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Reisen trotz Asthma – so wird’s ein schöner Urlaub

Die Urlaubszeit ist wohl die schönste Zeit des Jahres. Entspannen am Strand, Wandern in den Bergen, fremde Kontinente und Kulturen kennenlernen – auch Menschen mit Asthma-Erkrankungen können inzwischen ihre Reiseziele individuell wählen, wenn sie bei der Planung einiges beachten.

Die Sache mit den Pollen

Allergisch bedingtes Asthma ist besonders zu Zeiten des Pollenfluges eine Qual. Wer jetzt per Ortswechsel vor den Pollen fliehen möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass er am Reiseziel nicht vom Regen in die Traufe gerät. Schadstoffemission, Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Höhe über dem Meeresspiegel sind entscheidende Kriterien bei der Wahl des Zielortes.

Asthma

Asthma @iStockphoto/Stefano Lunardi

Seewind und Höhenluft

In den Bergen ist die Allergiebelastung regelmäßig geringer als in flachen Landstrichen. Ab 1500 Metern Höhenlage lebt man praktisch frei von Hausstaubmilben und Pollen. Problematisch allerdings ist der niedrige Sauerstoffgehalt der Luft in diesen Höhen – hier kann es zu Einschränkungen der Leistungsfähigkeit kommen. Auch in Küstenregionen lässt es sich leichter durchatmen. Die hohe Luftfeuchtigkeit und der Salzgehalt machen die Luft besonders rein, Pollen und Schadstoffe haben keine Chance. In Großstädten in diesen Regionen ist dennoch Vorsicht geboten: hohe Feinstaub- und Ozonwerte trüben das Reisevergnügen.

Achtung! UV-Strahlung!

Bedenklich kann in den Berg- und Küstenregionen allerdings die Belastung durch starke Sonneneinstrahlung sein. Viele Asthmatiker erhalten im Rahmen ihrer Behandlung Kortison. In Verbindung mit hoher UV-Einwirkung kann es hier zur Schwächung des Immunsystems kommen. Intensive Sonnenbäder zur Mittagszeit sollten also unbedingt vermieden werden.

Kampf den Allergenen

Wer im Aktivurlaub aufs Sporteln nicht verzichten mag, sollte unbedingt auf eine möglichst geringe Allergenexposition achten. Früh am Morgen herrscht die größte Pollendichte – Patienten mit allergischem Asthma sollten Anstrengungen um diese Tageszeit daher vermeiden. Bestenfalls bleiben sie im Haus und halten die Fenster geschlossen. Auch auf Reisen ist eine regelmäßige Allergieprophylaxe unerlässlich: abendliches Haarewaschen und das gründliche Ausschütteln der Kleidung im Freien sind hierbei ein Muss. Gefährlich sind auch verschmutzte Filter in Klimaanlagen, hier lauern oft Pilzsporen. Die trockene, kalte Luft reizt die Atemwege zudem zusätzlich. Inzwischen bieten viele Hotels Allergikerzimmer an, die auf Teppich, Klimaanlage, Zimmerpflanzen und Aschebecher verzichten. Wer stark unter Hausstaub leidet, bringt sicherheitshalber seinen eigenen antiallergischen Bettüberzug mit.

Die perfekte Planung mit dem Arzt

Für einen wirklich schönen und vor allem erholsamen Urlaub braucht es eine gründliche Vorbereitungsphase. Wer ins Ausland reisen will, sollte sich bereits zwei Monate vor Reiseantritt über eventuell nötige Schutzimpfungen informieren. Speziell im Zusammenhang mit einer Kortison-Therapie muss hier die Wirksamkeit der Impfstoffe im Einzelnen überprüft werden. Der Hausarzt wird einen individuellen Medikamentenplan erstellen, der Basis- und auch Notfallmedikation umfasst. Manchmal gibt es im Zusammenhang mit den Medikamenten Probleme mit dem Zoll, hier empfiehlt sich ein offizieller Ausweis, den man über die Arztpraxis oder die Apotheke beziehen kann.

Wichtig bei Flugreisen

Während Flugreisen gehören Asthma-Medikamente ins Handgepäck. Die Fluggesellschaft und der Reiseveranstalter können zuverlässig Auskunft darüber erteilen, wie diese verpackt sein müssen, um problemfrei den Zoll zu passieren. Es ist ratsam, nicht nur den genau für die Reisezeit passenden Vorrat an Medikamenten mitzunehmen, sondern einen kleinen Zusatzvorrat einzupacken. So ist man für unvorhergesehene Flugausfälle und – verspätungen gewappnet.

Der Arzt vor Ort

Bevor es auf große Fahrt geht, sollte man unbedingt in Erfahrung bringen, ob es am Reiseziel die passende medizinische Versorgung gibt. Viele Asthmatiker fühlen sich im Urlaub nur dann wirklich sicher, wenn sie um die Erreichbarkeit eines Facharztes wissen – auch dieses Kriterium will bei der Wahl des Urlaubsortes berücksichtigt sein.

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