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Riester Rente

Die drei Säulen der Altersvorsorge

Immer mehr Menschen sehen ihrem Alter mit zunehmender Besorgnis entgegen und stellen sich die Frage, wie sie ihren Lebensstandard halten sollen, wenn sie nicht mehr arbeiten gehen können. Diese Verunsicherung resultiert vor allem daraus, dass in den vergangenen Jahren eines deutlich geworden: Die gesetzliche Rente alleine kann in der Zukunft nicht mehr als Garant für ein würdevolles Leben im Alter angesehen werden. Während schon heute viele Rentner über eine mangelhafte Versorgung klagen, werden gerade die kommenden Generationen wohl grundsätzlich auf die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung verzichten müssen. Abzuwarten bleibt, welches Sicherungssystem dann an die Stelle der gesetzlichen Rentenversicherung treten wird.

Damit die heute berufstätigen Personen sich ein Auskommen im Alter sichern können, müssen sie ihre Altersvorsorge möglichst auf drei Säulen errichten: Einen Teil der Rente wird dann die gesetzliche Rentenversicherung bestreiten, einen weiteren die betriebliche Rentenversicherung und einen dritten die private Vorsorge.

Eine besonders gute Möglichkeit, privat vorzusorgen, stellt die Riester Rente dar. Sie ist zwar in dem Sinne privat, als dass sie nicht verpflichtend ist, lukrativ wird sie allerdings vor allem dadurch, dass sie staatlich gefördert wird. Das Sparen auf eine Altersrente wird dabei vom Staat auf zweifache Weise belohnt: Zum einen durch Zulagen, welche die Leibrente im Alter aufstocken, und zum anderen durch steuerliche Vorteile, die für Entlastung in der Ansparphase sorgen. Wem es also von Gesetzes Wegen zugestanden wird, sich eine Riester Rente aufzubauen, sollte nicht auf diese enormen Vorteile verzichten.

Dennoch gibt es einiges mehr über die Riester Rente zu wissen, damit sie individuell angepasst werden und ihren Zweck bestmöglich erfüllen kann. Aus diesem Grunde haben wir für Sie auf den Folgeseiten die wichtigsten Informationen rund um das Thema „riestern“ zusammengefasst.

Riester Rente

Riester Rente ©iStockphoto/Zerbor

Staatliche Förderung der Riester Rente

Privat für das Alter vorzusorgen, ist ein Unternehmen, das nicht leichtfällt. Viele Familien und auch Einzelpersonen befinden sich heutzutage in einer finanziellen Lage, die es nicht erlaubt, große Mengen an Geld an die Seite zu legen. Das was privat angespart werden kann, reicht infolge dessen oftmals nicht aus, um die gesetzliche Rente tatsächlich ausreichend aufzustocken.

Dieser Umstand war der Politik und ihren Vertretern bekannt als das Konzept der Riester Rente konzipiert wurde. Es sollte eine Form der privaten Vorsorge gefördert werden, die sowohl eine eigene Sparleistung vorsieht als auch gewährleistet, dass durch Hilfe des Staates Summen angespart werden können, die zur Rentenaufstockung einen wesentlichen Beitrag leisten können.

Letzterer Aspekt wird durch die Gewährung von Zulagen erreicht. Während der Ansparphase hingegen sorgt eine steuerliche Bevorteilung im Rahmen des Sonderausgabenabzuges dafür, dass die eigene Sparleistung nicht so schwer ins Gewicht fällt.

Die Riester Rente soll möglichst vielen Menschen zusätzliche Rentenzahlungen im Alter zusichern, dennoch kann nicht Jeder riestern. Der Kreis der förderungswürdigen Personen ist dabei genau definiert. Wenn Sie wissen wollen, ob Sie selbst zu diesem Personenkreis gehören und wie es genau um die staatlichen Zulagen und die steuerliche Entlastung gestellt ist, können Sie in den folgenden Unterpunkten wichtige Informationen finden.

Wer kann riestern?

Zum unmittelbar förderungswürdigen Personenkreis gehören abhängig Beschäftigte, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert sind, Beamte, Berufssoldaten, Wehr- und Zivildienstleistende, Auszubildende, Eltern in Erziehungszeit, pflichtversicherte Selbständige, nicht sozialversicherte Minijobber, Midijobber, ALG I und II-Bezieher, Personen, deren Existenzgründung bezuschusst wird, Landwirte, Pflegepersonen, Arbeitssuchende, die keine staatliche Unterstützung bekommen und Personen, die verschiedene Leistungen wie Vorruhestandsgeld, Krankengeld, Verletztengeld, Versorgungskrankengeld, Unterhaltsgeld und Übergangsgeld bekommen.

Dennoch: Wer sich in dieser Aufzählung nicht wieder findet, kann unter Umständen trotzdem von der Riester-Förderung profitieren. Gehört nämlich der Ehepartner zum förderungswürdigen Personenkreis, man selbst aber nicht, steht einem dennoch die Förderung zu. Es ist gar nicht so selten der Fall, dass ein Partner zum förderungswürdigen Kreis zählt und der andere nicht. Denkbar wäre zum Beispiel die folgende Konstellation: Eine Hausfrau, die keiner rentenversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgeht ist verheiratet mit einem vollzeitbeschäftigten Angestellten. Die Hausfrau in unserem Beispiel wäre dann mittelbar förderungsberechtigt und könnte Zulagen beantragen, nicht aber von den Steuervorteilen profitieren. Auch Selbständige und Studierende können zum Beispiel auf diese Weise mittelbar berechtigt sein. Selbst wenn eine mittelbar berechtigte Person keine eigene Sparleistung erbringt, stehen ihr die Zulagen zu, wenn der Partner soviel in seinen Vertrag einbezahlt, dass die volle Zulagenhöhe erreicht wird.

Generell besteht aber auch die Möglichkeit, dass eine Förderungsberechtigung verwirkt werden kann. Ein Ende der staatlichen Förderung ist dann in Sicht, wenn das angesparte Kapital zweckentfremdet verwendet wird. In diesem Zusammenhang spricht man dann auch von einer „schädlichen Verwendung“. Welche Umstände zum Verlust der Förderungswürdigkeit führen können, erfahren Sie im Menüpunkt „schädliche Verwendung“.

Zulagen

Bei den staatlichen Zulagen, die förderungswürdige Personen gewährt bekommen können, lassen sich die Grundzulage und die Kinderzulage unterscheiden.

Die Grundzulage steht dabei jedem Riester-Sparer zu – unabhängig ob er/sie Single, verheiratet, kinderlos oder Mutter/Vater ist. Aktuell beträgt sie 154 Euro. Je nach dem, ob man Kinder hat oder nicht, steht einem zudem die Kinderzulage bzw. die Kinderzulagen zu.

Bei der Kinderzulage gibt es eine Staffelung nach zwei Jahrgangsgruppen. Für jedes Kind, das vor dem 01. Januar 2008 geboren wurde, beträgt die Kinderzulage aktuell 185 Euro pro Kind. Ist das Kind nach diesem Stichpunkt bzw. genau an diesem Tag geboren geboren, erhält man sogar eine Zulage von 300 Euro pro Jahr und Kind. Generell gilt – und diese ist bei den Jahrgängen vor 2008 wichtig -, dass eine Förderung nur für Kinder vorgesehen ist, die auch einen Anspruch auf Kindergeld haben. Ist dieses bereits weggefallen – zum Beispiel weil das Kind bereits eine Ausbildung abgeschlossen hat – gibt es auch keinen Riester-Kinderzuschlag mehr. Von der Politik ist die Kinderzulage bewusst hoch gestaltet worden, wird es auf diese Weise doch gerade kinderreichen Familien, die finanziell zumeist schlechter gestellt sind, dennoch erlaubt, an der eigenen Altersvorsorge zu basteln.

Ob man allerdings die vollen Zulagen, von denen an dieser Stelle stets die Rede war, auch tatsächlich bekommt oder nur zu einem Anteil, hängt auch ganz wesentlich von der eigenen Sparleistung ab. Weitergehende Informationen hierzu erhalten Sie im Menüpunkt „Eigenanteil und Sockelbetrag“.

Steuerliche Förderung

Gerade weil es für viele Menschen unattraktiv wirkt, von dem eigenen Einkommen noch etwas für die Altersvorsorge abzuzwacken und somit an spätere Zeiten zu denken, haben Politiker einen Entlastungsmechanismus in der Ansparphase in das Riester-Modell integriert, der einen zusätzlichen Anreiz schaffen kann.

Hierbei ist es den Steuerzahlern möglich, die Aufwendungen für die Bedienung eines Riester-Vertrages mittels des so genannten Sonderausgabenabzuges geltend zu machen. Innerhalb einer Günstigerprüfung wird das Finanzamt die Angaben prüfen und errechnen, ob die ggf. zu erteilende Steuervergünstigung höher ausfällt als die staatlichen Zulagen. Sollte dieses der Fall sein, kann man mit einer Steuerrückzahlung in Höhe dieser Differenz rechnen. Diese Steuerrückzahlung macht sich nicht auf dem Riester-Konto bemerkbar, sondern im Portemonnaie des Riester-Sparers, wodurch er unmittelbar einen Vorteil genießt.

Während kinderreiche Familien wohl eher weniger von dieser steuerlichen Förderung profitieren werden, ergibt sich gerade für besserverdienende Personen hierbei eine gute Möglichkeit, von Steuervorteilen Gebrauch zu machen.

Beachtet werden muss allerdings, dass dieser steuerliche Vorteil in der Ansparphase gekoppelt ist mit einer steuerlichen Belastung in der Auszahlungsphase. Dieser Sachverhalt wird auch als nachgelagerte Besteuerung bezeichnet. Die Versteuerung im Alter ist allerdings in der Regel tragbarer als die in Zeiten der Erwerbstätigkeit, da die Alterseinkünfte normalerweise geringer sind und somit günstigere Konditionen gelten.

Riester-Produkte

Derjenigen, der von der Riester-Förderung profitieren möchten, hat die Qual der Wahl, wenn es darum geht, sich für ein Produkt zu entscheiden, dass für das Riester-Modell staatlich zertifiziert ist.

Drei Produkte stehen hier zur Wahl: der Riester-Banksparplan, die Riester-Rentenversicherung und der Riester-Fondssparplan. Obwohl man bei allen drei Varianten die staatliche Förderung erhält, ergeben sich dennoch Unterschiede. Diese sind vor allem darin zu finden, wie das selbstangesparte Geld und die Zulagen angelegt und verzinst werden, wie hoch das Risiko ist und welche Kosten entstehen. Dabei kann nicht ein schlichtes Urteil gefällt werden, dass die eine oder andere Variante die besten ist. Vielmehr gilt es die individuellen Umstände mit in die Überlegung einzubeziehen, welche Variante es denn sein soll.

Alle drei Varianten haben allerdings ein paar Aspekte gemein. Der wichtigste davon ist, dass alle Anbieter garantieren müssen, dass wenigstens die Summe aus eingezahlten Eigenbeiträgen und Zulagen erhalten bleiben müssen. Diese Garantie gibt dem Wort Risiko im Kontext von Riester-Verträgen eine abgemilderte Bedeutung. Risiko besteht somit alleine darin, dass zum Beispiel bei einem Riester-Fondssparplan die erwirtschafteten Renditen schwanken können und es im schlimmsten Fall zu einem Verlust der Rendite kommen kann. Selbst dann bleibt dem Sparer allerdings die eigene Sparleistung und die staatliche Zuwendung zur Verrentung erhalten.

Weitere wichtige Details über die unterschiedlichen Riester-Verträge erfahren Sie in den folgenden Menüpunkten. Dort wird auch angegeben, für wen sich welche Variante am ehesten eignet und wo Vor- und Nachteile erkennbar werden.

Riester-Banksparplan

Bei einem Riester-Banksparplan läuft das Prozedere des Ansparens wie folgt ab: In der Regel überweist der Sparer monatlich einen festgelegten Betrag – im Idealfall einen, der ihm die staatlichen Zulagen in voller Höhe garantiert – auf sein Riester-Konto. Das angesammelte Kapital, welches später der Verrentung dienen soll, wird von der betreuenden Bank verzinst.

Riester-Banksparpläne haben ein Pfund, mit dem sie wuchern können: Sie sind transparent. Der Sparer kann genau nachvollziehen, wie sich seine private Zusatzrente durch die Eigenleistung, die Zulagen und durch die Verzinsung dieser beiden Posten zusammensetzt. Transparenz bedeutet in diesem Zusammenhang folglich auch, dass von vornherein bei gleichbleibender Sparleistung ersichtlich wird, wie hoch die Zusatzrente ausfallen wird.

Weiterer große Pluspunkte eines Riester-Banksparplans sind die geringen Kosten, wobei der Abschluss zumeist sogar kostenlos ist und in der Regel lediglich einmal pro Jahr Verwaltungskosten fällig sind, sowie die gebotene Sicherheit. Erwähnenswert ist zudem, dass man mit einem Riester-Banksparplan seine Flexibilität gut wahren kann: Ein Anbieter-Wechsel ist zumeist unkompliziert und nicht mit allzu hohen Kosten verbunden.

Für all diese Pluspunkte muss der Sparer allerdings in Kauf nehmen, dass die Rendite im Falle eines Riester-Banksparplanes unter Umständen nicht so hoch ausfällt wie es der Fall bei einem Riester-Fondssparplan sein kann. Er ist aufgrund seiner Sicherheit daher eher für ältere Sparer geeignet. Diese sind zumeist auf viel Sicherheit angewiesen, da die Ansparphase, die ihnen zur noch Verfügung steht, begrenzt ist. Kurzfristige Renditeeinbuße können sie schlechter wieder ausgleichen als junge Sparer.

Riester-Rentenversicherung

Riester-Rentenversicherungen wurden in der Vergangenheit am häufigsten von den drei Varianten – Riester-Banksparplan, Riester-Rentenversicherung und Riester-Fondssparplan – nachgefragt. Dieses muss allerdings nicht bedeuten, dass sie auch tatsächlich in jedem Fall die geeignetsten Riester-Produkte sind.

Klassische Riester-Rentenversicherungen bieten ihren Kunden eine garantierte Verzinsung, d.h. zu Beginn des Vertrages steht fest, mit welchem Zinssatz das angesparte Kapital verzinst werden wird. Dieses bietet Unabhängigkeit von Aktienkursen oder aktuellen Marktzinsen und erlaubt, konkrete Planungen fürs Alter anzustellen. Die garantierte Verzinsung muss laut Gesetz mindestens 2,25 Prozent betragen. Arbeitet der Anbieter mit dem Geld der Versicherten so, dass er Überschüsse erwirtschaften kann, werden die Kunden unter Umständen auch an diesen beteiligt. Tritt man in das Rentenalter ein, wird eine lebenslange Rente garantiert.

Nachteilig bei einer Riester-Rentenversicherung wirkt sich die geringe Flexibilität aus: Anbieter-Wechsel sowie Vertragsänderungen sind zumeist teuer und der zum Vertragsbeginn zugesagte Beitrag sollte bis zum Ende des Vertrages regelmäßig fließen, da ansonsten wiederum Gebühren fällig werden können bzw. umsonst bereits geleistet wurden. Generell werden Abschluss- und Verwaltungskosten erhoben, welches eine Riester-Rentenversicherung im Vergleich mit einem Riester-Banksparplan teurer macht.

Riester-Rentenversicherungen sind auf eine lange Laufzeit ausgerichtet. Erst in den letzten Jahren ihrer Laufzeit ist die Rendite hoch. Sie eignen sich daher eher für den jungen Sparer als für Sparer, die nur noch eine begrenzte Zeit zum Ansparen einer Zusatzrente zur Verfügung haben.

Riester-Fondssparplan

Riester-Fondsparplänen sind in der Vergangenheit immer beliebter geworden, da sie den Sparern die Möglichkeit bieten, sehr hohe Renditen einzufahren. Das angesparte Kapital wird dabei durch die Anbieter in Fonds angelegt, so dass der Sparer indirekt an Gewinnen und Verlusten von Wirtschaftsunternehmen beteiligt wird. Dieses ist zwar spekulativer – da niemand garantieren kann, wie hoch die Rendite ausfallen bzw. ob überhaupt eine erwirtschaftet wird – im Falle von Riester-Fondssparplänen hält sich das Risiko allerdings in Grenzen: Laut Gesetz muss nämlich der Anbieter garantieren, dass für die Verrentung mindestens die eigenen Sparleistungen plus die staatlichen Förderungen zur Verfügung stehen. Dem etwas mutigeren Anleger werden hier somit gute Möglichkeiten geboten, eine hohe Rendite zu erwirtschaften, ohne ein allzu hohes Risiko einzugehen.

Beachtetet werden muss allerdings, dass Riester-Fondssparpläne nur wenig Flexibilität bieten, da die Gelder gebunden sind. In puncto Kosten muss man Beiträge für den Abschluss und Depotkosten einplanen, so dass es insgesamt betrachtet sehr wahrscheinlich ist, dass ein Riester-Fondssparplan weniger Kosten erzeugt als eine Riester-Rentenversicherung und nicht erheblich mehr als Riester-Banksparpläne.

Insgesamt scheinen Riester-Fondssparpläne besonders für jüngere Sparer geeignet zu sein, die zur Not auch kurzfristige Renditerückgänge oder -einbußen durch längere Laufzeiten kompensieren können. Aber auch ältere Sparer können auf Fondssparpläne zurückgreifen, wenn sie finanziell gut ausgestattet sind und sie eine Renditeeinbuße im schlimmsten Fall nicht zu hart trifft.

Kosten und Formalitäten

Natürlich tauchen bei der Beschäftigung mit dem Thema Riester-Rente eine Reihe von Fragen auf, die über die Frage der Zulagenhöhe oder die Frage nach dem individuell am besten geeigneten Riester-Produkt hinausgehen.

In jedem Fall gilt es vor Abschluss eines Riester-Vertrages – unabhängig davon, ob man sich für einen Banksparplan, eine Rentenversicherung oder einen Fondssparplan entscheidet – zu prüfen, ob das Riester-Modell in den eigenen Lebenszusammenhängen überhaupt geeignet erscheint. Ist man sich zum Beispiel bereits heute im klaren darüber, dass man sein Rentenalter nicht in der Bundesrepublik verbringen wird, sondern im Ausland, macht ein Riester-Vertrag wenig Sinn, müssen in diesem Fall doch die staatlichen Zulagen genauso wie die Steuerersparnis zurückerstattet werden.

Auch muss man sich des Sachverhaltes bewusst sein, dass der Abschluss eines Riester-Vertrages Kosten verursacht und eine Reihe von Formalitäten gegeben sind, die beachtet werden müssen.

Fragen die bei einer näheren Beschäftigung mit dem Thema Riestern auftauchen, können zum Beispiel folgende sein: Wie hoch muss die Eigensparleistung sein, wenn man sich die vollen Zulagen sichern möchte? Was ist der so genannte Sockelbetrag? Kann man das Kapital aus einem Riester-Vertrag vererben? Welche Kosten sind mit Riester-Verträgen verbunden? Kann man einen Riester-Vertrag kündigen? Antworten auf diese Fragen finden Sie in den folgenden separaten Menüpunkten.

Eigenanteil und Sockelbetrag

Um in den Genuss der vollen staatlichen Zulagen zu kommen, muss der Sparer eine gewisse eigene Sparleistung erbringen. Dieses müssen vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens sein. Bei einem Vorjahresbruttoeinkommen von 30.000 Euro müsste der Sparer also eigentlich 1.200 Euro im Jahr ansparen. Beachtet werden muss allerdings, dass die staatlich Zulage bereits in diesen Betrag eingerechnet wird. Der Sparer muss dann selbst nur 1.046 Euro aufbringen, um die volle Zulage zu erhalten. Ist er nicht kinderlos, sondern hat ein oder mehrere Kinder verringert sich der Eigenanteil pro Kind jeweils um 185 Euro bzw. um 300 Euro für Kinder, die nach dem 01. Januar 2008 geboren sind.

Sowie es einen Mindesteigenanteil gibt, der die Gewährleistung der staatlichen Zulagen in voller Höhe zusichert, gibt es auch einen Höchsteigenanteil von derzeit 2.100 Euro. Auf diese Weise kann man mehr Geld für sein Alter ansparen, höhere Zulagen gibt es dabei allerdings nicht.

Wer nicht den erforderlichen Eigenanteil für die Sicherung der staatlichen Zulagen in voller Höhe aufbringen kann, kann dennoch von dem Riester-Modell profitieren, die Zulagen können dann ggf. anteilig ausbezahlt werden.

Hat man im vergangenen Jahr kein oder nur sehr wenig Einkommen erzielt, so dass alleine schon die vier Prozent durch die Zulagen bestritten wären, muss dennoch ein
Sockelbetrag geleistet werden, der die staatliche Förderung garantiert. Dieser beträgt pro Jahr 60 Euro. Ausnahmen stellen hierbei mittelbar begünstigte Personen dar, die auch einen reinen Zulagenvertrag laufen lassen können.

Kosten für die unterschiedlichen Anlageformen

Bei allen drei gängigen Riester-Produkten – dem Riester-Banksparplan, dem Riester-Fondssparplan und der Riester-Rentenversicherung – fallen Kosten an. Diese können sich je nach Produktart aber erheblich voneinander unterscheiden.

Am geringsten sind die Kosten, die für die Unterhaltung eines Riester-Banksparplanes anfallen. Oft werden hier keine Abschlussgebühr fällig, sondern lediglich Verwaltungskosten. Auch bei einem Anbieter-Wechsel fallen in der Regel keine immensen Kosten an.

Gut mithalten kann mit dieser Kostengünstigkeit unter Umständen auch ein Riester-Fondssparplan. Allerdings muss man hierbei mit einem Ausgabenaufschlag, Depotführungsgebühren, und eventuell mit Verwaltungskosten rechnen. Ein Fondssparplan kann somit als grobe Orientierung – ausschlaggebend sind immer die spezifischen Kosten je Angebot – preislich im Mittelfeld angesiedelt werden.

Eine Riester-Rentenversicherung weist in der Regel höhere Kosten auf, was die Rendite verringert. Aufgrund dessen, dass Riester-Rentenversicherungen in ihren Bedingungen oftmals zulasten der Flexibilität des Versicherten gestrickt sind, muss auch einkalkuliert werden, dass ein Wechsel oder eine Auflösung einer Riester-Rentenversicherung unter Umständen teuer werden kann. Dies sind die Nachteile, die man eingehen muss, wenn man mittels einer Riester-Rentenversicherung Planungssicherheit genießen möchte. Der Versicherte sollte also vor dem Abschluss einer Riester-Rentenversicherung sicher sein, dass er diese über einen längeren Zeitraum regelmäßig bedienen kann.

Die hier gemachten Angaben können lediglich zu einer groben Orientierung dienen. Ausschlaggebend für die Höhe der entstehenden Kosten sind immer die individuellen Konditionen.

Antrag auf Zulagengewährung

Wer den bürokratischen Aufwand des Riesterns fürchtet, kann beruhigt werden. War es in der Vergangenheit von Nöten, jährlich einen Zulagenantrag auszufüllen, was ein ungeliebtes Unterfangen unter den Sparern war, kann mittlerweile auch ein Dauerzulagenantrag gestellt werden, der die Arbeit wesentlich erleichtert und gewährleistet, dass keine Fristen versäumt werden, was die Gewährung der Zulagen gefährden könnte. Ändern sich nicht wesentliche Angaben, läuft dieser einmal gestellte Antrag weiter, ohne dass mit einem regelmäßigen bürokratischen Aufwand zu rechnen ist.

Der Dauerzulagenantrag wird zunächst einmalig an den Riester-Anbieter übermitteln. Dieser leitet den kompletten Antrag an die zuständige Zulagenstelle für Altersvermögen weiter, welche die Aufgabe hat, zu prüfen, ob alle Bedingungen für die Gewährung der staatlichen Zulagen erfüllt sind. Die Zulagen werden dann – soweit der Antrag berechtigt ist – dem Riester-Konto gut geschrieben.

Neu gestellt werden muss ein solcher Dauerzulagenantrag lediglich, wenn sich Änderungen ergeben, welche die Leistung der Zulagen betreffen, etwa die Veränderung des Familienstandes, die Geburt eines Kindes, Veränderungen innerhalb der Rentenversicherungspflicht, etc.

Damit der Versicherte bzw. Sparer immer über den aktuellen Stand seines Riester-Vermögens informiert ist, werden ihm jährlich von dem Anbieter Aufstellungen zugeschickt, die erkennen lassen, welche Faktoren den aktuellen Stand der Dinge beeinflusst haben.

Vererben einer Riester-Rente

Es gibt eingeschränkte Möglichkeiten, die eine Vererbung einer Riester-Rente bzw. des angesparten Eigenkapitals erlauben.

Generell ist es im Falle von Banksparplänen und Fondssparplänen möglich, sowohl das selbst angesparte Kapital als auch die staatlichen Zulagen an seinen Ehepartner zu vererben, wenn dieser einen eigenen Riester-Vertrag hat. In diesem Fall müssen auch die Steuererleichterungen nicht zurückgezahlt werden. Das angesparte Kapital wird dann auf den Vertrag des Partners übertragen. Es ist durchaus gestattet, dass ein Riester-Vertrag erst zu diesem Übertragungszweck abgeschlossen wird. Soll das Kapital aus einem Riester-Vertrag jedoch an andere Personen vererbt werden – dies gilt auch für die eigenen Kinder – müssen die staatlichen Zulagen sowie die Steuererleichterungen zurückgezahlt werden.

Besondere Vorsicht ist allerdings bei Riester-Rentenversicherungen angebracht: Hier muss die Möglichkeit der Vererbung extra im Vertragswerk vorgesehen sein, damit die Hinterbliebenen nicht leer ausgehen. Verstirbt der Sparer in der Auszahlungsphase kann ein Erbe die Rente weiter ausbezahlt bekommen – allerdings nur, wenn eine Rentengarantiezeit zuvor vereinbart wurde. Auch in Todesfall während der Ansparphase muss es vertraglich vereinbart sein, dass das Kapital aus der Riester-Versicherung vererbt werden kann. Ist dies vereinbart, gilt das gleiche wie bei anderen Riester-Verträgen: Staatliche Zulagen kann nur der Ehepartner erben, nicht aber andere Begünstigte.

Kündigung eines Riester-Vertrages

Generell können Riester-Verträge gekündigt werden, so dass im Ernstfall gewährleistet ist, dass der Sparer an sein Geld kommt, wenn er dieses benötigt. Die Gesetzeslage sieht vor, dass eine Kündigungsfrist nicht länger als drei Monate betragen darf.

Eine Kündigung wirkt sich allerdings nachteilig aus: Da der Zweck des Riester-Modells der Aufbau einer Zusatzrente ist, darf das Kapital auch nur für die Verrentung genutzt werden. Dies bedeutet: Wird ein Riester-Vertrag gekündigt und somit das Kapital zweckentfremdet, müssen sowohl die staatlichen Zulagen als auch die Steuervorteile zurückbezahlt werden. Hinzu kommt, dass eine Kündigung auch mit Kosten verbunden ist: Bei Banksparplänen und Fondssparplänen fallen diese im Regelfall nicht enorm hoch aus, bei Riester-Rentenversicherungen hingegen können einige Kosten auf den Sparer zukommen.

Ist einem somit schon beim Abschluss des Riester-Vertrages bewusst, dass man das angesparte Geld entweder schon vor der Verrentungsphase oder aber zum Eintritt ins Rentenalter in einer Summe benötigt, sollte man eine Anlageform bevorzugen, die auf solche Bedingungen zugeschnitten ist und nicht das Ziel einer Verrentung hat.

Die bessere Alternative zur Kündigung eines Riester-Vertrages ist das Ruhen lassen desselben. Dabei wird der Riester-Vertrag beitragsfrei gestellt, d.h. man kann zum Beispiel in Zeiten eines finanziellen Engpasses die eigenen Sparleistungen einstellen, ohne dass der Vertrag in seinem Bestand gefährdet wäre.

Schädliche Verwendung

Der einzige Zweck, den das auf einem Riester-Vertrag angesammelte Kapital übernehmen soll, ist, die gesetzliche Rente aufzustocken. Jedes Antasten des Kapitals vor dem Beginn des Rentenalters ist somit eine schädliche Verwendung und führt dazu, dass die geleisteten staatlichen Zulagen sowie eventuelle Steuerersparnisse zurückerstattet werden müssen. Kann man aufgrund eines finanziellen Engpasses die eigene Sparleistung nicht mehr erbringen, muss der Vertrag allerdings nicht gekündigt werden, sondern kann beitragsfrei gestellt werden. Auf diese Weise können zumindest die bisher eingenommenen staatlichen Zulagen gesichert werden und müssen nicht zurückbezahlt werden.

Wer seinen Wohnsitz in Deutschland im Alter aufgeben und sich im Ausland niederlassen möchte, stellt ebenfalls seine staatlichen Zulagen sowie die bisher erhaltenden Steuervergünstigen aufs Spiel. Hintergrund dafür, dass in diesem Fall die Förderung zurückverlangt werden kann, ist wohl dass der Rentner in diesem Fall nicht mehr der nachgelagerten Versteuerung in der Bundesrepublik unterliegt. Die Rückzahlungen der Zulagen kann allerdings – wenn man sich bereits in der Auszahlungsphase befindet – in Raten erfolgen, so dass die wirtschaftliche Situation des Rentners nicht allzu stark belastet wird.

Nicht erst seit der Einführung des „Wohn-Riesterns“ ist es allerdings erlaubt, Kapital aus dem Riester-Vertrag zur Finanzierung eines Eigenheims zu entnehmen. Hier gelten ganz bestimmte Bedingungen, über die man sich im Vorfeld informieren sollte.

Sicherheit

Gerade weil es sich bei den in Riester-Verträgen angesparten Geldern um solche handelt, die eine wichtige Aufgabe – nämlich die Aufstockung der Rente und somit ein würdevolles Leben im Alter – gewährleisten sollen, hat der Gesetzgeber umfassende Basissicherheiten in das Riester-Modell integriert, die für alle Personen gelten, die riestern.

Alle Anbieter von Riester-Produkten müssen so zum Beispiel garantieren, dass zu Beginn des Rentenalters die Summe aus geleisteten Eigensparleistungen und staatlichen Zulagen zur Verrentung bereit stehen. Hinzu kommt die unter Umständen erwirtschaftete Rendite. Zum anderen hat der Gesetzgeber auch veranlasst, dass das Kapital quasi vor dem Sparer selbst geschützt ist: Gerät er in eine finanzielle Notlage, muss er nicht zunächst das Kapital aus seinem Riester-Vertrag aufbrauchen, bevor er einen Anspruch auf Hartz IV hat. Selbstverständlich bleibt ihm allerdings jederzeit die Möglichkeit offen, seinen Riester-Vertrag zu kündigen, falls er dieses für erforderlich hält.

Zudem hängt in puncto Sicherheit auch einiges davon ab, für welches Riester-Produkt man sich entscheidet: Alle verfügen zwar über die Basissicherheit, in Hinblick auf die Rendite kann man allerdings je nach eigenem Gefallen, mehr auf Sicherheit oder mehr auf Risiko setzten. Mit einem Banksparplan fährt man dabei bei weniger Rendite am sichersten, während man mit einem Fondssparplan höhere, aber im schlimmsten Fall auch gar keine Rendite erzielen kann.

Vor- und Nachteile der Riester-Rente

Die Vorteile, die eine Riester-Vorsorge bietet, wiegen schwerer als die Einschränkungen, die sie aufweist. Klare Vorteile ergeben sich aus der staatlichen Förderung: Hier wird den Sparern Geld geschenkt, das einen wesentlichen Anteil an dem Aufbau einer attraktiven Zusatzrente leisten kann. Die vollen Zulagen erreicht man dabei zumeist schon bei – am Einkommen gemessen – geringen eigenen Sparleistungen, so dass sich jeder ernsthaft überlegen sollte, einen Riester-Vertrag abzuschließen.

Ebenfalls als vorteilhaft bewertet werden kann, dass dem Riester-Sparer bei dieser Altersvorsorgeform sehr viel Sicherheit geboten wird und dass er flexibel bleibt: Er kann die Anbieter wechseln oder in Zeiten finanzieller Engpässe den Vertrag ruhen lassen oder aber sogar kündigen.

Dies ist zwar viel Flexibilität, dennoch mag diese für manch eine individuelle Situation nicht ausreichend sein, welches dann auch als nachteilig bewertet werden kann. Weiß man zum Beispiel nicht, ob man sein Alter in der Bundesrepublik verbringen wird oder nicht, kann ein Riester-Vertrag zu unflexibel wirken, muss man bei der späteren Entscheidung für das Ausland doch in Kauf nehmen, dass die staatliche Förderung verloren geht. In diesem Fall hätte man sein Geld unter Umständen gewinnbringender anlegen können. Auch muss bei langfristigen Geldanlagen die Inflation berücksichtigt werden, so dass man schwer abschätzen kann, was das heute gesparte Geld in zwanzig oder dreißig Jahren noch wert sein wird.

Alles in einem hat der Gesetzgeber mit dem Riester-Modell allerdings ein Modell der staatlich geförderten Altersvorsorge geschaffen, welches sich sehen lassen kann und die Lebenssituation vieler Menschen im Alter in der Zukunft verbessern wird.

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