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Rhabarber – nicht nur lecker, auch gesund!

Der Rhabarber ist eine Gemüsepflanze aus der Gattung der Knöterichgewächse, die den langen Weg aus Asien bis nach Europa hinter sich hat und in verschiedenen Arten anzutreffen ist. In der Küche werden lediglich die Stiele der bis zu drei Meter hohen Pflanze verwendet, da in den Blättern ein hoher Anteil der Oxalsäure enthalten ist, welche in hohen Konzentrationen eine toxische Wirkung entfaltet. Bei der mitteleuropäischen Variante handelt es sich in der Regel um den Gemeinen Rhabarber (lat. Rheum rhabarbarum ).

Ursprung und Anwendung

Seinen eigentlichen Ursprung hat der Rhabarber in Asien, genauer im antiken China. Hier ist die pharmazeutische Wirkung bereits seit mehr als 4000 Jahren bekannt. Dabei handelt es sich aber um spezielle Formen des Rhabarbers ( Rheum officinale und Rheum palmatum ), die gegen unterschiedliche Erkrankungen wie Durchfall oder Verstopfungen eingesetzt wurden. Neben der frischen Form ließ sich Rhabarber auch in Form eines trockenen Pulvers, als Tee oder flüssig verabreichen. Aufgrund des Gehalts an Vitaminen und Mineralien hatte die Einnahme einen positiven Effekt auf das allgemeine Wohlbefinden der Patienten und dürfte speziell bei Stoffwechselerkrankungen für Linderung gesorgt haben. Allerdings war bei einer Überdosierung ein gegenteiliger Effekt die Folge.

Aufgrund der Gerbstoffe, die im Rhabarber enthalten sind, ist auch ein Einsatz in der Ledergerberei denkbar. Daneben lässt sich mit den Wurzeln der Rhabarberpflanze eine Rotfärbung der Haut bzw. Haare erreichen.

Die Herkunft des Namens

Was die Entstehung des Namens betrifft, so sind für den Rhabarber mehrere Möglichkeiten denkbar. Variante 1 geht auf die alten Griechen zurück. Diese kannten das Gewächs von der Mündung des Flusses Wolga, der in dieser Periode der Geschichte unter dem Namen Rha bekannt war. Der Wortstamm barbaros bezieht sich dagegen auf den fremdländischen Charakter. Damit hat die Pflanze Rhabarber also eine deutliche sprachliche Gemeinsamkeit mit dem Wort Barbar.

Rhabarber

Rhabarber @iStockphoto/Rolf Robischon

Eine andere Möglichkeit entsteht aufgrund der lateinischen Bezeichnung als Wurzel der Barbaren, als Radix Barbaris . Beide Varianten erscheinen durchaus als mögliche Quelle für die Namensgebung des Rhabarbers, wie wir ihn heute aus dem heimischen Garten kennen. Seinen Charakter als Nutzpflanze verdankt der Rhabarber dagegen eher einer zufälligen Entdeckung, als im 18. Jahrhundert die Möglichkeit zum Verzehr in England entdeckt wurde. Wirklich durchsetzen konnte er sich vor allem aufgrund der Tatsache, dass Rhabarber bereits in den Frühlingsmonaten geerntet werden kann.

Inhaltsstoffe des Rhabarbers

Wie bereits angesprochen enthält der Gemeine Rhabarber eine größere Menge an Vitaminen und Mineralstoffen. Daneben treten aber auch einige Inhaltstoffe auf, die dem menschlichen Körper in einer entsprechenden Dosierung durchaus Schaden zufügen können. Dazu gehört die Oxalsäure, welche unter anderem auch in Spinat, Mangold, Petersilie und Roten Rüben nachgewiesen werden kann. In hohen Mengen kann sie dem Menschen durchaus gefährlich werden, weshalb sich gerade die Blätter des Rhabarbers nicht für den Verzehr eignen. Oxalsäure bindet unter anderem Kalzium an sich, weshalb nach dem Essen ein unangenehmes Gefühl auf den Zähnen entsteht. Grund ist der schädigende Einfluss der Säure auf den Zahnschmelz. Um die Eigenschaften etwas zu mildern, empfiehlt sich der Genuss von Rhabarber mit Milchprodukten, wodurch die Wirkung als Kalziumräuber gedämpft werden kann. Durch die Bildung von Kalziumoxalat ist der Genuss von Rhabarber für Personen mit Gallen- und Nierensteinen ebenso wenig zu empfehlen wie für Rheumatiker oder Gichtpatienten.

Ein weiterer Hinweis betrifft den hohen Gehalt an natürlichen Säuren. Nicht umsonst ist der Genuss des Rhabarbers erst durch die massenhafte Verfügbarkeit an Kristallzucker in Mode gekommen. Speziell Verbraucher mit einem empfindlichen Magen und Schwangere sollten auf den übermäßigen Konsum verzichten, da die Säuren infolge des Verzehrs zu Stoffwechselproblemen führen können. Bevor es bei einem gesunden Menschen allerdings zu entsprechenden Vergiftungserscheinungen durch die Oxalsäure und andere Inhaltsstoffe kommt, müssen mehrere Hundert Gramm dieses ohne Zucker recht sauren Gewächses verzehrt werden.

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