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Private Krankenversicherung

Neben den gängigen Gesetzlichen Krankenkassen gibt es die sogenannten Privaten Krankenkassen. Diese arbeiten gänzlich anders als die Gesetzlichen Kassen, und erbringen auch ganz andere Leistungen.

Im Gegensatz zu den Gesetzlichen Krankenkassen, die nur Menschen bis zu einer bestimmten Einkommensgrenze, der Beitragsbemessungsgrenze, versichern dürfen, gibt es für die Privatversicherer keine Grenze nach oben. Auch die meisten Selbständigen und Freiberufler, selbst wenn ihr Einkommen unter der Beitragsbemessungsgrenze liegt, sind oft auf die Privaten Krankenversicherungen angewiesen.

Doch die Privatversicherer sind in vielen Dingen weitaus besser als ihr jahrelanger schlechter Ruf. So haben sie inzwischen einige Zusatzversicherungen in die Welt gerufen, welche die Gesetzlichen Krankenkassen aus ihrem Leistungskatalog gestrichen haben. So kann man in den Zusatzversicherungen der Privaten Krankenversicherungen Sehhilfen versichern, ein wichtiger Punkt für jene Menschen, die Probleme mit den Augen haben, da die Gesetzlichen Krankenkassen inzwischen weder Zuzahlungen zu den Brillengestellen noch zu den Brillengläsern leisten, auch Kontaktlinsen werden nicht mehr übernommen. Eine Ausnahme besteht nur bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren. Bei den Privaten Krankenversicherungen gibt es auch noch die Versicherung für Zahnersatz und für viele andere Zusatzleistungen, wie zum Beispiel Chefarztbehandlung, welche noch nie eine Leistung der Gesetzlichen Krankenkassen war.

Im Gegensatz zu den Gesetzlichen Kassen gibt es bei den Privaten Krankenkassen keine Aufnahmepflicht, der Privatversicherer kann, ohne eine Angabe von Gründen, die Aufnahme eines Versicherten in die Private Krankenversicherung ablehnen. Dies kann zum Beispiel bei einer negativen Gesundheitsprüfung geschehen, die manche Privatversicherer als Grundbedingung für die Aufnahme gemacht haben. Aber im Gegensatz zu dem geltenden Ruf nehmen Private Krankenkassen auch jene Versicherten auf, die nicht erst 20 Jahre und kerngesund sind. Vorerkrankungen können jedoch die Beiträge zur Privaten Krankenversicherung erhöhen, sind aber unbedingt bei den Gesundheitsprüfung anzugeben. Treten sonst Beschwerden auf, welche auf Grund dieser nicht angegebenen Vorerkrankungen entstehen, kann die Private Krankenversicherung die Leistung verweigern, da man eine falsche Angabe geleistet hat bei der Überprüfung.

Private Krankenversicherung

Private Krankenversicherung ©iStockphoto/PIKSEL

Die Privaten Krankenversicherungen arbeiten auf eigene Rechnung, und sind in der Höhe ihrer Beitragssetzung sehr frei gehalten. Dennoch ist natürlich eine überhöhte Beitragsberechnung ein Abschreckungsfaktor, weswegen viele Privatversicherer dazu übergegangen sind, unterschiedliche Tarife für die unterschiedlichsten Personenkreise und Altersstufen anzubieten. Und: Je jünger man ist, desto günstiger ist der Tarif, den man als Einsteiger hat. Und noch eines ist wichtig, und dies hat viele früher davor abgeschreckt, in die Private Krankenversicherung zu wechseln: Man kann heute jederzeit wieder zurück in eine Gesetzliche Krankenkasse gehen. Dies war früher unmöglich, aber der Gesetzgeber hat hier einige Hürden beseitigt, und kommt so dem Versicherten sehr entgegen.

Eine Anmerkung noch: Ein Vergleich der verschiedenen Privaten Krankenversicherungen kann sehr lohnend sein. Nicht alle bieten das gleiche Paket an Leistungen, und wenn, dann können die Beiträge zur Krankenversicherung höchst unterschiedlich sein. Darum: Nicht einfach vorschnell einen Vertrag unterschreiben, sondern erst einige Versicherer vergleichen, und dann die Private Krankenversicherung nehmen, die zu den eigenen Wünschen und Bedürfnissen am allerbesten passt.

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