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Schnecken mit biologischen Mitteln bekämpfen

„Wenn du einen Schneck behauchst, schrumpft er ins Gehäuse, wenn du ihn in Kognak tauchst, sieht er weiße Mäuse.“ Was bei Joachim Ringelnatz hier scherzhaft beschrieben wird, ist für viele Gärtner ein Übel, das sich jahrein, jahraus über die Beete des geliebten Gartens hermacht. Schnecken sind eine der Plagen, gegen die bereits Generationen von Gärtnern vorgegangen sind. Und das mehr oder weniger erfolgreich. Bevor man aber sofort zur chemischen Keule greift, sollte auch der Hobbygärtner nach Sinn oder Unsinn dieser schleimigen Zeitgenossen fragen – erfindet die Natur doch kein Lebewesen aus Spaß an der Freude, sondern verfolgt damit ein gewisses Ziel.

Dieses liegt sicherlich nicht darin, Gärtnern die gute Laune zu verderben. Ganz im Gegenteil, die kleinen Schleimungeheuer sind ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems und sorgen für die Zerkleinerung organischer Abfälle. Das Ergebnis ihrer Arbeit verteilt der Hobbygärtner als Humus immer wieder gern auf seinen Beeten. Statt also mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, lohnt sich das Probieren biologischer und alternativer Mittel gegen die Schneckenplage.

Zuerst empfiehlt sich der Aufbau einer Barriere, um Schnecken am Eindringen in die Beete zu hindern. Dafür bieten sich verschiedene Varianten an: Während ein Gärtner eher auf Kunststoff- oder Metallzäune setzt, greift der Nachbar lieber zu einem alten Hausmittel. Mit dem Anlegen einer Einfriedung aus Asche und Sägemehl erreicht der Hobbygärtner genau den gewünschten Effekt – Schnecken machen um die Beete einen großen Bogen. Leider versagt dieses Hilfsmittel den Dienst bei feuchtem Wetter und nach jedem Regenguss muss die Umrandung neu angelegt werden, da das Wasser die Ascheschicht davonspült. Wer sich dagegen für einen Metallzaun entschieden hat, kann die Konstruktion noch mit elektrischem Strom kombinieren. Schnecken reagieren darauf empfindlich und werden die Beete sicher meiden. Was aber tun, wenn die schleimigen Invasoren diese erste Barriere durchbrochen haben?

Schnecken

Schnecken @iStockphoto/Heinrich Volschenk

In einem solchen Fall helfen unterschiedliche Mittel weiter. Eine einfache Lösung besteht darin, den Schnecken kleinere Unterschlupfmöglichkeiten zu gewähren. Wie, die Plagegeister auch noch willkommen heißen? Genau richtig – lassen sich die Schnecken so doch ohne Weiteres einsammeln. Eine andere Möglichkeit zur Schneckenjagd ist die Installation einer Bierfalle. Dazu einfach einen kleinen Plastik- oder Blechbehälter in das Beet einlassen und mit etwas Bier füllen – denn was dem Gärtner nach Feierabend schmeckt, zieht auch Schnecken magisch an. Ihre feine Nase wird ihnen schließlich zum Verhängnis, da am Ende der Duftspur ein unfreiwilliges Bad droht. Allerdings dürfte sich der Besitzer des Nachbargartens über das gemütliche Stelldichein so vieler Schnecken sicher wenig begeistert zeigen.

Alternativen zum Bierköder sind dagegen die biologischen Fressfeinde und Parasiten. Diese machen mit ihrer Beute schnell kurzen Prozess. Parasiten, die in diesem Zusammenhang zum Einsatz kommen können, sind etwa bestimmte Arten der Fadenwürmer. Allerdings muss sich jeder Gärtner vor dem biologischen Angriff sicher sein, dass am Ende nicht er selbst unter dem Einsatz der Schneckenfeinde zu leiden hat. Wer sich als Hobbygärtner bereits beim Anlegen der Beete Gedanken über das Schneckenproblem gemacht hat, wird dagegen sicher auf ganz andere Vertreter aus dem Tierreich setzen. Igel, Kröten oder Vögel freuen sich im Frühjahr und Sommer über den einen oder anderen leckeren Schnecken-Snack und sorgen mit ihrem gesunden Jagdtrieb für ein Abnehmen der Population. Für eine Ansiedlung dieser Fressfeinde muss der Garten natürlich gewissen Voraussetzungen genügen. Besonders stachelige Zeitgenossen fühlen sich unter alten Reisig- und Holzhaufen wohl. Deshalb lautet die Devise für den biologischen Garten: Ruhig etwas in der einen oder anderen Ecke liegen lassen. Und wer weiß, vielleicht sieht schon beim nächsten Grillabend eine Igelfamilie nach dem Rechten in Ihren Beeten.

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