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Rückenschmerzen – das Kreuz mit dem Kreuz

Rückenschmerzen sind mittlerweile zu einer wahren Volkskrankheit geworden. Sie sind – nach dem Infekt – die zweithäufigste Ursache dafür, warum viele Menschen einen Arzt aufsuchen müssen. Bis zu 80 Prozent der Frauen und bis zu 70 Prozent der Männer haben wenigstens einmal in ihrem Leben an Rückenschmerzen gelitten. Über die Hälfte der bei den Krankenkassen eingereichten Kuranträge ist auf Rückenschmerzen zurückzuführen und wer länger als ein halbes Jahr an ernsthaften Rückenschmerzen leidet, tut sich oft schwer, sich auf Dauer wieder ganz normal in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Nun sind Rückenschmerzen aber nicht gleich Rückenschmerzen: So ausgefeilt wie die menschliche Wirbelsäule konstruiert ist, bietet sie dem Schmerz viele Angriffspunkte. Die Wirbelsäule wird aus medizinischer Sicht in drei Abschnitte unterteilt: In die Hals-, die Brust- und die Lendenwirbelsäule. Insgesamt 24 Wirbel, die von der Halswirbelsäule zur Lendenwirbelsäule hin an Größe zunehmen, finden auf diesen drei Abschnitten der Wirbelsäule Platz. Zwischen den einzelnen Wirbeln befinden sich die Bandscheiben. Diesem Faserring, in dessen Inneren ein gallertartiger Kern liegt, kommt die wichtige Aufgabe zu, die Erschütterungen, die auf den menschlichen Körper einwirken, abzufedern.

Wie entstehen Rückenschmerzen?

Oft liegt den quälenden Rückenschmerzen ganz einfach eine Fehlhaltung zugrunde. Diese Fehlhaltung führt dazu, dass sich die Rückenmuskulatur verspannt und beginnt zu schmerzen. Wer eine überwiegend sitzende Tätigkeit ausübt und einen Großteil des Tages am Schreibtisch verbringt, wird ein Lied davon singen können. Dieser – durch die Fehlhaltung ausgelöste – Schmerz führt dazu, dass sich der Betroffene zunehmend verkrampft, aufgrund der Rückenschmerzen überflüssige Bewegungen vermeidet und sich so noch mehr verkrampft. Schnell befindet er sich so in einem verhängnisvollen Schmerzkreislauf. Rückenschmerzen, deren Ursache muskuläre Verspannungen sind, werden am besten durch Bewegung bekämpft. Anders sieht es aus, wenn die Rückenschmerzen durch einen Bandscheibenvorfall oder degenerative Veränderungen der Wirbelsäule hervorgerufen werden. Ein Bandscheibenvorfall entsteht, wenn die Bandscheibe ihre gewohnte Position verlässt und auf einen Rückennerv drückt. Im Anfangsstadium macht sich dieser Vorfall als äußerst schmerzhafter Hexenschuss bemerkbar, dessen Schmerzwellen sogar bis in die Beine ausstrahlen können. Dieser Schmerz erfordert oft schmerzstillende Medikamente und körperliche Ruhe, verschwindet jedoch nach einigen Tagen wieder. Hält der Schmerz länger an, deutet er jedoch möglicherweise auf einen beginnenden Bandscheibenvorfall hin und bedarf ärztlicher Behandlung. Die Therapie sieht zu Anfang körperliche Schonung, physikalische Anwendungen und den Einsatz schmerzstillender Medikamente vor. Ein chronischer Bandscheibenvorfall kann jedoch auch einen operativen Eingriff nötig machen.

Rückenschmerzen

Rückenschmerzen @iStockphoto/Irena Misevic

Wie kann Rückenschmerzen vorgebeugt werden?

Wer es gar nicht erst riskieren möchte, eines Tages unter quälenden Rückenschmerzen zu leiden, muss die Passivität überwinden. An einem aktiveren Lebensstil und ein wenig Sport führt kein Weg vorbei. Es ist nicht nötig, gleich zum Hochleistungssportler zu werden, aber regelmäßige Bewegung, mit der die Rückenmuskulatur sanft gekräftigt wird, ist ein Muss. Es gibt zahlreiche Sportarten, die in Frage kommen: Walken, Schwimmen, Yoga, eine spezielle Rückengymnastik oder der Besuch eines Fitness-Studios sind absolut empfehlenswert. Wer sich vor der Bewegung scheut, sollte seinen Alltag wenigstens ein wenig rückenfreundlicher gestalten. Dies kann durch gezielt eingestreute Bewegungselemente, häufige Positionswechsel und eine aufrechte Haltung geschehen. Wer eine sitzende Tätigkeit ausübt, tauscht seinen einfachen Bürostuhl gegen ein ergonomisches Modell oder noch besser einen Sitzball aus. Wer jedoch immer wieder unter chronischen Rückenschmerzen leidet, kommt nicht umhin, ein wenig mehr Bewegung in den Alltag zu integrieren. Denn die stärkt nicht nur die Rückenmuskulatur sondern den gesamten Körper.

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