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Single Malt Scotch Whisky – ein echter Individualist

Ist Ihnen auch schon einmal aufgefallen, dass es sowohl die Schreibweise „Whisky“ als auch die Schreibweise „Whiskey“ gibt? Erstere bezeichnet die schottische Variante, die zweite die amerikanische Variante des hochprozentigen Destillats.

Laien werden sich fragen, ob dieser orthographische Unterschied der Einzige ist, worauf man mit einem klaren „nein“ antworten kann. Während Malt Whisky, wie der Name schon andeutet, ausschließlich aus Gerstenmalz hergestellt wird, kann der amerikanische Whiskey auch aus anderen Getreidesorten gewonnen werden, etwa aus Roggen und aus Weizen. Auch die Herstellung aus Mais ist durchaus möglich.

Wenn es um „Single Malt Scotch Whisky“ geht, kommen weitere Kriterien ins Spiel, die bei der Herstellung erfüllt werden müssen. Das „Single“ deutet an, dass alle Produktionsschritte in einer einzigen Brennerei zu erfolgen haben und dass der Whisky nur aus einer einzigen Sorte besteht, also kein Verschnitt ist. „Scotch“ als Namensbestandteil darf zudem nur auf den Whisky-Flaschen stehen, wenn sich die Brennerei in Schottland befindet.

Herstellung von Single Malt Scotch Whiskys

Zu Beginn erinnert die Herstellung von Whisky in gewisser Weise an die Herstellung von Bier. Gerste wird durch das Einweichen in Wasser zum Keimen gebracht. In einem Zwischenschritt wird die gekeimte Gerste getrocknet und geräuchert, bevor sie zum zweiten Mal mit Wasser vermischt und der Flüssigkeit Hefe beigemengt wird, damit die Gärung beginnen kann. Das Ergebnis ist eine Flüssigkeit, die noch einen relativ geringen Alkoholanteil aufweist. Damit sich dieses ändert, wird die Flüssigkeit zweimal destilliert. Der Mittellauf, der frei von störenden Nebenprodukten ist, wird daraufhin in Eichenfässer gefüllt, um zu reifen. Bei diesem Prozess verflüchtigt sich ein Teil der Flüssigkeit. Erst wenn die destillierte Flüssigkeit mindestens drei Jahre dort verweilt hat, darf sie sich Whisky nennen.

Whisky

Whisky @iStockphoto/Alexey Lysenko

Ist es Zeit zum Abfüllen des kostbaren Getränks, müssen wiederum einige Aspekte beachtet werden. Damit eine gleichbleibende Geschmacksqualität gewährleistet werden kann, kommen in eine Flasche zumeist Teile aus unterschiedlichen Fässern. Auch muss der Whisky noch auf einen angenehmen Alkoholanteil gebracht werden. Dieses erfolgt durch die Beimischung von Quellwasser. Wer seinen Whisky komplett aus einem Fass haben möchte, muss auf sogenannte „Single-Cask“-Abfüllungen zurückgreifen, wer keine verdünnte Qualität erhalten will auf sogenannte „Cask Strength“-Abfüllungen.

Besondere Varianten des Single Malt Scotch Whiskys

Trotz der immer gleich bleibenden Herstellungsprozedur gibt es auch Varianten des Single Malt Scotch Whiskys, etwa den Speyside-, Lowland- und Highland-Whisky. Allen drei Varianten lassen sich bestimmte Geschmackscharakteristika zuordnen, auch wenn jeder Whisky aus den unterschiedlichen Brennereien stets einen ganz individuellen Geschmack hat. Der Speyside-Whisky zeichnet sich dadurch aus, dass ihm ein runder und eleganter Geschmack nachgesagt wird. Benannte ist er nach der Region in der er hergestellt wird – entlang des Flusses Spey. Highland- und Lowland-Whiskys unterscheiden sich geschmacklich vor allem hinsichtlich ihrer Intensität. Weicher wirkt der Lowland-Whisky, der in der Regel auch dreimal anstatt zweimal gebrannt wird. Kenner erinnert dieser Whisky oftmals an Irischen Whiskey. Der Highland-Whisky hingegen ist kraftvoller und weist Noten von Torf auf – Rückstände vom Räuchern über einem Torffeuer, ein Charakteristikum, welches dem Lowland-Whisky meistens fehlt.

Alles in Allem muss festgehalten werden, dass die Single Malt Scotch Whiskys eine unzählige Bandbreite von Geschmacksvarianten aufweisen – es gibt also viel zu entdecken und zu genießen. Probieren Sie es doch einfach einmal selbst aus!