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Schwangerschaftsanzeichen – Das sind typische Anzeichen

Normalerweise dauert der Zyklus einer Frau 25 bis 35 Tage. Ungefähr in der Mitte jedes Zyklus erfolgt der Eisprung. Hat eine Frau in dieser Zeit ungeschützten Geschlechtsverkehr, kann es zur Befruchtung der Eizelle kommen. Wenn danach die Regelblutung ausbleibt, ist die Wahrscheinlichkeit des Eintritts einer Schwangerschaft schon sehr hoch. Allerdings kann eine Amenorrhoe (das Ausbleiben der Regelblutung) auch andere Gründe als eine Empfängnis haben. Um Letztere zu bestätigen, bedarf es daher noch anderer Kriterien.

In der Medizin wird zwischen sicheren, wahrscheinlichen und unsicheren Schwangerschaftsanzeichen unterschieden. Letztere treten vor allem während der ersten beiden Wochen der Schwangerschaft auf, dazu gehört eben auch das Ausbleiben der Periode, Übelkeit und Erbrechen (besonders am Morgen), Schwindel und Kreislaufprobleme, Harndrang und häufiges Wasserlassen, starke Müdigkeit und vergrößerte, spannende Brüste.

Sichere Zeichen, die von außen messbar sind, kann uns nur der Fötus oder das Kind selbst liefern, dazu gehören zum Beispiel der Nachweis Fruchtblase mit dem Embryo, die Herztöne des Embryos, ab ungefähr dem fünften Schwangerschaftsmonat die ersten Bewegungen des Kindes im Mutterleib oder das Ertasten des Kindes durch die Bauchdecke hindurch, das ebenfalls ab dem fünften Monat möglich ist.

Kommen wir auch noch zu den wahrscheinlichen Anzeichen der Schwangerschaft: Auch hier lässt sich die ausbleibende Periode einordnen, eine etwas erhöhte Basaltemperatur (das ist die Körperkerntemperatur, die normalerweise am frühen Morgen beim Aufwachen relativ niedrig liegt) über mindestens 18 Tage hinweg, ein HCG-Nachweis (Schwangerschaftshormon), eine livide (bläuliche) Färbung der Vagina sowie der inneren Schamlippen, ein weicher Gebärmutterhals (Hegar-Zeichen), der bei der gynäkologischen Untersuchung festgestellt werden kann.

Schwangerschaftsanzeichen

Schwangerschaftsanzeichen ©iStockphoto/michaeljung

Ausbleiben der Periode

Bleibt die Menstruation aus, ist dies meistens ein erster Hinweis auf eine Schwangerschaft, gerade dann, wenn es ein Paar sogar darauf angelegt hat, ein Kind zu kriegen. Allerdings haben viele Frauen einen recht unregelmäßigen Zyklus, bei manchen Frauen ist es fast normal, dass die Menstruation hin und wieder extrem schwach ausgeprägt ist. In diesen Fällen würde das Ausbleiben der Periode also wahrscheinlich überinterpretiert werden.

Immerhin kann ein Ausbleiben der Monatsblutung durchaus ganz andere Gründe haben. Diese können sein: erhöhter Stress, eine rasche Reduktion des Körpergewichts zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung oder einer bewusst geführten Diät, bestimmte Medikamente, die Zeitumstellung durch eine Reise (Jetlag), was den Körper aus seinem Rhythmus bringt. Umgekehrt kann sogar eine leichte Blutung nach der Befruchtung während der frühen Schwangerschaft auftreten, die dann meistens als normale Menstruation wahrgenommen wird. Das ist aber ein eher seltenes Phänomen.

Sichere Methoden zur Feststellung einer Schwangerschaft

Der Schwangerschaftstest und die Ultraschalluntersuchung sind sehr verlässliche Methoden, eine Schwangerschaft zu bestätigen oder eben „Entwarnung“ zu geben. Mit Abstand die sicherste Variante ist hier der Blut-Test bei einem Frauenarzt, denn schon sechs bis neun Tage nach der Befruchtung kann im Blut der Frau das schwangerschaftserhaltende Hormon HCG (Human Chorion Gonadotropin) festgestellt werden. Sobald sich die Eizelle nach der Befruchtung in der Gebärmutterschleimhaut einnistet, produziert der weibliche Körper dieses Hormon. Nach einer Woche ist es dann auch im Urin nachweisbar und genau darauf basieren die Schwangerschaftstests aus Drogerie und Apotheke.

Bei diesen Schwangerschaftstests wird lediglich ein Teststreifen in den Morgenurin eingetaucht. Abhängig vom Hersteller des Tests verfärbt sich der Streifen in einer bestimmten Farbrichtung. Ein positives Ergebnis indiziert in der Tat eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft, dennoch sollte die endgültige Bestätigung dann bei einem Frauenarzt eingeholt werden. Andererseits bedeutet ein negatives Ergebnis nicht vollkommen eindeutig die Aussage, dass die Frau nicht schwanger ist, da es vorkommen kann, dass die HCG-Konzentration im Urin zum Zeitpunkt des Tests noch zu niedrig ist. Ab sechs Wochen nach Ausbleiben der Regel greift dann eine Ultraschalluntersuchung zur eindeutigen Feststellung der Schwangerschaft.

Die klassischen Anzeichen der Schwangerschaft

– Die Veränderung der Brüste
macht sich schon wenige Tage nach der Empfängnis bemerkbar. In Vorbereitung auf ihre Aufgabe des Stillens beginnen sie sich zu vergrößern und werden dabei zum Teil sehr empfindlich, insbesondere bei den Erstgebärenden. Das Spannungsgefühl in den Brüsten wirkt sich dahin gehend aus, dass sie vor allem an den Seiten schmerzen und auch etwas angeschwollen sein können. Gleichzeitig färben sich die Brustwarzen etwas dunkler.

– Übelkeit am Morgen
ist ebenfalls sehr typisches Symptom der Frühschwangerschaft. Sie tritt oft schon wenige Tage nach der Befruchtung auf und kann zuweilen nur leicht, in anderen Fällen aber auch unangenehm heftig ausgeprägt sein und dann sogar zu jeder Tageszeit „zuschlagen“. Normalerweise verschwindet diese Form der Übelkeit automatisch spätestens in der 16. Schwangerschaftswoche.

– Müdigkeit und erhöhtes Schlafbedürfnis
treten bei fast allen Frauen am Anfang der Schwangerschaft auf. Aber auch das relativiert sich dann ungefähr ab der 14. Schwangerschaftswoche wieder. Interessanterweise geht es erstgebärenden Frauen diesbezüglich besser. Bei Frauen, die bereits ihr zweites oder drittes Kind bekommen, wird immer wieder das Phänomen einer ganz extremen, bleiernen Müdigkeit beobachtet.

– Extreme Stimmungsschwankungen
können durch den veränderlichen Hormon-Cocktail im Blut ausgelöst werden. Im Ergebnis sehen wir große Launenhaftigkeit, Überempfindlichkeit und (scheinbar) grundloses, plötzliches Weinen.

– Ein sehr feiner Geruchssinn
kann das Verhalten einer Schwangeren bestimmen. Dies äußert sich zum Beispiel in einer plötzlichen Vorliebe oder Abneigung bestimmter Lebensmittel und kann sogar zu einer Belastung für die Partnerschaft werden, wenn die schwangere Frau ihren Mann „nicht mehr riechen“ kann.

– Appetit-Attacken
können die schwangere Frau zuweilen überwältigen. Plötzliche, unbändige Lust auf ganz bestimmte Nahrungsmittel, die vielleicht sonst nicht einmal auf ihrer Speisekarte standen, sind ein sehr typisches Anzeichen der Schwangerschaft. Damit einhergehend kann es auch zu einem metallischen Geschmack im Mund kommen.

– Häufiger Harndrang
entwickelt sich bereits zwei bis drei Wochen nach der Befruchtung. Der Grund dafür ist die wachsende Gebärmutter, die aber erstaunlicherweise nur vorübergehend auf die Blase drückt. Wenn sich die Gebärmutter ungefähr ab der 14. Schwangerschaftswoche mehr in den Bauchraum verlagert, legt sich der Harndrang wieder ein bisschen. Allerdings sorgt der Anstieg des Hormons Progesteron für eine andere Stimulation des Blasenmuskels, sodass der Harndrang ein Begleiter der gesamten Schwangerschaft ist.

– Der Körper wird wärmer
und daraus leitet sich die „Temperaturmethode“ ab. Normalerweise sinkt die Körperkerntemperatur kurz vor der zu erwartenden Regelblutung leicht ab. In der Schwangerschaft tritt dieses Phänomen nicht mehr auf. Sehr verlässlich ist diese Methode aber nicht, weil die Körpertemperatur unter dem Einfluss vieler Parameter steht, so zum Beispiel eine sich anbahnende Erkältungskrankheit.

Schwangerschaftsanzeichen mit unterschiedlicher Gewichtung

Einige der oben dargestellten Anzeichen können auch ganz normal während der zweiten Zyklushälfte mehr oder weniger ausgeprägt eintreten. Umgekehrt ist es so, dass nicht jede Schwangerschaft mit allen aufgeführten Anzeichen verbunden sein muss. Auch sagt die Intensität der einzelnen Anzeichen nichts darüber aus, wie die Schwangerschaft verlaufen wird.

Es gibt Frauen, die sich während ihrer gesamten Schwagerschaft „pudelwohl“ fühlen. Andere Frauen „leiden“ bereits ab Einnistung der befruchteten Eizelle unter allen Schwangerschaftsanzeichen gleichermaßen stark. Und noch andere Frauen berichten über Phänomene, die so unspezifisch sind, dass wir sie hier bewusst nicht aufgeführt haben. Sodbrennen, Kopfschmerzen, Durchfall oder Verstopfung können zwar ebenfalls eine Schwangerschaft begleiten, sollten aber auf keinen Fall als typische Schwangerschaftsanzeichen gehandelt werden.