlich“ angesehen wird. Im Gegenteil ist diese Art des Piercings geradezu „salonfähig“.

Damit ein Piercing, welches im Grunde bis zur endgültigen Verheilung eine Verletzung des Körpers darstellt, keine Schwierigkeiten macht, sollten nur Schmuckstücke aus hochwertigen Materialien verwendet werden. Beliebt sind hier beispielsweise 750er Gold, Platin, Titan, Niob sowie medizinischer Stahl. Im Angebot sind häufig auch Schmuckstücke aus anderen Materialien wie Silber, Holz, Keramik und viele mehr, doch sollten diese vom Träger stets auf ihre Verträglichkeit geprüft werden. Mit einer Nickelallergie sollte man auch bei Piercingschmuck vorsichtig in Bezug auf Material-Experimente sein.

Piercing

Piercing @iStockphoto/Studio-Annika

Gute Piercing-Voraussetzungen

Während die meisten Schmuckstücke wie Ketten und Fingerringe nach dem Kauf direkt getragen werden können, ist für die Entscheidung zum Piercing ein weiterer Schritt notwendig: Das Piercing-Stechen. Zuerst steht die Frage nach der Art des gewünschten Piercings im Raum. Es sollte den persönlichen Typ unterstreichen und zum eigenen Stil passen. Da ein Piercing auch nur innerhalb kurzer Zeit nach der Umsetzung rückgängig zu machen ist (und dann gegebenenfalls eine Narbe hinterlassen kann) sollte die Entscheidung nicht übereilt werden. Nach der Entscheidung beginnt die Suche nach einem passenden Piercingstudio. Persönlicher Eindruck, unaufgeforderte Aufklärung über die Risiken während der unverbindlichen Beratung und hygienische Zustände (Einwegnadeln, sterile Behandlungsräume) sollten grundlegende Voraussetzung für die Wahl sein. Auch rechtliche Aspekte sind bei der Beratung anzusprechen, die Beratung selbst vom Kunden mittels Unterschrift zu bestätigen.

Risiken versus Optik

Da es sich bei der Anbringung eines Piercings aus medizinischer Sicht um eine Verletzung der Haut handelt, sind auch entsprechende Risiken zu beachten. Lokale Schwellungen sind möglich, klingen jedoch während der Abheilphase in der Regel wieder ab. Bei fehlender oder mangelnder Hygiene sowohl während dem Stechen als auch in der Abheilphase sind Entzündungen ebenfalls zu befürchten. Grundlegend auch nach der Abheilungszeit, die beispielsweise bei einem Bauchnabelpiercing bis zu einem halben Jahr betragen kann, ist der vorsichtige Umgang mit dem Piercing. Je nach Größe besteht die Gefahr, dass man mit dem Schmuck an etwas hängen bleibt und sich das Piercing an- oder gar ausreißt. Dies kann beispielsweise bei einem Bauchnabelpiercing am Hosenbund passieren.