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Saunavielfalt von Finnland bis Japan

Manch einen wird es überraschen: Saunagänge als gesundheitsfördernde Prozeduren sind nicht etwa nur in den nordeuropäischen Ländern wie Finnland und Schweden bekannt und beliebt, sondern auch in vielen anderen Regionen der Erde. Die unterschiedlichsten Kulturen haben ihre eigenen Traditionen und Eigenheiten, wenn es darum geht so richtig ins Schwitzen zu kommen.

Der Klassiker: finnische Sauna

Aber fangen wir mit wohlbekanntem an: Ein Klassiker, von dem wohl jeder schon einmal gehört hat, ist die finnische Sauna. Hier geht es extrem heiß her: Temperaturen zwischen 70 und 100 Grad sorgen fürs gesunde Schwitzen, bei dem Giftstoffe aus dem Körper transportiert werden. Durch Wasseraufgüsse auf heiße Steine kann die Temperatur erhöht werden. Eine Sauna nach finnischem Modell weist mehrere Bänke auf, die in unterschiedlichen Höhen zum Niederlassen einladen. Während Hartgesottene sich auf die obersten Stufen wagen, wo es am heißesten ist, nehmen empfindlichere Naturen und Anfänger besser auf den unteren Rängen Platz. Einem Aufstieg bei ausreichend Training steht natürlich nichts im Wege…

Ähnlichkeiten mit der finnischen Sauna hat das russische Pendant: die Banja. Auch hier gibt es heiße Steine, die immer wieder mit Wasser begossen werden, damit eine hohe Temperatur erreicht wird. Man bevorzugt hier allerdings etwas kühlere Verhältnisse, wobei das Wort „kühl“ wohl generell bei der Thematik Sauna eher fehl am Platze ist: 60 bis 75 Grad reichen den russischen Saunagängern aus. Auch zwischendurch sind Abkühlungen mit kaltem Wasser, das man sich auf Gesicht und Körper spritzt üblich. Das Schlagen mit Birkenzweigen kurbelt zudem die Durchblutung der Haut an.

Sauna

Sauna @iStockphoto/doga yusuf dokdok

Sauna orientalisch: Hamam

Ortswechsel: In der Türkei schätzt man den Hamam, ein orientalisches Bad, in dem man auch Saunaanwendungen vollzieht. Hier ist die Temperatur noch einmal geringer und liegt bei ca. 50 Grad. Das Besondere: Man bekommt Unterstützung bei der Körperpflege. Der Tellak – zu deutsch sinngemäß mit Badehelfer zu übersetzen – lässt dem Saunagänger während der Schwitzkur eine Reinigung und Massage mit einem groben Handschuh angedeihen – leider nichts für empfindliche Hauttypen. Für Frauen gibt’s die Natir, das weibliche Pendant zum Tellak. Nächster Zwischenstopp: Japan, wo die Saunabehandlung Ofuro genannt wird. Nach einem Aufenthalt in einem ebenfalls für Saunaprofis mäßig temperierten Wasserbad (ca. 50 Grad warm) wird man in Tücher eingewickelt, die dazu beitragen, dass man langsam und angenehm Schwitzen und somit seinen Körper reinigen kann.

Sauna ätherisch: Kuti

Andere Länder, andere Sitten gilt auch in Bezug auf die Saunakultur, die man auf Sri Lanka schätzt: Hier ist der ayurvedische Kuti verbreitet. Man schwitzt in einer Kammer, die mit Lehm und Wachs ausgekleidet ist, bei einer Temperatur um die 40 bis 50 Grad. Das Besondere: Im Boden sind frische Kräuter eingelassen, ihre Dämpfe lindern Beschwerden der Atemwege und man kann nach der Prozedur wieder richtig gut durchatmen. In der indianischen Kultur der Navajo-Indianer, die im Südwesten der USA leben, gibt es ebenfalls ein Saunazeremoniell: In einem Zelt werden Steine zum Glühen gebracht, die dann mit Wasser und Kräutermischungen übergossen werden. Etwas ganz anderes als die uns bekannte Saunapraktik, ist die, bei der die Tonerde Rhassoul zum Einsatz kommt. Die mit einer Vielzahl von Mineralstoffen versehende Erde wird mit Wasser zu einem Schlamm verrührt, der auf den gesamten Körper verteilt wird. So eingeschmiert geht es ab in einen aufgeheizten Raum. Hier wird dann nicht nur geschwitzt, sondern auch die Haut durch die Zufuhr an Mineralstoffen reichhaltig gepflegt. Soweit ein kurzer Überblick über die unterschiedlichsten Saunavarianten. Nun liegt es an Ihnen: Seien Sie mutig und testen Sie die unterschiedlichen Varianten doch einfach einmal selbst!