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Schluckauf – des einen Leid, des anderen Freud

Schluckauf – wer ihn hat, wird blitzschnell zum Gespött seiner Mitmenschen. Nicht nur, dass das unkontrollierte Hicksen Lachsalven beim Gegenüber auslöst, oft wird es auch noch mit wenig hilfreichen Sprüchen bedacht. Schließlich heißt es seit jeher, dass nur diejenigen von einem Schluckauf befallen werden, an die gerade sehnsuchtsvoll von einem anderen Menschen gedacht wird. Dem ist natürlich nicht so. Der Auslöser des Schluckaufs, der medizinisch als Singultus bezeichnet wird, ist eine Reizung des Nervus phrenicus. Die Reizung dieses Zwerchfellnervs führt zu einer krampfhaften Kontraktion des Zwerchfells und der angrenzenden Rippenmuskulatur.

Durch diese reflexartige Kontraktion dehnt sich die Lunge sehr rasch aus und saugt Luft ein. Der Kehlkopf kann bei diesem Tempo nicht mehr mithalten und reagiert mit einem ruckartigen Verschluss der Stimmritze. So entsteht das typische Hicksen, denn die Atemluft kann nicht mehr entweichen und prallt nun gegen die Stimmritze. Die Ursachen für eine Reizung des Zwerchfellnervs sind vielfältig. Mal steckt eine zu hastig verzehrte oder zu reichhaltig Mahlzeit dahinter, mal der Genuss von zu heißen oder zu kalten Lebensmitteln. Auch Alkohol, Nikotin und sehr große Nervosität können das störende Hicksen auslösen.

Hält der Schluckauf länger als 48 Stunden an, gilt er als chronisch und bedarf ärztlicher Abklärung. Und zwar nicht nur, weil ein chronischer Schluckauf die Lebensqualität erheblich einschränken und zu Schlaflosigkeit, chronischen Erschöpfungszuständen und Depressionen führen kann. Ein chronischer Schluckauf ist unter Umständen das Begleitsymptom einer ernsthaften Erkrankung. In Frage kommen hier beispielsweise Magen- und Darmerkrankungen oder weitere, ernste Erkrankungen der Atmungs- und Verdauungsorgane. In den meisten Fällen liegt dem lästigen Schluckauf jedoch keine gravierende Erkrankung zugrunde und er verschwindet ohne besonderes Zutun.

Schluckauf

Schluckauf @iStockphoto/emin ozkan

Was hilft gegen den Schluckauf?

Einen ultimativen Trick, der den lästigen Schluckauf zuverlässig verschwinden lässt, gibt es leider nicht. Dennoch kursieren viele Vorschläge, wie der Geplagte das Hicksen in den Griff bekommen kann. Wer sportlich ist, versucht es mit einem Kopfstand. Ein wenig Geschicklichkeit erfordert es, ein Glas Wasser zu trinken – allerdings nicht wie sonst üblich, sondern vom gegenüberliegenden Glasrand. Zur Belustigung der Umstehenden trägt bei, wer versucht, die Zunge so weit wie möglich herauszustrecken. Auch das Ziehen an der Zunge soll helfen, denn dadurch wird die Bauchatmung aktiviert. Generell versprechen besonders die Methoden Abhilfe, bei denen der vom Schluckauf Geplagte seine volle Aufmerksamkeit auf andere Dinge richtet und den Schluckauf buchstäblich vergisst. Dies geschieht, ganz ohne körperliche Verrenkungen oder belustigende Aktionen, indem der Hicksende mit einigen Fragen zum Nachdenken anregt wird.

Vorsicht ist bei der Methode des Erschreckens geboten, die zwar sehr beliebt ist, jedoch nicht bei jedem angewandt werden sollte. Abhilfe beim lästigen Hicksen versprechen auch diverse Hausmittel. Hartgesottene können Essig- oder Eiswasser trinken. Nicht ganz so viel Überwindung kostet es, ein Stück Würfelzucker zu lutschen, das vorher mit Zitronensaft durchtränkt wurde. Ist gerade ein wenig Pfeffer zur Hand, wird durch das Gewürz ein Niesreiz ausgelöst, mit dem der Schluckauf weggeniest wird. Manchmal reicht es auch, die Luft anzuhalten oder zu husten. Vielleicht gelingt es sogar, das Hicksen in den Hintergrund rücken zu lassen, indem man seine Aufmerksamkeit auf all die Methoden richtet, mit denen der Schluckauf vertrieben werden kann.

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