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Slow Food: Entschleunigung für mehr Genuss

Genuss und Lebensqualität im Blick: Slow Food

Das Jahr 2007 war geprägt von zwei besonderen Jubiläen in Deutschland: 10 Jahre Convivium Nürnberg und 15 Jahre Convivium Berlin wurden gekrönt von der ersten deutschen Slow Food-Messe in Stuttgart. Doch was verbirgt sich hinter „Slow Food“?

Unter dem Begriff Slow Food sammeln sich vielfältige Teilnehmer zu einer gemeinnützigen Bewegung für bewusstes Essen und Genießen. Im Jahr 1989 wurde die Bewegung von Carlo Petrini in Italien gegründet, um weg vom Fastfood hin zum kulinarischen Genuss zurückzukehren. Auslöser war die Eröffnung einer Filiale eines weltweiten Fastfoodkonzerns an der berühmten Spanischen Treppe in Rom, was für den Italiener offenbar mehr als nur einen kulinarischen und kulturellen Stilbruch darstellte.

Petrini organisierte entsprechend mit zahlreichen italienischen Köchen vor eben jener Filiale ein riesiges Spaghetti-Buffet, bei dem er die Qualität der regionalen Küche in den Vordergrund stellte. Der Fastfood-Konzern gab aufgrund des Erfolges dieser Aktion und der daraus resultierenden Bewegung klein bei. Inzwischen hat sich aus diesem Protest eine internationale Vereinigung entwickelt, deren Zweigstellen auf allen Kontinenten der Welt zu Hause sind.

Genuss und Ruhe für das Wohlbefinden

Die Philosophie der Slow Food Bewegung beschränkt sich jedoch nicht allein auf den Genuss. Unter dem Logo einer Schnecke setzt sich die Organisation inzwischen für eine höhere Lebensqualität und eine Entschleunigung des hektischen Alltags ein. Bis zum April 2006 gab es allein in Deutschland bereits 58 Tafelrunden, auch Convivien genannt, mit rund 6.000 Mitgliedern. Zu Beginn des Folgejahres konnte die Slow Food Bewegung bereits 7.000 Mitglieder verzeichnen, zu denen sich 500 Produzenten und Gastronomen gesellten. Befürworter und Mitglieder der Bewegung finden sich in allen Alters- und Gesellschaftsgruppen.

Slow Food

Slow Food @iStockphoto/Mariya Bibikova

Nachhaltigkeit ist eines der Zauberworte, welches grundlegend die hintergründige Zielsetzung der Mitglieder beschreibt. Die Produkte sollen „fair“ hergestellt werden, was bedeutet, dass alle an der Produktion Beteiligten für ihre Arbeit ein gutes Auskommen finden sollen. Gleichzeitig sollen Produkte und Herstellung „sauber“ sein, sprich, frische Produkte ohne künstliche Zusatzstoffe (zum Beispiel Konservierungsstoffe), im Einklang mit Umwelt-, Natur- und Artenschutz hergestellt. Auch der Genuss selbst wird bewusster gestaltet: Die Nahrungsaufnahme erfolgt in Ruhe und in einem möglichst Wohlbefinden steigernden Rahmen, was den Genuss des Eigengeschmackes der einzelnen, häufig naturbelassenen Lebensmittel noch verstärkt. Somit stellt Slow Food den absoluten Gegensatz zur Fastfood Gesellschaft dar.

Engagiert für die Entschleunigung

Einer der Mittelpunkte des Slow Food international soll dabei auch der zweijährig stattfindende „Salon des Geschmacks“ werden. Hierbei treffen sich unterschiedliche Produzenten vom Landwirt über Winzer, Käser, Metzger, Gastronomen und viele mehr zur Verkostung, zum Austausch sowie zum Netzwerken. In Deutschland wird dieser Salon durch den „Markt des guten Geschmacks“, der ersten deutschlandweiten Slow Food Verbrauchermesse ergänzt, welche erstmals im Juni 2007 in Stuttgart stattfand.

Für Slow Food Deutschland kann sich jeder Interessent als kostenpflichtiges Mitglied eintragen lassen, wobei die Organisation selbst mit den Mitgliedsbeiträgen nachhaltig umgeht, indem ein Teil der Beiträge zur Erhaltung gefährdeter Arten investiert wird. Darüber hinaus erhalten Mitglieder ein deutsches Slow Food Magazin zugestellt, welches um eine Übersetzung des internationalen Organisationsmagazins „Slow“ ergänzt wird.

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