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Pilates – Stark auf die sanfte Art

Pilates – die andere Art des Trainings

Der Gang ins Fitnessstudio ist nicht immer eine Freude. Es kostet Überwindung sich zur sportlichen Betätigung zu motivieren, wenn man stattdessen auch ins Kino oder ins Restaurant gehen könnte. Zudem ist die „Muckibude“ meist nicht gerade der gemütlichste Ort der Welt. Hier wird geschwitzt und gearbeitet, Neulinge fühlen sich oft unwohl. Wer unsportlich ist, gerät im Vergleich zu Bodybuildern körperlich schnell ins Hintertreffen. Diesem Vergleich sollte man aus dem Wege gehen. Eine ganz andere Trainingsvariante ist Pilates, eine ausgesprochen effiziente Trainingsform, die das Konkurrenzdenken nicht unterstützt. Es stellt eine effiziente Art des Trainings, speziell der Tiefenmuskulatur dar und wird von immer mehr Studios angeboten.

Hintergründe

Pilates – man merkt es dem Namen nicht an, dass diese Trainingsmethode ein Deutscher erfunden hat. Tatsächlich war es der Deutsche Joseph Pilates, der sie aus persönlichen Beweggründen erfunden hat. Joseph Pilates litt in jungen Jahren unter einer Erkrankung seines Bewegungsapparates. Er kämpfte gegen diese körperliche Beeinträchtigung und entwickelte verschiedene Übungen, die seine und später auch die Muskulatur vieler anderer Menschen stärkte. Der zunächst gehandicapte Pilates arbeitete, nun gesundet, als Taucher, Artist und Berufsboxer. Nach seiner Auswanderung nach Amerika eröffnete er in den zwanziger Jahren in New York ein eigenes Trainingsstudio. Inspiriert von Yoga- und Zentechniken entwickelte er einen Leitsatz, dem er Zeit seines Lebens treu blieb: Alle Kraft kommt aus der Körpermitte.

Trainingsmethode

Joseph Pilates war ein Mensch von weitem Horizont, der sich nicht an einer einzigen Technik orientierte, sondern verschiedene fernöstliche Trainingsmethoden in seiner eigenen zusammenführte. Dem Yoga zum Beispiel entnahm er die Techniken der fließenden Atmung und der Grundspannung der Tiefenmuskulatur. Dem Training des Rumpfes, des sogenannten „Powerhouse“ rund um die Wirbelsäule, galt seine höchste Aufmerksamkeit. Bauch- und Rückenmuskulatur und der Beckenboden werden speziell trainiert, um den Körper zu halten und zu stützen. Während des Trainings werden diese Muskeln immer wieder angespannt und gekräftigt.

Pilates

Pilates @iStockphoto/kristian sekulic

Pilates heute

Mit der Zeit geriet Pilates als Trainingsmethode in Vergessenheit. Es ist dem Fitnesstrend zu verdanken, dass Pilates heute einen zweiten Frühling erlebt. Einfach jede sportliche Aktivität findet heute Fans und Nachahmer, Sportlichkeit ist Teil des modernen Schönheitsideals. Insbesondere in Amerika hat sich eine regelrechte Pilates-Bewegung gebildet, welche die einfachen, statischen Übungen zu ganzen, fließenden Bewegungsabläufen verfeinert. Über 500 verschiedene Übungen, geeignet für unterschiedliche Trainingslevels, wurden bisher erarbeitet und sportmedizinisch überprüft. Zur Vervollkommnung des Trainingseffektes gehört heute auch eine stimmige Hintergrundmusik.

Die Praxis

Grundlage eines erfolgreichen Pilates-Trainings ist eine tiefgehende Entspannung von Körper und Geist durch die Abkehr vom hektischen und anstrengenden Alltag. Dabei hilft ein warmer, angenehmer Ort, der nicht den Charakter einer Turnhalle hat. Das Wohlgefühl des schönen Ortes verbindet man mit einer gleichmäßigen, harmonischen Atmung, durch die Nase tief in den Brustkorb hinein und durch den Mund wieder aus. Beinahe von selbst stabilisiert sich die Körpermitte, ohne dabei zu verkrampfen. Nach und nach werden verschiedene Übungen und Bewegungen durchgeführt, die bei regelmäßiger Anwendung das Körpergefühl deutlich steigern. Beweglichkeit und Haltung des Körpers verbessern sich genauso wie die Ausdauer und das Körperbewusstsein.

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